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30. Januar 2020

WM ohne Jessica Tiebel

Bundescheftrainer Norbert Loch hat nun den deutschen Kader für die Rennrodel-WM am 15./16. Februar 2020 in Sotschi bekanntgegeben. Überraschend nicht mit dabei ist Jessica Tiebel vom RRC Altenberg. Die 21-jährige Geisingerin hat offenbar auf eine Teilnahme bei den Titelkämpfen in Russland verzichtet.

„Bei den Damen starten wir nur mit drei statt bisher vier Athletinnen bei der WM. Wir haben nach reiflicher Überlegung Jessica Tiebel für die nächsten drei Wochen aus dem Weltcupteam genommen. Sie wird weder beim Weltcup in Oberhof noch bei der WM starten. Jessica hat in den letzten Wochen immer wieder das Gespräch mit uns Trainern gesucht und über Motivationsprobleme und Versagensängste geklagt“, erklärt Loch. „Wir haben das sehr ernst genommen und möchten ihr als junger Athletin hiermit die Chance geben, Abstand vom Wettkampfgeschehen zu gewinnen.“
Beim RRC wird dies bestätigt. Wie es sportlich mit der Physikstudentin aus Dresden weitergeht, die in diesem Winter das erste Mal als feste Größe zum deutschen Weltcup-Kader gehört, sei derzeit offen.

Jessica Tiebel hatte zum Auftakt der Weltcup-Saison vorigen November in Innsbruck-Igls auf Anhieb den dritten Platz geholt – als beste Deutsche. Vor Kurzem hatte die zweifache Sportlerin des Jahres im Landkreis außerdem Silber in der U23-Wertung bei den Europameisterschaften in Lillehammer errungen. Zuletzt belegte die mehrfache Junioren-Weltmeisterin beim Weltcup in Sigulda indes den 22. Platz.

Der Sieg bei dem Wettkampf in Lettland ging an Julia Taubitz vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal. Die 23-Jährige aus Annaberg-Buchholz gewann vor der Russin Tatjana Iwanowa und Lokalmatadorin Eliza Cauce. Die Vize-Weltmeisterin von 2019 entschied zudem in Sigulda das dritte und letzte Sprint-Rennen dieser Saison für sich.
Nach ihrem Doppelsieg hat Julia Taubitz das gelbe Trikot der Führenden im Gesamtweltcup übernommen und liegt jetzt 13 Punkte vor der Tatjana Iwanowa. Beide werden die Entscheidung um die Kristallkugel unter sich ausfahren.
Der Sieg bei den Männern ging an Johannes Ludwig vom BRC Oberhof. Zweiter wurde der Weltcup-Gesamtführende Roman Repilow aus Russland (+ 0,017 Sekunden). Auf Platz drei fuhr Olympiasieger David Gleirscher aus Österreich. Es war der erste Sieg für die deutschen Rennrodler im Einzel in dieser Saison.
Unter schwierigen Wetterbedingungen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit und regnerischem Wetter hatten die Athleten aber vor allem mit den wechselnden Eisbedingungen während der Rennläufe zu kämpfen. Ludwig lag nach dem ersten Lauf nur auf Rang 21, profitierte im zweiten Durchgang schließlich von der früheren Startnummer und fuhr die drittschnellste Zeit. Das reichte dem Olympia-Dritten, um 20 Plätze gutzumachen.

Im Doppelsitzer-Wettbewerb hatten die Letten Andris Sics und Juris Sics die Nase vorn. Zweiter wurde das bayrische Duo Tobias Wendl und Tobias Arlt vor den Weltmeistern Toni Eggert und Sascha Benecken (Ilsenburg/Suhl). Der nächste Weltcup wird vom 31. Januar bis 2. Februar in Oberhof ausgetragen.

Der nächste internationale Wettkampf für die deutschen Rennrodler ist dann schon die WM auf der Olympiabahn von 2014. Nach der verbandsinternen Qualifikation nominierte Bundescheftrainer Loch bei den Frauen Julia Taubitz, Anna Berreiter (RC Berchtesgaden) und Cheyenne Rosenthal (BSC Winterberg) für die WM in Russland. Bei den Männern hatten sich Titelverteidiger Felix Loch (RC Berchtesgaden), Johannes Ludwig, Max Langenhan (Friedrichroda) und Sebastian Bley vom RT Suhl qualifiziert. Im Doppel sind die Weltmeister Toni Eggert/Sascha Benecken ebenso für die WM gesetzt wie Tobias Wendl/Tobias Arlt und Robin Geueke/David Gamm vom BSC Winterberg.
(skl/hg/Foto: skl)