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20. Dezember 2010

Sensationeller Sieg gegen Deutschen Meister

DSC07598_1.JPG1. Bundesliga Floorball – Damen

SSV Heidenau  –  MTBC Wikinger Grimma  4:2 (1:0, 2:0, 1:2)

Vor dem sehnlichst erwarteten Weihnachtsfest mussten die SSV-Frauen das schweren Floorballspiel gegen den amtierenden Deutschen Meister MTBC Wikinger Grimma in heimischer Halle bestreiten. Erschwerend kam hinzu, dass aus unterschiedlichen Gründen nur 8 Spielerinnen einsatzfähig waren. Damit waren die Vorzeichen gegeben.

Als dann Grimma eintraf und ob der zahlreich mitgereisten Spielerinnen um 2 Umkleidekabinen bat, war das letzte Fünkchen Hoffnung bei den Gastgeberinnen gewichen. Die Heidenauerinnen sprachen vor dem Spiel über Schadensbegrenzung und legten sich einen Schlachtplan zurecht. Auch der treue Heidenauer Anhang auf der Tribüne wartete mit bangen Minen auf den Anpfiff.

Grimma begann selbstbewusst und zog das gewohnt sichere Aufbauspiel auf. Aber die SSV-Frauen standen kompakt in der Deckung, kämpften aufopferungsvoll und fingen alle Schüsse ab. Ging dann wirklich einer durch die Verteidigungslinie, stand dann dort die hervorragend aufgelegte Kathleen Schmelzer im Tor und hielt. Das Ziel der Heimmannschaft war, sich so teuer wie möglich zu verkaufen und den Meister zu ärgern. Das gelang in der Anfangsphase recht ordentlich. Als nach wenigen Minuten Julia Pradel urplötzlich mit dem Ball vor dem Tor auftauchte und ihn zum 1:0 über die Linie bugsierte, war der Jubel in der Halle groß. Die Gastgeberinnen  kämpften mit großem Einsatz um jeden Ball, warfen sich in die Würfe und versuchten mit Kontern zum Erfolg zu kommen. Die Grimmaer Frauen zeigten sich beeindruckt und verstärkten ihre Bemühungen, so wie man es von einem Deutschen Meister erwartet. Doch sie fanden keine Lücke im Heidenauer Abwehrbollwerk, das immer mehr Rückhalt durch die überragend haltende Kathleen Schmelzer erhielt. So rettete der SSV das 1:0 ins 2. Drittel.

Jedem in der Halle war klar, dass der knappe 1:0-Vrsprung aus dem 1. Drittel zum Sieg niemals reichen würde, dazu waren die Gäste viel zu stark. So wurde von den Gastgeberinnen die erfolgreiche Taktik weiter praktiziert: Aus einer sicheren Deckung auf Konter lauern. In der 9. Minute erreichte in einer Druckphase der Gäste ein Befreiungsschlag Marina Helas an der Mittellinie. Ihr Solo konnte von keiner gegnerischen Spielerin gestoppt werden und auch die Torhüterin vermochte den Ball nicht aufzuhalten: 2:0! Die Gästebank zeigte deutlich eine verstärkte Aufregung. Die Gäste warfen alles nach vorn, erhöhten das Tempo und schossen aus allen Rohren. Doch die Heidenauer Deckung stand wie ein Felsen. Ob Fernschüsse, Schüsse aus Nahdistanz oder Abpraller, Kathleen Schmelzer reagierte glänzend und machte gemeinsam mit ihrer Verteidigung alle Chancen der Grimmaer zunichte. In dieser starken Druckphase der Gäste boten sich immer wieder Kontergelegenheiten für die Gastgeberinnen. In der 17. Minute umspielte Julia Pradel ihre Gegenspielerin und war urplötzlich frei vor dem Tor, verfehlte aber knapp. Eine Minute später passte Desiree van Pelt von rechts auf die in der Mitte lauernde Kristin Chmelik, doch der Ball war etwas zu steil gespielt und somit für sie unerreichbar. In der vorletzten Minute vor der 2. Pause eroberte Franziska Kuhlmann in der Nähe der Mittellinie den Ball und stürmt erbarmungslos Richtung gegnerisches Tor, wurd attackiert, stolperte, bliebt aber auf den Füssen, behielt die Kontrolle über den Ball und konnte die Kugel einnetzen. Das 3:0 ließ die Spielerinnen und die Fans auf der Tribüne auf eine Sensation hoffen. Doch noch waren 20 Minuten zu absolvieren.

Wie erwartet kamen die Gäste zum letzten Drittel mit dem festen Willen aus der Kabine, das Spiel noch zu drehen. Hektisch angefeuert von ihrer Bank rannten sie ununterbrochen in Richtung Heidenauer Tor. Das Powerplay zahlte sich in der 4. Minute aus, Grimma kam zum 3:1. In der Folgezeit waren die SSV-Frauen fast nur noch vor dem eigenen Tor gebunden. Die Grimmaer verstärkten noch einmal ihren Ansturm. Aus allen Lagen versuchten sie mit Schüssen zum Torerfolg zu kommen. In der 13. Minute blieb ein Fernschuss der Gäste wieder einmal in der Heidenauer Deckung hängen. Der folgende genaue Pass erreichte Marina Helas, die den Ball weiter auf Franziska Kuhlmann spielte. Deren Schuss aus Nahdistanz war für die Torhüterin nicht zu halten, es stand 4:1. Ein Sieg gegen den Deutschen Meister war in greifbare Nähe gerückt. In den verbleibenden 7 Minuten war fast nur noch Grimma am Ball. Aber die Gastgeberinnen behielten den Kopf oben und verteidigten geschickt, hatten sogar noch die eine oder andere Konterchance. Das 2. Tor für Grimma fiel 3 Minuten vor dem Ende. Doch damit hatten die Gäste ihr Pulver verschossen und mussten sich den Riesenjubel der SSV-Frauen und der Heidenauer Fans anschauen.

Die Zuschauer sahen ein denkwürdiges und spannendes Spiel mit einem Sieg gegen den Deutschen Meister, errungen durch eine starke kämpferische Leistung und eine kluge Taktik mit einer überragenden Torhüterin zwischen den Pfosten.

 

Der SSV spielte mit: Kathleen Schmelzer im Tor, Marina Helas (1), Romy Hilbert, Julia Pradel (1), Kristin Chmelik (1), Franziska Kuhlmann (2), Desiree van Pelt, Anja Pesch, Cornelia Buhle, Lisa Hansel.

 

 

 

SSV Heidenau