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17. Februar 2021

Sächsischer Vereinssport verliert Mitglieder

Die ersten Prognosen haben sich bestätigt: Nach Jahren des beständigen Wachstums vermeldet der Landessportbund Sachsen (LSB) zum Abschluss seiner diesjährigen Bestandserhebung einen leichten Rückgang an Sporttreibenden. Die Zahl der in einem Sportverein angemeldeten Menschen sank um rund 20.000. Das entspricht einem Verlust von 2,9 Prozent. Ähnlich wie in den Vorjahren geht außerdem auch 2021 die Anzahl der im LSB organisierten Vereine leicht zurück: Im Vergleich zur letzten Erhebung gibt es elf Sportvereine weniger im Freistaat. Insgesamt sind somit 656.189 Mitglieder in 4.436 Vereinen sportlich aktiv.

 

LSB-Präsident Ulrich Franzen (Foto) resümiert: „Das vergangene Jahr war sowohl für unsere Mitgliedsvereine als auch für alle sportbegeisterten Menschen in Sachsen eine noch nie dagewesene Herausforderung. Angesichts der immer noch andauernden Zwangspause für den organisierten Sport können wir allen Beteiligten nur unseren ausdrücklichen Dank aussprechen: Den Vereinen für ihre Disziplin bei der Umsetzung der Corona-Schutzmaßnahmen und Hygienebestimmungen sowie allen Ehrenamtlichen, die mit großer Kreativität und viel Herzblut kontaktlose sportliche Alternativangebote erdacht und umgesetzt haben. Besonders positiv zu erwähnen sind zudem die zahlreichen Mitglieder, die auch in Zeiten der Ungewissheit ihren Vereinen die Treue halten.“

 

Besorgt zeigen sich die Sportdachorganisation und ihre Vertreter jedoch mit Blick in die Zukunft: Wie bereits Anfang des Monats berichtet, kehren vor allem Kinder dem Vereinssport den Rücken. So entfallen bei dem Mitgliederverlust von knapp 20.000 Personen circa 13.000 auf die Altersgruppe von 0 bis 14 Jahren. „Das ist ein deutliches Zeichen an die Politik, vor allem den Kinder- und Jugendsport so schnell wie möglich wieder zu öffnen“, so Ulrich Franzen. Der LSB-Präsident gibt außerdem zu bedenken, dass der Stichtag für die Bestandserhebung der 1. Januar 2021 war: „Seitdem haben wir weitere Wochen des Stillstands ohne jegliche Öffnungsperspektive zu verzeichnen. Die Solidarität der sächsischen Sportfamilie ist groß, kann aber nicht unbegrenzt strapaziert werden. Wenn wir auch in Zukunft die über Jahre gewachsenen Vereinsstrukturen nutzen und von ihnen profitieren wollen, muss die Landesregierung jetzt handeln!“

 

(lsb/skl/Foto: lsb)