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1. April 2020

Rennrodelweltmeisterschaften in Altenberg?

Nach der WM ist vor der WM: Einen Monat nach den  Bob- und Skeleton Weltmeisterschaften 2020 hat sich die Wintersport Altenberg (Osterzgebirge) GmbH (WiA) gemeinsam mit dem Rennrodel-, Bob- & Skeletonverband für Sachsen e.V. (RBSV) über den Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) um die Ausrichtung weiterer Welttitelkämpfe beworben. Ein Ziel ist es, dass 2023 die Rennrodel-Juniorenweltmeisterschaften im ENSO-Eiskanal stattfinden. Zuletzt waren die weltbesten Juniorenrodler 2018 in Altenberg um Weltmeistertitel gefahren. Außerdem bewirbt sich Altenberg nach 1996 und 2012 wieder als Austragungsort der Rennrodel-Weltmeisterschaften. Das könnte im Jahr 2024 oder 2025 so weit sein. Die entsprechenden Bewerbungsunterlagen sind beim Internationalen Rennrodelverband FIL eingereicht.

„Auch in diesen schwierigen Zeiten müssen wir an die Zukunft, Weiterentwicklung und Sicherung des Standortes denken. Deshalb wollen wir den Schwung der vergangenen Bob- und Skeleton-WM mitnehmen und uns im Konzert der Bahnen weltweit auch weiterhin als feste Größe in der Ausrichtung internationaler Meisterschaften positionieren“, sagt WiA-Geschäftsführer und OK-Chef Jens Morgenstern.

Die WM-Bewerbung wird auch vom Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge, vom Freistaat Sachsen und der Stadt Altenberg unterstützt.

Bis zu den Welttitelkämpfe der weltbesten Rennrodler, um die sich WiA und RBSV jetzt beworben haben, wird der ENSO-Eiskanal weiter optimiert und so fit für die Zukunft gemacht. Teil dessen ist u.a. der für das Jahr 2021 vorgesehene Umbau der Kurven 11 bis 13. Außerdem soll die Bahn im Bereich der Kurve 8 geöffnet und ein externer Startbock fest installiert werden. Diese Starthöhe nutzen beispielsweise die Junioren-Doppelsitzer im Rennrodeln. „Es wäre schön, wenn wir diese wichtigen und zukunftsweisenden Bahnumbauten mit Weltmeisterschaften würdig einweihen könnten“, so Morgenstern.

Der ENSO-Eiskanal in Altenberg ist traditioneller Austragungsort von internationalen und nationalen Wettbewerben im Rennrodel-, Bob- und Skeletonsport. Der Bau der Rennschlitten- und Bobbahn (RSBB) begann 1983 im Altenberger Kohlgrund als Geheimprojekt der DDR-Staatsregierung. Erste nationale Wettkämpfe fanden hier im Spätherbst 1986 noch unter Baustellenbedingungen statt, bevor 1987 die Homologierung seitens der Kufensport-Weltverbände FIBT (heute IBSF) und FIL erfolgte und ein erstes internationales Bob-Rennen durchgeführt wurde. Seit 1991 war Altenberg Gastgeber von sieben Kufensport-Weltmeisterschaften (1991 Bob, 1996 Rennrodeln, 1998 Skeleton, 2000 Bob, 2008 Bob & Skeleton, 2012 Rennrodeln, 2020 Bob & Skeleton) und zwei Juniorenweltmeisterschaften, 2015 im Bob- und Skeletonsport sowie 2018 im Rennrodeln. Darüber hinaus finden in Altenberg regelmäßig auch Rennrodel-Weltcupwettkämpfe statt. In diesem Januar gewann dort erstmals Julia Taubitz (im Foto) vom WSC Erzgebirge Oberwiesenthal, die später auch noch die Gesamtweltcup-Wertung 2019/20 für sich entscheiden konnte.
(us/skl/Foto: skl)