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23. Mai 2011

Puzzle in Schwarz, Rot, Gold

_1Am Wochenende 14./15.Mai 2011 fand in Hanau die Generalprobe des deutschen Beitrags zur Weltgymnaestrada statt. Diese Veranstaltung ist das größte Breitensportevent der Welt und wird vom 10. bis 16. Juli 2011 in Lausanne (Schweiz) stattfinden.

Mehr als 20.000 Sportler aus über 50 Ländern aller Kontinente zeigen turnerische Übungen ganz ohne Bewertungssystem und Punktzahlen. Ein Höhepunkt wird die Abschlussveranstaltung sein, bei der auch ein deutscher Beitrag zu sehen sein wird. Und bei der Großgruppenvorführung in einem Stadion unter freien Himmel geht es um Preise für Innovation und Synchronität. An beiden Veranstaltungen werden ca. 500 Mitglieder des Deutschen Turnerbundes (DTB) teilnehmen und ihr Können zeigen.

Am genannten Wochenende hatten sie nun die einzige Möglichkeit, das zuvor in Kleingruppen trainierte in der großen Gruppe von allen Teilnehmern zu zeigen und das Gesamtbild auf dem Rasen entstehen zu lassen. Da es nur diese eine Gesamtprobe gab, waren Aufregung und  Erwartungshaltung sehr groß.

Schon die Anfahrt der 42 Sportler aus Sachsen war ein Erlebnis. Im Stadion dann zeigte sich, dass der Übungsablauf zwar prinzipiell sitzt, die Raumwege auf dem Rasen aber einer intensiven Schulung bedurften. Es war gar nicht so einfach von einem Punkt zum nächsten, mehrere Meter entfernten Platz zu gelangen ohne dass man den anderen Teilnehmern in den Weg läuft oder am Ende nicht mehr in seiner roten Traube sondern zwischen den schwarz gekleideten Turnern steht. Das sieht optisch nicht so gut aus und fällt außerdem furchtbar auf. Und das alles ohne feste Orientierungspunkte auf dem Rasen. Während des Laufens muss auch noch der Ball kontrolliert werden, wo der doch am liebsten wegrollen würde.

Ein ganzer Tag verging mit Üben und Wiederholungen, kleine Änderungen wurden auch noch eingearbeitet. Am Tagesende fanden wir und die Verantwortlichen uns alle toll, erhielten die Auftrittskleidung und haben ein gutes Gefühl für die Zeit in der Schweiz.

Nach einer kurzen Nacht in einer Schule auf Luftmatratzen und in Schlafsäcken ging es am Sonntag mit dem Üben weiter. Diesmal stand die Großgruppenvorführung ganz im Mittelpunkt des Interesses. Unter dem Motto „Geh deinen Weg“ wird die turnerische Bandbreite von Tanz über Aerobic, Gymnastik und Seniorensport dargestellt. Die Turnerjugend zeigt ihr Können an und auf Kästen. Auch bei dieser ca. 30minütigen Darbietung war die Koordination der Einzelteile schwierig. Immer wieder marschierten wir über den Rasen, stellten uns mal ins U und mal ins L um festzustellen, dass in der zur Verfügung stehenden Zeit  die Raumwege nicht zu schaffen sind. So ein Rasen ist ganz schön groß und nach 7 Stunden üben taten uns die Beine ganz schön weh.

Die Gesamtchoreografin Christiana Roseburg-Althaus hatte alle Pläne im Kopf und beorderte energisch jeden an seine richtige Stelle. Spannend war es zu sehen, was die anderen Teilnehmer so machen, wie ein Gesamtbild entsteht, und wie scheinbar kleine Veränderungen von den Rängen aus betrachtet große Wirkung entfalten. Die zwei Gesamtdurchgänge am Tagesende waren dann schon sehenswert.

Gegen 19 Uhr verließen wir müde, mit vollem Kopf Hanau und fuhren langsam zurück nach Sachsen. Erst in den frühen Morgenstunden erreichten wir wieder das Elbtal. Alle Sportler der Vereine aus Pirna, Stolpen, Weinböhla, Dresden und Bautzen sind nun hoch motiviert, bis Anfang Juli noch fleißig zu trainieren um in Lausanne zur Weltgymnaestrada eine perfekte Vorstellung zu geben. Die Vorfreude ist auf alle Fälle groß. (Elisabeth Gottschlich)