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23. November 2020

Nicht zu schlagen in Sigulda

Auftakt nach Maß in Sigulda: Mit neuen Bestzeiten und gleich zwei Siegen ist Bob-Rekordweltmeister Francesco Friedrich vom BSC Sachsen Oberbärenburg in die neue Saison gestartet. Der 30-jährige Gesamt-Weltcupsieger der Vorsaison gewann am Wochenende in Lettland die ersten beiden Weltcuprennen 2020/21 im Zweierbob.
Zunächst setzte sich der amtierende Doppelweltmeister aus Pirna am Sonnabend mit Anschieber Thorsten Margis vom SV Halle vor den Schlitten von Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) und dem des drittplatzierten Michael Vogt durch.
Der Schweizer verhinderte den deutschen Dreifacherfolg in Sigulda. Christoph Hafer (Bad Feilnbach) belegte Rang vier, zusammen mit dem Wiesbadener Anschieber Issam Ammour, der sonst im Team des wohl bis Ende Dezember verletzten Altenbergers Richard Oelsner fährt.

Nach dem ersten Lauf lagen Friedrich und Margis noch auf Rang zwei, doch im zweiten Lauf gelang ihnen eine Top-Startzeit (4,81 Sek.), die nur eine Hundertstel langsamer war als der bestehende Rekord von Lokalmatador Oskars Kibermanis. „Es war ziemlich gut heute, besonders der zweite Start war super. Es ist schade, dass wir nicht die üblichen vielen Fans hierhaben, die normalerweise an der Bahn sind. Riesenrespekt an Hansi, der das erste Mal hier gefahren ist und zwei richtig gute Läufe gemacht hat. Reserven haben wir natürlich alle hier, es war schade, dass die Letten heute etwas hinten waren“, sagte Friedrich. Für den Sachsen war es zudem der 27. Sieg in einem Zweierbob-Rennen.

Nummer 28 folgte tags darauf: Mit seinem jungen Anschieber Alexander Schüller (SV Halle) verwies Friedrich die teaminterne als auch die internationale Konkurrenz wieder einmal auf die Plätze und gewann mit einem deutlich größeren Vorsprung als gestern (von 0,04 Sek. zu 0,21 Sek.) das zweite Saisonrennen im kleinen Schlitten.

Bereits im erstem Lauf schoben Friedrich und Schüller einen neuen Startrekord ins Eis, den sie in Lauf zwei nochmal verbessern konnten – der neue Startrekord liegt nun bei 4,75 Sekunden. Mit zweimal Laufbestzeit legte der Friedrich-Bob – trotz deutlich geringerem Speed als die Konkurrenz – zwei Top-Läufe in die Bahn: „Wir kommen langsam immer besser ins Rennen. Gestern war das erste Rennen, da hatten wir noch ein paar Abstimmungsfehler, aber jetzt sind wir am Start richtig gut dabei. Alex hat heute einen super Job gemacht, Thorsten gestern genauso. In der Bahn hatten wir wieder einen besseren und einen schlechteren Lauf, das ist wirklich eine spezielle Bahn. Hier zwei saubere Läufe runterzubringen, ist nicht so leicht, aber dafür sind wir noch eine Woche hier und dann klappt das nächstes Wochenende noch ein Stückchen besser“, so der Pirnaer.

Platz zwei ging an Lochner und den Potsdamer Eric Franke, der in der Vorsaison noch im Team des mittlerweile zurückgetretenen Oberbärenburger Bobpiloten Nico Walther anschob. Der dritte und vierte Platz wurden erneut an Michael Vogt aus der Schweiz sowie an Christoph Hafer vergeben.

Das Weltcup-Auftaktrennen der Frauen in Sigulda gewann indes Olympiasieger Mariama Jamanka vom BRC Thüringen. Mit ihrer erstmals bei einem Weltcup siegreichen Anschieberin Vanessa Mark (Eintracht Wiesbaden) konnte die Weltmeisterin von 2019 nach Halbzeitführung die Nerven bewahren und fuhr zweimal Laufbestzeit. Mit 0,13 Sekunden Vorsprung verwiesen Jamanka und Mark den Schlitten der österreichischen Pilotin Katrin Beierl auf Rang zwei.

Starke Dritte wurden die in Altenberg trainierend junge Pilotin Kim Kalicki und ihre Anschieberin Anabel Galander. Für Galander war es das erste Weltcuprennen ihrer Karriere, für die Wiesbaderin Kalicki der erst dritte Weltcupeinsatz. Mit 0,58 Sekunden Rückstand fuhren sie aufs Podium, die 23-jährige Vizeweltmeisterin konnte damit ihren dritten Weltcup-Podestplatz feiern

Einen Pech-Tag erwischten Laura Nolte und Anschieberin Deborah Levi. Die amtierenden Deutschen Meisterinnen vom BSC Winterberg starteten zunächst mit einer neuen Top-Zeit von 4,21 Sekunden und übertrafen den bisherigen Startrekord von der Rumänin Andreea Grecu. Doch in der Schlüsselstelle kippte das junge Team auf die Seite, stürzte und rutschte den unteren Bahnabschnitt bis durchs Ziel. Laut Reglement hätten Nolte und Levi zwar den zweiten Lauf fahren dürfen, sie entschieden sich allerdings gegen einen Start. Sie blieben zum Glück unverletzt.

Die nächsten Bob-Wettkämpfe der Weltcupserie 2020/21 finden erneut in Sigulda statt. Den Beginn machen die Frauenbobs am Sonnabend (28.11.) um 9 Uhr mitteleuropäischer Zeit.

(bsd/skl/Foto: Bobteam Friedrich)