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7. September 2020

Mit Nervenstärke zu historischer Bronzemedaille

Unter strengen Hygieneauflagen wurden am vergangenen Wochenende in Heilbronn die Deutschen Jugendmeisterschaften der U18 und U20 in der Leichtathletik ausgetragen. Nachdem der Deutsche Leichtathletik-Verband trotz der durch Corona sehr eingeschränkten Wettkampfmöglichkeiten an seinen doch außerordentlich hohen Qualifikationsnormen festgehalten hatte, schaffte es von den drei möglichen Kandidaten aus dem Landkreis nur Lukas Schober von der SG Weißig 1861 zum Jahreshöhepunkt des deutschen Leichtathletik-Nachwuchses. Mit Moritz Wagner und Jannik Berthold waren indes zwei weitere Weißiger Athleten nur knapp an den hohen Normen gescheitert.

Schober, der zweifache Deutsche U16-Meister des Vorjahres, startete zunächst im Diskuswerfen. Der 16-jähirge Maxener begann mit einem durchschnittlichen Versuch auf 51,74 Meter und reihte sich damit auf dem 7. Platz ein. In den folgenden Versuchen gelangen ihm nur minimale Verbesserungen, so dass er noch einen weiteren Platz verlor. Den abschließenden 6. Versuch erwischte er aber optimal und der Diskus segelte auf die neue Kreisrekordweite von 56,21 Meter.

Damit verbesserte sich Lukas Schober auf den 5. Platz, wobei alle vor ihm platzierten Athleten ein Jahr älter sind als er. Mit seiner Weite erfüllte Lukas Schober die Qualifikationsnorm für die U18-Europameisterschaften im italienischen Rieti, die von diesem Jahr auf 2021 verlegt wurden.

In seiner eigentlichen Spezialdisziplin, dem Kugelstoßen, war Schobers Einstieg in den Wettkampf noch schwieriger als beim Diskuswerfen. Auf einen ungültigen ersten Versuch folgten 18,01 Meter. Das ist rund 1,5 Meter weniger als seine Bestleistung. Der vierte Platz nach zwei Versuchen entsprach allerdings der vorher erwarteten Platzierung. Im dritten und vierten Versuch konnte er sich nicht steigern und fiel auf den 5. Platz zurück. Im 5. Versuch bewies er erneut Nervenstärke und steigerte sich auf 18,95 Meter. Als jüngster Athlet im gesamten Starterfeld setzte er sich damit auf den Bronzeplatz.

Im sechsten und letzten Versuch übertraf er mit 19,14 Metern auch noch die 19 Meter-Marke und verteidigte seine Medaille. Der Bronzegewinn war historisch aus Sicht der SG: Nachdem Weißigs Anna Wagner im Jahr 2016 die Bronzemedaille über 400 Meter nur um winzige zwei Hundertstelsekunden verpasst hatte, gewann Lukas Schober nun die allererste Medaille bei Deutschen U18-Meisterschaften für einen Freitaler Leichtathletik-Verein. Es war zudem die erste Medaille für einen Verein aus dem Landkreis seit 2007 – die Prossenerin Theresa Hauffe startete bei ihrem 200-Meter-Silber im Jahr 2015 bereits für den Dresdner SC.

Die Qualifikationsnorm für die U18-Europameisterschaft hatte Lukas Schober im Kugelstoßen bereits im Juni mit 19,56 Metern beim Werfertag in Freital-Weißig erfüllt.

(dpö/skl/Foto: privat)