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27. Januar 2020

Heidenau zieht HC Sachsen spät den Zahn

 

Auch das zweite Landkreisderby in dieser Verbandsliga-Saison geht an die Handballfrauen des SSV Heidenau. In einem zumindest bis zur Schlussphase spannenden Spitzenspiel haben sich die Gastgeberinnen am Sonnabend wie schon im Hinspiel gegen den HC Sachsen Neustadt-Sebnitz durchgesetzt. Der Tabellenzweite gewann in Heidenau gegen die drittplatzierten Gäste mit 32:26 (14:15).
Nach dem zehnten Saisonerfolg ist der SSV nun wohl das einzig verbliebene Team, das Spitzenreiter SG Klotzsche noch einholen könnte. Der Tabellenführer aus Dresden, der seine bisher einzige Niederlage beim HCS kassierte, hat weiterhin vier Zähler Vorsprung auf Heidenau.
Beim Kreisderby in der Sporthalle des Petsalozzi-Gymnasiums hatten beide Mannschaften mit personellen Probleme zu kämpfen. Der HCS war sogar nur mit einem Rumpfteam angereist. Anders als bei der 22:32-Heimniederlage vor vier Monaten spielten die Neustädterinnen dieses Mal auf Augenhöhe.
Es dauerte mehr als drei Minuten, ehe Heidenaus Nadja Hultsch den ersten Treffer der Partie erzielte. Nach sieben Minuten führten der HCS jedoch mit 4:2, ehe Heidenau ausglich und selber in Führung ging. Absetzen konnte sich keines der Teams, die beide entschlossen waren, diese Partie nicht zu verlieren. Sie schenkten sich nichts. Die Torfrauen auf beiden Seiten hielten gut, die Abwehrreihen machten ihre Sache ordentlich. Mit der Schlusssirene der ersten Halbzeit lagen die Neustädterinnen aber wieder in Front. Rebeca Cembranos Bruzon überraschte die SSV-Abwehr und traf per direktem Freiwurf zur 15:14-Pausenführung.
Angeführt von der mit elf Treffern erfolgreichsten Heidenauerin Janine Tschöcke sowie Miriam Kasischke (sieben Treffer) und einer mannschaftlich geschlossenen Leistung erkämpfte sich der SSV zwischen der 40. und 44. Minute einen Vier-Tore-Vorsprung (23:19). Doch danach stotterte der Angriffsmotor der Elbestädterinnen. Und der HCS kam eindrucksvoll zurück. Die erfolgreichste Gästespielerin Teresa Bein erzielte drei ihrer insgesamt sieben Treffer in den nachfolgenden Minuten und glich außerdem zum 25:25 aus (49.). Heidenau ließ sich dennoch nicht von dem Comeback beeindrucken, sondern behielt trotz der zwischenzeitlichen Torflaute die Nerven. Das Team von Trainer Dirk Stumpe spielte nach einer Auszeit fokussiert weiter – und wurde belohnt.
„Da waren wir kurz ideenlos, die Kraft war weg. Aaber wir haben eine tolle Moral gezeigt, unseren Torfrauen haben stark gehalten“, sagte Heidenaus Diana Sommer kurz nach Spielende. „In der Vorsaison hätten wir so ein Spiel wohl verloren, in dieser Spielzeit ist das anders.“
In den Schlussminuten gelang den zunehmend platteren Gästen nur noch wenig im Angriff. Alexa Hoffmann im SSV-Tor hielt außerdem richtig gut. Heidenau konnte dann seine Führung zeitweise sogar in Unterzahl ausbauen. Neun Sekunden vor Schluss traf Nadja Hultsch zum 32:26-Endstand.
„Natürlich haben wir gehofft, dass wie hier noch was rausholen.Am Ende waren bei uns aber die Kräfte ein bisschen weg“, erklärt Teresa Bein, die mit einer Verletzung in der rechten Schulter gespielt hatte.
„Das es so lange ein Partie auf Augenhöhe war, hat man so nicht erwarten können. Bei uns sind nur fünf Spielerinnen fit gewesen, die anderen waren krank oder verletzt oder haben mit Schmerzen gespielt, es stand sogra eine Absage im Raum“, sagt HCS-Trainer Bernd Berthold. „Wir haben uns nicht abschießen lassen, im Gegenteil. Am Ende waren es zu viele Technische Fehler und die Kradft ließ nach, natürlich. Unter diesen Umständen bin ich absolut zufrieden mit dem Auftritt, ich bin stolz auf unsere Mannschaft.“ In der vierwöchigen Spielpause sei aber vor allem eines wichtig: Regeneration.
Während Berthold mit seinem Team am Ende besser als Platz fünf dastehen möchte, schielt der SSV an die Tabellenspitze. Das Wort Aufstieg nimmt beim SSV niemand in den Mund. „Doch natürlich schauen wir in der Tabelle nach oben“, sagt SSV-Coach Dirk Stumpe. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen, haben aber jetzt zwei schwere Auswärtspartien vor uns. Gegen Weinböhla kann es immer eklig werden und beim ESV Aufsteiger mit seinen engen Hallenverhältnisse wird sicher nicht einfach. Aber unsere Mannschaft hat sich entwickelt, sie ist mittlerweile gefestigter und sicherer. Und gegen den HC Sachsen hatten wir am Ende sicher auch etwas Glück. Aber das muss man auch mal haben.“
Heidenau tritt am Sonnabend um 17 Uhr beim Tabellenachten Weinböhla an, der HCS ist erst wieder am 23. Februar gefordert. Dann bitten die Neustädterinnen den Drittletzten aus Neugersdorf zum Duell im heimischen Sportforum. Anwurf ist ebenfalls um 17 Uhr. (skl)

 

Text/Fotos: Stephan Klingbeil