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1. Mai 2011

Frühjahrspreis der Steher in Heidenau

Bild_033.jpgNach dem heftigen Gewitterregen vom Freitag wurden alle Bedenken der Radsportfreunde mit den ersten Sonnenstrahlen am Sonnabendmorgen  zerstreut. Der für eine Freiluftveranstaltung so wichtige Faktor Wetter war damit geklärt. Wie immer hatten die vielen fleißigen Helfer die Heidenauer Radrennbahn in einen Top-Zustand versetzt.

Mit der Übergabe des neuen Vereinsgebäudes an den SSV Heidenau e. V. hatte der Tag neben der sportlichen Seite einen weiteren überragenden Höhepunkt. Dazu waren zahlreiche Gäste erschienen, die an der Erstellung des Vereinsgebäudes beteiligt waren und bei denen sich der SSV mit der Einladung zu diesem sportlichen Leckerbissen bedankte.

Am Vormittag trafen sich ab 10.00 Uhr die Freizeitsportler traditionell zum freien Training und zum Rundenrekordfahren und die interessierten Bürger zur Besichtigung des neuen Vereinsgebäudes. In beiden Fällen war ein reger Zuspruch zu verzeichnen.

Das ausgesprochen funktionelle und schöne Gebäude fand viel Zustimmung.

Mit dem obligatorischen Foto mit allen beteiligten Fahrern und Schrittmachern begann die Veranstaltung pünktlich 14.00 Uhr. Bei der anschließenden Vorstellung der Fahrer und Schrittmacher konnten die beiden Moderatoren Ralf Martin und Frank Müller eine ganze Reihe Erfolge vermelden. So waren mit dem Europameister der letzten beiden Jahre Giuseppe Atzeni (CH) und dem Deutschen Meister Marcel Möbus (Forst) zweifellos die Favoriten gegeben. Peter Jörg, der mehrfache Schweizer Meister und mehrfache Europameisterschaftsdritte, der erstarkte Berliner Florian Fernow, der Peitzer Patrick Wolfrum und der junge Leipziger Ronny Freiesleben waren mit Sicherheit für Überraschungen gut.

Bedauerlich und unverständlich war, dass der Lokalmatador René Heinze, obwohl er einen Vertrag unterschrieben hatte, nicht zum Rennen antrat.

Eine weitere Absage traf dann am Sonnabendvormittag vom Forster Philipp Tutschke noch ein.

So begannen die Vorläufe über 60 Runden mit nur 5 Gespannen. Wer ins Finale kommen wollte musste mindestens 3. im Vorlauf werden. Es gab in beiden Vorläufen spannende Positionskämpfe, denn alle wollten das Finale erreichen. Interessant zu beobachten waren die unterschiedlichen Taktiken der Fahrer. So fuhr Marcel Möbus erst einmal hinter dem Feld her, um dann in der entscheidenden Phase des Rennens mit einem Zwischenspurt in die Spitze zu fahren. Den 1. Vorlauf gewann Peter Jörg vor Patrick Wolfrum und Marcel Möbus, der  sich, um Kräfte zu sparen, mit dem 3. Platz zufrieden gab. Platz 4 belegte Danilo Kupfernagel, er kam am Deutschen Meister nicht mehr vorbei. Lars König musste das Rennen aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig beenden.

In der anschließenden Pause wurden die Ehrengäste begrüßt und die Übergabe des Vereinsgebäudes vom Bürgermeister der Stadt Heidenau, Herrn Michael Jacobs, an den SSV Heidenau e. V. vorgenommen. Die Stimmung bei allen Beteiligten, einschließlich der etwa 1000 Zuschauer, war ob des sehr erfreulichen Anlasses prächtig. Der 1. Vorsitzende des SSV Heidenau e. V. Frank Müller richtete viele Worte des Dankes an alle am Entstehen und Werden des neuen Vereinsgebäudes Beteiligten.

Mit der Übergabe einer der begehrten Kettenblattuhren, ein Markenzeichen der Heidenauer Radrennbahn, bedankte sich der SSV bei der Stadt Heidenau, bei dem Ingenieurbüro Möschke und Werner, bei Frau Jentsch vom Ingenieurbüro Fischer und bei dem Baubetrieb Döhnert. Ein besonderer Dank galt dem Architekten Eberhard Bauer, der sich bei der Planung in einem regen Gedankenaustausch vieler Wünsche und Anregungen des späteren Nutzers SSV Heidenau e. V. annahm.

Bei der anschließenden Besichtigung des Gebäudes gab es von den Gästen viel Staunen und Beifall. Vornehmlich viele Baugewerke erlebten ja das Gebäude nicht im Endzustand und auch viele Stadträte sahen das Gebäude im fertigen Zustand zum ersten Mal.

 

Im 2. Vorlauf  ließ Europameister Giuseppe Atzeni die Konkurrenz gewähren und schaute sich das Geschehen lange Zeit von der letzten Position aus an. Mit einem unwiderstehlichen Antritt tauchte er in der Schlussphase des Rennens vorn auf und kontrollierte auch dort das Rennen. Auch er begnügte sich mit einem sicheren 2. Platz und ließ dem mutig fahrenden Leipziger Ronny Freiesleben den Vortritt. Den 3. Platz sicherte sich der Berliner Florian Fernow. Den 4. Platz belegte Christian Passenheim, 5. wurde Jörg Bauer.

 

Die folgende Pause brachte viel Abwechslung. Zunächst boten die Nachwuchsturnerinnen des SSV eine zünftige Steppbrettgymnastik. Danach gab es die bei der Begrüßung von den Moderatoren angekündigten Glückwünsche zum 60. Geburtstag. 60 Jahre wurde die AWO, das Kultmotorrad der DDR, die 1961 in den Konstruktionsbüros in Suhl das Licht der Welt erblickte. Anlass waren die auf der Heidenauer Bahn genutzten AWO-Stehermaschinen, die 1958 als Sonderanfertigung in Suhl für die Berliner Seelenbinder-Halle gebaut wurden. Im Verkehrsmuseum Dresden gab es eine Sonderausstellung, bei der auch eine Stehermaschine von der Heidenauer Radrennbahn ausgestellt war. Zur Gratulation fanden sich Mitglieder des Niederbarnimer AWO-Stammtisches e. V. ein, die 3 originale Touren-AWO mitbrachten, und vom fachkundigen, mit der AWO vertrauten Heidenauer Publikum bei ihren Ehrenrunden begeistert gefeiert wurden.

Danach überreichte Frau Mothes von der Ostsächsischen Sparkasse Dresden

2 Fahrradergometer für das Training der Radsportler im neuen Gebäude, die von der Sparkassenstiftung mitfinanziert wurden.

Im Anschluss daran interviewte Ralf Martin unseren Weltmeister Carsten Bergemann, der diese Geräte schon ausprobiert hat und sich sehr lobend dazu äußerte. Carsten bereitet sich derzeit auf die Deutschen Meisterschaften vor und steckt auch in der Olympiavorbereitung für London.

Anschließend versuchte er seinen Rundenrekord von 14,49 s zu brechen. Die Zeit von 14,61 s war in Anbetracht des sehr starken Windes phänomenal und unterstreicht seine derzeit gute Verfassung.

Das „Reinigungsgeschwader“ der Turnerfrauen des SSV „säuberte“ dann die Bahn und zeigte abschließend sehr anmutig, was am Steppbrett alles möglich ist.

Das kleine Finale war aufgrund der bereits genannten Umstände nur mit 3 Fahrern besetzt.

Um die Spannung für die Zuschauer dennoch zu erhalten ließ sich der Wettkampfausschuss einen besonderen Modus einfallen: Die 3 Fahrer wurden nach ihren Zeiten eingeteilt. Alle starteten zur gleichen Zeit, der langsamste Fahrer, Christian Passenheim, auf Position 1, der schnellste Fahrer, Danilo Kupfernagel, auf Position 3. Auf Position 2 startete Jörg Bauer.

Das Reglement wurde so festgelegt, dass Danilo Kupfernagel, wenn er siegen will,  Jörg Bauer 1 Runde und Christian Passenheim 2 Runden abnehmen musste. Dafür standen ihm 40 Runden zur Verfügung, eine sehr schwere Aufgabe. Es entwickelte sich ein außerordentlich schnelles und zunehmend spannendes Rennen, bei dem die Zuschauer förmlich von den Sitzen gerissen wurden. Danilo Kupfernagel schaffte es auf der Zielgeraden  Christian Passenheim das 2. Mal einzuholen und sich mit Reifenstärke Vorsprung über die Ziellinie zu retten. So wurde er 1. im kleinen Finale, 2. wurde Christian Passenheim, da Jörg Bauer ihn nicht einholen konnte.

Wie schnell das Rennen war zeigt die Tatsache, dass Danilo Kupfernagel den auf der Heidenauer Bahn bestehenden Rekord über 10 km nur knapp um 2 Sekunden verfehlte.

 

Die letzte Pause begann mit der Vorstellung der Minigruppe. Sie war das Ergebnis des 2010 erstmals durchgeführten Kinderabendrennens. Mittlerweile trainieren 10 – 12 Kinder im Alter von 4 bis 6 Jahren in dieser Gruppe unter fachgerechter Anleitung im allgemeinen Sportbereich.

Das sich anschließende rasante Trampolinspringen der Turnerinnen fand großen Beifall bei den Zuschauern.

Nach den „Minis“ wurden auch die „Oldies“ vorgestellt. Die Bildung dieser Gruppe wurde mit einem Aufruf im Frühjahr 2008 in Angriff genommen. Bereits im Sommer 2008 bestand die „Radwandergruppe“ aus 5 – 6 Mitgliedern. Heute sind es mehr als 20 Sportfreunde, die sich radsportlich betätigen. Radwandergruppe ist nicht mehr zutreffend, da sie sowohl leistungsorientiert als auch spaßorientiert fahren. Deshalb heißen sie nun „Radsportgruppe“.

Der Can-Can der SSV-Turnerfrauen am Ende der Pause sorgte für große Stimmung im Publikum und war die geeignete Überleitung zum großen Finale.

Mit Spannung wurde der Finallauf erwartet. Die 3 Schnellsten der beiden Vorläufe hatten sich relativ sicher qualifiziert. Die Jagd über 100 Runden erforderte nun von den Fahrern und Schrittmachern höchste Konzentration. Zunächst ließen Atzeni und Möbus die anderen Fahrer voran fahren. Die lieferten sich immer wieder Zweikämpfe um die Spitzenposition. So wechselte die Führung ständig. Als erster ergriff dann der Europameister die Initiative und fuhr auf die Führenden auf, Möbus fuhr weiter gelassen hinter dem Feld her. Die Anwesenheit von Atzeni im Vorderfeld animierte die Mitstreiter immer wieder zu Überholmanövern. Man wollte testen wie gut der Europameister kontern konnte. Der wiederum ließ sich nicht überrumpeln und behielt die Übersicht. Peter Jörg, Florian Fernow und Giuseppe Atzeni rangen um die Spitzenposition. Marcel Möbus schickte sich an zur Spitze vorzufahren. Patrick Wolfrum und Ronny Freiesleben hatten in der Schlussphase Mühe den Anschluss zu halten, bleiben aber mit den anderen Gespannen in der gleichen Runde.

Florian Fernow schien zunächst abgeschlagen, erholte sich aber wieder und setzte sich vor Peter Jörg an die 3. Position. Vorn kämpften Möbus und Atzeni um die Spitze. Fernow versuchte 9 Runden vor dem Ende noch einmal in den Kampf einzugreifen und trieb seinen Schrittmacher Peter Bäuerlein vehement an. Doch die beiden vorn liegenden Kontrahenten beschleunigten unwiderstehlich das Tempo und ließen ihn nicht vorbei. Peter Jörg konnte die entstehende Lücke nicht mehr schließen. (SSV Heidenau)