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10. Juni 2009

Die Entscheidung fiel in den Bergen

Menschenleer zeigt sich die Talsperre Malter am Sonnabendmorgen. Kein Wunder, denn das Wasser ist 16 Grad kalt und die Lufttemperatur beträgt nur 10 Grad. Doch am Ufer in Paulsdorf bereiten sich rund hundert hartgesottene und austrainierte Triathleten in ihren Neoprenanzügen auf das Schwimmen über 1500 Meter beim „Sachsenman“, dem härtesten Triathlonwettbewerb im Ostteil der Bundesrepublik, vor. Darunter befindet sich auch Michael Grahl. Es ist gewissermaßen ein „Heimspiel“ für ihn, denn er hat nur wenige Meter vom Startplatz entfernt sein Zuhause. „Natürlich wollte ich durch eine gute Schwimmleistung den Grundstein für den weiteren Verlauf des Wettkampfes legen“, sagt der 31-Jährige. „Schließlich hatte ich mich im Training in den letzten Wochen sehr intensiv vorbereitet.“ Das Vorhaben ging zunächst auf. Als Zweiter stieg er schließlich aus dem Wasser. Nun standen mörderische 110 Kilometer mit dem Rad bevor. Dabei mussten 1800 Höhenmeter durch das Erzgebirge über Seiffen bis nach Olbernhau bewältigt werden. „Ich konnte hierbei meine Stärken ausspielen und mich vom übrigen Feld absetzen. Dennoch hatte ich vor dem Schwartenberg bei Seiffen, dem Scharfrichter, ganz schön Bammel“, erzählt der Bauingenieur. Mit einem stattlichen Vorsprung von fünf Minuten wechselte er zum Lauf über 20 Kilometer. Auf dem Rundkurs in Olbernhau, der viermal durchlaufen werden musste, wurde die Distanz zu den Verfolgern noch größer. Nach 5:05:06 Stunden hatte die Quälerei für den Sportler vom 1. Radverein Pirna ein Ende. Völlig ausgepumpt, dennoch überglücklich, lief er als souveräner Sieger über die Ziellinie. Erst fast neun Minuten später tauchte der Zweite, Albrecht Herrmann (Team Trade Invest) auf. Dritter wurde Frank Klimann (Luckauer Läuferbund). „Ich hatte mir vorgenommen, in Vorbereitung auf den Ironman Anfang Juli in Klagenfurt einen erfolgreichen Wettkampf zu absolvieren. Das ist mir richtig gut gelungen“, so das Fazit von Michael Grahl. (Lochmann) 

 

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Im Glückstaumel passiert Michael Grahl den Zielbereich in Olbernhau.