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18. November 2019

Weltcup-Bobteams nominiert – Oberbärenburger Vize-Weltmeisterin ist dabei

Nach den Deutschen Meisterschaften und den letzten Selektionsrennen der Bobathleten am Wochenende auf der Kunsteisbahn am Königssee hat Bundestrainer René Spies in Abstimmung mit dem Trainerstab sein Team für die neue Weltcup-Saison nominiert. Nur die Olympiasieger und Weltmeister Mariama Jamanka (BRC Thüringen) und Francesco Friedrich (BSC Sachsen Oberbärenburg) und ihre Teams waren bereits gesetzt.

Im Zweierbob der Frauen gehen neben Mariama Jamanka die in Altenberg trainierende U23-Weltmeisterin Kim Kalicki (TuS Eintracht Wiesbaden) und Stephanie Schneider vom BSC Sachsen Oberbärenburg für die ersten beiden Weltcup-Rennen in Lake Placid (USA) an den Start.

Die deutsche Meisterin Laura Nolte (BSC Winterberg) startet zunächst im Europacup, ist aber für die zweite Saisonhälfte ab dem Weltcup auf ihrer Heimbahn in Winterberg für den Weltcup und die WM in Altenberg gesetzt.

Laura Nolte war 2018 zusammen mit der inzwischen verletzungsbedingt zurückgetretenen Oberbärenburger Anschieberin Lavinia Pittschaft 2018 Vize-Junioren-Weltmeisterin geworden und hatte vor kurzem mit der Winterberger Anschieberin Deborah Levi die Deutsche Meisterschaft und den Selektionsauftakt in Altenberg für sich entschieden.

Stephanie Schneider (Foto) war nach ihrem insgesamt enttäuschenden Auftritt mit Platz drei bei der ersten Selektion in Altenberg am jetzigen Wochenende auf der WM-Bahn von 2017 wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Sie gewann drei der vier Läufe und holte den Sieg in der finalen Selektion souverän. Nach den Rennen, die sie mit der Erfurter Anschieberin  Lisette Thöne bestritt, war der Vize-Weltmeisterin aus Dresden die Erleichterung deutlich anzumerken.

Zu Kim Kalickis Team gehören die beiden jungen Anschieberinnen Viktoria Dönike und Kathleen Heigl vom BSC Sachsen-Oberbärenburg.

Bei den Männern gehen Francesco Friedrich sowie die beiden über die Selektion qualifizierten Teams der Bobpiloten Christoph Hafer (BC Bad Feilnbach) und Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) in Lake Placid an den Start. Kurz vor Jahresende, am 29./30. Dezember 2019, wird es allerdings bei einem Trainingslehrgang auf der WM-Bahn in Altenberg eine erneute Selektion geben.

Bei dieser werden die Teams von Hafer, Lochner sowie den Oberbärenburger Bobpiloten Richard Oelsner und Nico Walther die Startplätze für die zweite Weltcuphälfte unter sich ausfahren. Während dieses Lehrgangs werden auch Kim Kalicki und Stephanie Schneider eine erneute Selektion fahren.

Walther und mehrere seiner Anschieber hatten sich bei einem Trainingssturz Ende Oktober im ENSO Eiskanal in Altenberg verletzt. Sie wollen im Dezember ihr Comeback geben. Der amtierende Deutsche Zweierbob-Meister Oelsner war indes bei der zweiten Selektion am Königssee hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Rosenthal-Bielatal stammende Altenberger hatte mit seinem Team zum Auftakt in Altenberg vor einer Woche noch Platz eins und zwei belegt. Und in Bayern wurde er im Viererbob Dritter. Doch mit dem kleinen Schlitten belegte Oelsner nur den achten Platz.

Der doppelte Selektionsgewinner vom Königssee, Johannes Lochner, und der Deutscher Viererbobmeister Hafer hatten damit die Nase vorn bei der jetzigen Nominierung des Weltcupteams. Der amtierende Doppel-Juniorenweltmeister Oelsner fährt damit vorerst wieder im Europacup.

Für Bundestrainer René Spies und sein Trainerteam waren es die mit Abstand schwersten Selektionen der letzten Jahre. „Bei der diesjährigen Nominierung standen wir vor zwei Herausforderungen. Die erste resultierte aus dem Sturz von Nico Walther, einem ganz verdienten Athleten der letzten Jahre, der immer eine Medaille gewonnen hat, und der jetzt leider sechs Wochen pausieren muss und erst im Dezember wieder fit wird. Der zweite Umstand ist eigentlich ein erfreulicher, nämlich das viele junge Teams bei den Frauen und Männern jetzt nach oben drängen. Sie haben sich am Start und in der Fahrweise deutlich verbessert gezeigt und den Etablierten so das Leben sehr schwer gemacht“, erklärt Bundestrainer René Spies.

„Laure Nolte war souverän auf der WM-Bahn in Altenberg 75 Hundertstel vor Kim Kalicki und eineinhalb Sekunden vor den etablierten Schneider und Köhler. Von daher hat sie sich die Nominierung mehr als verdient und ist auch die Einzige, von den sich in der Nominierung befindlichen Teams, die für die zweite Hälfte gesetzt wird. Wir verzichten allerdings bei ihr auf den Einstieg in Lake Placid, weil die Bahn sehr selektiv ist, und wir glauben, dass es für Laura im Moment noch zu schwer wäre. Vielleicht könnte sie es schaffen, aber wir wollen das Risiko nicht eingehen und sie lieber behutsam für die WM aufbauen“, erklärt René Spies, wieso Laura Nolte zunächst nicht im Weltcup starten wird.

„Bei den Männern waren die Abstände einfach zu gering. Richard Oelsner hatte ebenso eine Siegleistung auf der WM-Bahn in Altenberg wie Christoph Hafer. Johannes Lochner war hingegen am Königssee absolut dominant. Deshalb war die Entscheidung naheliegend, dass wir Ende Dezember in Altenberg nochmal ein scharfes Rennen fahren, um die richtigen Athleten für die zweite Weltcup-Hälfte Richtung WM nominieren zu können“, beschreibt der Bundestrainer den Stand der Nominierung bei den Männern.

Das erste von zwei Weltcup-Wochenenden in Lake Placid (USA) findet am 7./8. Dezember 2019 statt. Der Tross des Bob- und Schlittenverband für Deutschland will am 2. Dezember zum Auftakt der wichtigsten internationalen Rennserie auf der WM-Bahn von 2021 nach Übersee fliegen.

(hg/skl/Foto: skl)