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9. November 2019

Lokalmatador holt Zweierbob-Gold in Altenberg

 

Richard Oelsner vom BSC Sachsen Oberbärenburg ist neuer Deutscher Meister im Zweierbob. Der aus Rosenthal-Bielatal stammende 24-Jährige holte am Sonnabend zusammen mit dem Wiesbadener Anschieber Issam Ammour Gold bei den Titelkämpfen im verregneten Altenberg. Das Duo verwies die favorisierten, weltcuperfahrenen Teams von Christoph Hafer (BC Bad Feilnbach) und Johannes Lochner (BC Stuttgart Solitude) auf die Plätze zwei und drei.
Es war der zweite Deutsche Meistertitel für den mehrfachen Juniorenweltmeister aus Sachsen nach dem Sieg in der Olympia-Saison 2017/18. Damals war der Altenberger mit Alexander Schüller am Königssee auf den ersten Platz gefahren.
Schüller ist inzwischen Anschieber im Bobteam von Doppel-Olympiasieger und -Weltmeister Francesco Friedrich vom BSC Sachsen Oberbärenburg. Der Pirnaer ist derzeit ebenfalls in Altenberg, trainiert und testet dort Schlittenmaterial. Bei den Deutschen Meisterschaften nahm der sichtlich gut gelaunte Friedrich nicht teil, fuhr aber Spurbob, genauso wie die ebenfalls bereits für den Weltcup gesetzte Weltmeisterin Mariama Jamanka vom BRC Thüringen.
Die Fahrten liefen schon sehr viel versprechend. So rauschten Friedrich und Schüller am Sonnabend in Rekordzeit durch den ENSO-Eiskanal. Auf dem schnellen Eis kamen sie nach 54,46 Sekunden ins Ziel – eine neue, allerdings nicht offizielle Bestzeit, weil sie nicht im Wettkampf aufgestellt wurde.
Den Sprung ins deutsche Weltcupteam wollen nun auch Oelsner und seine Mannen packen. Sie sind ihrem Ziel jetzt ein Stück näher gekommen. Denn die amtierenden Juniorenweltmeister haben mit ihrem Titel in Altenberg zugleich auch die erste von zwei Selektionen um die beiden noch offenen deutschen Startplätze in dieser Weltcup-Saison für sich entschieden.
„Wir sind zwei gute Läufe runtergefahren, aber hundertprozentig zufrieden bin ich nicht, hier und da geht es noch besser“, erklärt Oelsner. „Schön, dass wir den Titel geholt haben, aber die Selektion ist wichtiger für mich. Ich hoffe, dass es mit der Qualifikation klappt.“
Dafür muss der Sportsoldat aus Altenberg auch noch an diesem Sonntag beim Viererbobrennen in Altenberg überzeugen und bei den finalen Qualifikationswettkämpfen am kommenden Wochenende am Königssee nachlegen. „Richard hat heute gezeigt, wozu er in der Lage ist“, freut sich auch Gerd Leopold vom Bundestrainerteam über den Sieg vom Team Oelsner. „Er hat eine Entwicklung gemacht, ist auch nicht verletzt, wie in der Vergangenheit, und sein Team ist stark.“
Doch die Mannschaften von Vize-Meister Hafer und Lochner, der sich im zweiten Lauf steigern konnte und zudem am Start in beiden Durchgängen jeweils die beste Zeit aufwies, hätten ebenfalls noch richtig gute Chancen, sich für das Weltcupteam zu qualifizieren. Darüber hinaus hat Neuling Maximilian Illmann vom BSC Sachsen Oberbärenburg bei seiner ersten Deutschen Meisterschaft mit Anschieber Gregor Fleischhauer gleich den vierten Platz geholt.
In einer Woche soll der Weltcupkader laut Leopold nominiert werden. Für den nach einem Sturz Ende Oktober in Altenberg verletzten Oberbärenburger Bobpiloten Nico Walther gibt es eine Art Plan B. „Er bekommt definitiv noch seine Chance, sich für den Weltcup und die WM zu qualifizieren“, versichert Leopold.
Walther gehe es besser, er wolle voraussichtlich im Dezember sein Comeback geben. Die verletzten Anschieber des aus Altenberg stammenden Vize-Olympiasiegers sind zum Teil schon wieder ins Training eingestiegen. So etwa Eric Franke, der sich bei dem Sturz, dessen Ursachen noch nich ganz eindeutig geklärt seien, die Rippe angebrochen hatte.
Die Deutschen Meisterschaften in Altenberg gehen an diesem Sonntag in die zweite und letzte Runde. Dann werden bei den Männer noch die Medaillen im Viererbob vergeben. Darüber hinaus finden bei den Frauen noch die Druchgänge drei und vier statt, ehe feststeht, welches Team Deutscher Meister wird und die erste Selektion für sich entschieden hat.
Die besten Chancen nach den ersten beiden Rennläufen der Frauen am Sonnabend im Kohlgrund hat Kim Kalicki. Die U23-Weltmeisterin von Eintracht Wiesbaden, die seit 2018 in Altenberg trainiert, liegt zur Halbzeit mit Anschieberin Viktoria Dönike auf Platz eins. Dahinter lauern die Winterberger Duos von Bobpilotin Laura Nolte und Deborah Levi  sowie Anna Köhler mit Anschieberin Leonie Fiebig. Sie hoffen auf einen Patzer der Führenden. Lokalmatadorin Stephanie Schneider vom BSC Sachsen Oberbärenburg enttäuschte indes bisher etwas. Mit der Wiesbadenerin Ann-Christin Strack belegt die Vize-Weltmeisterin derzeit nach guten Starts nur den vierten Rang. Ihr Rückstand auf das Team von Kim Kalicki beträgt aktuell 0,61 Sekunden.
Die Rennen in Altenberg beginnen an diesem Sonntag um 9 Uhr. Alle Sieger werden dann nach Ende der Veranstaltung gegen 12 Uhr geehrt.

(skl/Fotos: skl)