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18. Oktober 2019

„Wir müssen jetzt viel testen“

Bob-Doppelolympiasieger Francesco Friedrich zeigt sich nach den ersten Fahrten in Altenberg zuversichtlich, dass seine Anschieber und er bei der Heim-WM vom 17. Februar bis 1. März 2020 erneut Medaillen gewinnen werden.

Das große Ziel für den 29-jährigen Bundespolizisten aus Pirna ist natürlich, in Altenberg zum sechsten Mal in Folge den WM-Titel im kleinen Schlitten zu holen. Dann wäre Friedrich alleiniger Rekordhalter vor Eugenio Monti. Die italienische Boblegende hatte zwischen 1957 und 1961 fünfmal hintereinander WM-Gold im Zweierbob errungen.

Um das richtige Schlittenmaterial für seine Rekord-Mission und die anvisierten Goldmedaillen zu finden, geht es für Friedrich und seine Mannen seit der vorigen Woche wieder aufs Eis. Im heimischen Kohlgrund fanden die ersten Fahrten für das Weltmeisterteam statt. „Sie liefen sehr gut, obwohl die Bedingungen für uns ein bisschen besser sein können“, erklärt Friedrich am Rande der Saison-Auftaktveranstaltung seine Sponsoren-Allianz am Donnerstagabend in Altenberg. „Durch das schöne Wetter hat sich Reif gebildet, dadurch war die Bahn nicht so schnell, wir waren somit zwei, drei Sekunden langsamer als sonst. Aber für die erste Woche war das okay. Es konnten auch alle aus meinem Team mal fahren, wir haben die Besetzung gut durchgetauscht.“

Am Sonntag fahren Friedrich und seine Anschieber Alexander Schüller, Thorsten Margis, Martin Grothkopp und Candy Bauer für fünf Tage zum Training und für Materialtests an den Königssee, ehe es für das Bobteam direkt zurück zum ENSO Eiskanal nach Altenberg geht.  Sowohl die Berliner Schlittenschmiede FES als auch BMW haben neue Bobs gebaut. „Wir müssen jetzt viel testen, fahren in einer Woche mitunter bis zu 40-mal die Bahn runter“, sagt der mehrfache Weltmeister vom BSC Sachsen Oberbärenburg.

Nach den Deutschen Meisterschaften Anfang November in Altenberg, wo sich Friedrich eine Teilnahme mit Blick auf die Materialtests noch offenlässt, stehen weitere Fahrten am Königssee an. Dort findet zeitgleich auch die finale Selektion teil.

Anders als seine Oberbärenburger Vereinskollegen Nico Walther und Stephanie Schneider muss der Doppel-Champion von Whistler allerdings nicht in die Qualifikation. Er ist gesetzt für das Weltcupteam und auch für die Heim-WM 2020. Direkt nach den Selektionen werden die Bobschlitten nach Übersee verschickt. Am 29./30. November 2019 findet der erste Weltcup der Saison in Park City/USA statt. (skl/Foto: skl)