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16. Oktober 2019

Deutscher Rekord und Team-Gold für Pirnaer Rettungsschwimmer

Deutscher Rekord in der Rettungsstaffel und Team-Gold sowie einen Deutschen Vizemeistertitel! Junge Rettungsschwimmer vom Bezirk „Obere Elbe“ der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) aus Pirna haben vor kurzem im westfälischen Hagen den Deutschen Meistertitel an Land gezogen. Ein Staffelsieg ist den aktiven Rettungssportlern aus der Sächsischen Schweiz zuletzt vor 18 Jahren gelungen. Das Team der 13- und 14-jährigen Jungen mit Magnus Bergmann, Riad Drekovic, Per Odrich, Christian Thorhauge und Vincent Wende glänzte während den Staffelwettbewerben bei den 47. Deutschen DLRG-Mehrkampf-Meisterschaften auf der ganzen Linie und gewann mit Abstand auf die Konkurrenz jede Disziplin.

Die jungen Pirnaer Lebensretter jubelten umso mehr, dass sie während der 4 x 50 Meter Rettungsstaffel in einer Zeit von 2:02,49 Minuten einen von insgesamt sieben neuen deutschen Team-Rekorden aufstellen konnten. Das Quintett unterbot im Westfalenbad die bisherige Bestmarke um vier Sekunden. In der Puppenstaffel schrammte die Mannschaft zudem mit einer Sekunde am Deutschen Rekord vorbei.

Mit fast 4.000 Gesamtpunkten erzielten die Pirnaer Nachwuchs-Retter der Altersklasse 13 /14 ihr bislang bestes Ergebnis bei einer Deutschen Meisterschaft, verrät die Statistik. Außerdem ist die DLRG „Obere Elbe“ Pirna zum zweiten Mal in einer Mannschafts-Disziplin deutscher Rekordhalter. Denn schon 2017 sorgte das Team in der Rettungsstaffel für eine neue Bestmarke, die noch heute aktuell ist.

Die erfolgreichen Jungs, die die beiden starken Teams aus Bad Wünnenberg (Nordrhein-Westfalen) und dem Halle-Saalekreis (Sachsen-Anhalt) hinter sich ließen, waren vor zwei Jahren in der Altersstufe der Zwölfjährigen ebenfalls in Hagen Deutsche Vizemeister geworden und hatten damals mit ihrer Silbermedaille nach 16 Jahren erstmals wieder Edelmetall bei einer Deutschen DLRG-Meisterschaft für die Pirnaer geholt. Mit dem Sieg der 13- und 14-Jährigen erreichten nach 2001, als die 15- und 16-Jährigen aus Pirna mit ihrer Staffel Deutsche Meister worden, zum zweiten Mal Schützlinge von Landestrainerin Imke Odrich die deutsche Spitze.

Das Team der zwölfjährigen Mädchen mit Alma Drekovic, Emma Ebert, Fiona Kirbach, Marlen Klose und Marie Leuteritz konnte sich außerdem gegenüber den Sachsenmeisterschaften erheblich verbessern und kam im nationalen Vergleich eher unerwartet auf einen starken fünften Platz unter 24 Staffeln. Damit erfüllte es ihr selbst gestecktes Ziel, unter die Top 10 zu kommen.

Die Mannschaft der Männer, das dritte Pirnaer Team mit Marcus Diller, Justus Feron, Alexander Vièl, Christian Jentzsch  und Farshid Mahmoudi, landete mit einem 15. Platz im Mittelfeld.

In den Einzelwettbewerben ging eine weitere Medaille an einen Rettungsschwimmer von dem in Pirna ansässigen Bezirk „Obere Elbe“. Vincent Wende aus Gohrisch  wurde  den Erwartungen gerecht und Deutscher Vizemeister. Der 14-Jährige musste sich nach einem beherzten Kopf-an-Kopf-Rennen einem Gleichaltrigen aus dem nordrhein-westfälischen Hochneukirch geschlagen geben. Kurz vor der finalen Disziplin 50-Meter-Retten mit Flossen hatte Wende nur wenige Hundertstelsekunden Rückstand.

Landestrainerin Imke Odrich ist mit seinem Resultat dennoch sehr zufrieden: „Vincent hat sich enorm gesteigert, ist in allen Disziplinen persönliche Bestzeiten geschwommen. Mit seinem Ergebnis erreicht er bereits die D/C Kadernorm auf Bundesebene“. Bei den Landesmeisterschaften im Mai war der Rettungssportler bereits sächsischer Punktsieger geworden. Noch vor zwei Jahren hatte Vincent Wende bei den Deutschen Meisterschaften als Viertplatzierter das Treppchen knapp verfehlt. Sein Teamkollege Riad Drekovic  aus Heidenau landete diesmal auf dem zwölften Platz.

 Mit der Gold-Medaille der Jungen und dem Vizemeistertitel von Vincent Wende machten die Pirnaer im Gesamtklassement aller Teams gegenüber den Vorjahren einen weitere Sprung vorn und landeten auf dem 13. Platz von angetretenen 99 Mannschaften.

Weitere Platzierungen der Rettungsschwimmer vom DLRG Bezirk „Oberes Elbtal“ Pirna: Altersklasse (AK) 12 weiblich: Marlen Klose – 22. Platz, AK 13/14 männlich: Riad Drekovic – 12. Platz, Constantin Heinze – 16. Platz, AK offen männlich – Farshid Mahmoudi – 24. Platz.

Bei den Titelkämpfen in Hagen, dem „Tor zum Sauerland“, standen insgesamt rund 1200 der besten Rettungsschwimmer aus der ganzen Bundesrepublik im Wettbewerb nach internationalem Regelwerk. Im Westfalenbad ermittelte die ehrenamtlich tätige Wasserrettungsorganisation, die 1913 in Leipzig gegründet wurde, ihre diesjährigen Deutschen Meister. Die Retter schwimmen dann aber „nicht einfach nur“, sondern bewältigen dabei Disziplinen, die an reelle Einsätze angelehnt sind. Bei mehreren Schwimmsprints mussten die Aktiven unter anderem wassergefüllte Puppen schleppen, mit Flossen schwimmen, unter Hindernissen durchtauchen und mit Gurtrettern umgehen.

Die jungen Rettungsschwimmer aus Pirna haben sich in diesem Jahr erneut mit einem Trainingslager im Sportpark Rabenberg im Erzgebirge und zusätzlichen Trainingseinheiten auf den Saisonhöhepunkt vorbereitet. Außerdem erhielten sie Hilfe vom Triathlon-Nationaltrainer aus dem Iran. Er ist mit dem für Pirna startenden Farshid Mahmoudi, ehemaliger Nationalschwimmer aus dem iranischen Tonekābon am Kaspischen Meer befreundet. Nicht zuletzt unterstützte eine Stiftung aus der Schweiz die jungen Lebensretter bei der Ausstattung. (Text/Foto: Daniel Förster)