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4. Oktober 2019

Volle Kraft voraus in Richtung Rekord

Beim Internationalen Startwettkampf am 5. Oktober in Oberhof bringen Deutschlands beste Bob- und Skeleton-Asse den eisigen Untergrund zum Glühen. Bei den dort ausgetragenen Deutschen Anschubmeisterschaften soll auch Doppel-Olympiasieger Francesco Friedrich dabei sein. „Nach Rücksprache mit dem Bundestrainerteam sieht es so aus, dass ich dort im Zweier starte“, erklärt der 29-jährige Bobpilot vom BSC Sachsen Oberbärenburg.

Der amtierende Weltmeister im Zweier- und Viererbob aus Pirna bereitet sich derzeit intensiv auf die neue Saison vor, die ihren Höhepunkt bei den Heim-Weltmeisterschaften von 17. Februar bis 1. März 2020 in Altenberg haben wird. Dort will er dann vor allem Gold im Zweierbob holen, den sechsten Titel im kleinen Schlitten in Folge. Das wäre neuer alleiniger Rekord. Die bisherige Bestmarke von Eugenio Monti von 1961 hatte Friedrich bei der vorigen WM in Whistler bereits eingestellt.
Im Kraftraum auf dem Vereinsgelände in VfL Pirna-Copitz stemmt der aktuell beste Bobpilot der Welt Gewichte. 200 Kilogramm liegen auf, während er in die Kniebeuge geht. Dann beantwortet der Pirnaer noch geduldig die Fragen von zwei Zehntklässlern des Pirnaer Herder-Gymnasiums. Sie wollen das Interview für eine Projektarbeit nutzen. Anschließend setzt Friedrich sein Krafttraining fort.
Der Ausnahmeathlet will am Sonnabend in Oberhof mit seinem jüngsten Anschieber Alexander Schüller vom SV Halle an den Start gehen. „Er war der mit Abstand beste beim Leistungstest vor einigen Tagen“, erklärt Friedrich. Seine anderen Anschieber aus dem WM-Team von Whistler, Thorsten Margis, Candy Bauer und Martin Grothkopp, sollen sich in den kommenden Woche weiter auf die Saisonvorbereitung konzentrieren, ehe es richtig ernst wird.
Nach den Deutschen Meisterschaften in rund fünf Wochen in Altenberg steht fest, wer für Deutschland beim Weltcup antritt. Ende November startet die höchste internationale Rennserie in Park City in den USA. „Bis dahin gibt es noch einiges zu tun für uns“, erklärt Friedrich, der zum Auftaktrennen in Übersee „sehr wahrscheinlich“ mit dem 22-jährigen Alexander Schüller an den Start gehen wird. Er habe sich das durch die jüngsten Leistungen verdient.
Was seine Bobschlitten betrifft, gebe es noch Fragen. Endgültige Entscheidungen zu den Wettkampfgeräten für diesen Winter seien noch nicht getroffen worden. Der Pirnaer Champion will daher die kommenden Wochen bis zum Weltcupstart noch nutzen, um zu tüfteln und das Material auf Topniveau zu bringen. „Mal sehen, ob ich dann noch an den Deutschen Meisterschaften in Altenberg teilnehmen werde“, so Friedrich. Er ist als einziger Bobpilot gesetzt. Welche Teams die weiteren zwei deutschen Tickets bei den Männern bekommt, entscheidet sich nach den Selektionen im November.
Sehr große Chancen im Rennen um die Startplätze haben vom BSC Sachsen Oberbärenburg auch wieder der Dresdner WM-Dritte im Zweierbob, Nico Walther, und bei den Frauen die Vizeweltmeisterin Stephanie Schneider. (skl/ Fotos: skl)