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17. September 2019

Adam Ťoupalík hat bei 44. Volksbank Classics „Rund um Sebnitz“ die Nase vorn

Der prestigeträchtige, ostdeutsche Rennradklassiker „Rund um Sebnitz“ (seit 1953) hat einen neuen Sieger: Adam Ťoupalík, 23 Jahre alt, ein erfolgreicher Tscheche, der in der diesjährigen Straßensaison im Trikot des UCI Continental Teams Sauerland NRW p/b SKS Germany fährt, 2018 eine Etappe des Arctic Race of Norway (2.HC) gewann und Sechster der Boucles de la Mayenn (2.1) wurde, aber auch im Gelände Stärken zeigt und 2016 Cross-Vize-Weltmeister in der U23 wurde. Nach einem spannenden Rennen – 20 Runden auf der 6,54 Kilometer langen Berg- und Tal-Runde der Kunstblumenstadt (je 92 Höhenmeter) über insgesamt 130 Kilometer (zwei Runden mehr als im Vorjahr mit 117 km) gewann der Rennfahrer aus Südböhmen im Schlusssprint einer 20-köpfigen Gruppe mit wenigen Radlängen Vorsprung den vorletzten Bundesliga-Lauf. Als Ťoupalík nach 3:15:52 Stunden auf dem Sebnitzer Marktpflaster vor der Volksbank jubelnd über die Ziellinie rollte, hatte er Dominik Bauer (21) vom nordrhein-westfälischen Team Dauner Akkon Pro Cycling (Köln) und Florenz Knauer (30) vom mittelfränkischen Continental Team Herrmann Radteam (Bayern) hinter sich gelassen.

Bei dem Männerrennen der „Müller – Die lila Logistik Rad-Bundesliga“ – das zweite Mal in Folge ausgerichtet vom Sebnitzer Radfahrverein 1897 – ging es von Anfang an richtig zur Sache. Nach anfänglichen erfolglosen Ausreißversuchen hatte sich das Feld der 104 Starter in der vierten Runde in zwei Gruppen gesplittet. Jedoch gehörten die Führenden der Bundesliga-Einzelwertung Jonas Rutsch (21) vom rheinland-pfälzischen Team Lotto-Kern Haus, John Mandrysch (22), vom Team P&S Metalltechnik Thüringen und Christopher Hatz (27) vom Herrmann Radteam, die in der Punktwertung recht nah beieinander liegen, zu den Verfolgern. Es lag auf der Hand, dass das nicht bis zum Finale so bleiben würde.

Fünf Runden (rund 30 Kilometer) vor Schluss machte das Thüringer Team P&S Metalltechnik auf Ansage ihres Chefs in der hinteren Gruppe richtig Druck, so dass ein Loch riss. Mandrysch und Rutsch gelang dabei der Sprung an die Spitze, die bis zu zwei Minuten voraus vor. Im Finale wurde weiter attackiert. Letztlich lief alles wieder zusammen. Im Sprint um den Sieg eroberte John Mandrysch als Tagesvierter das Führungstrikot in der Einzelwertung von Jonas Rutsch, der Fünfter geworden war, zurück. Die Thüringer Radsportler von P&S freuten sich, dass ihre risikoreiche Taktik, möglichst lange zu warten und kurz vor dem Ende kontrolliert nach vorn zu fahren, aufging. „Denn auch an der Spitze wurde ordentlich Radrennen gefahren und ständige Attacken sorgten für einen spannenden Verlauf“, so Rennleiter Markus Weinberg. Das Team Sauerland NRW p/b SKS Germany mit Tagessieger Adam Ťoupalík sicherte sich auch den ersten Platz in der Mannschaftswertung.

Etwas Wehmut herrschte bei Lokalmatador Frederik Hähnel – im Vorjahr hatte er sich über sechs Runden in der ersten ernst zu nehmenden Spitzengruppe behauptet und mit dem 29. Platz gefinisht. Der 23-Jährige aus Neustadt in Sachsen verfolgte das Renngeschehen gezwungenermaßen in den Zuschauerreihen. Seit Saisonbeginn im Frühjahr plagt den Leistungssportler vom KED-Stevens Radteam Berlin das Pfeiffer-Drüsenfieber. Die langwierige Erkrankung zwang ihn zu einer längeren Pause. Nach dem er die wohl langsam überstanden hat und auch die Ansteckungsgefahr für Dritte gebannt scheint, freute er sich, dass er in Sebnitz seine Teamkollegen wieder treffen konnte. Mit Beginn der Cross-Saison Ende des Monats will er in das aktive Geschehen zurückkehren. (Daniel Förster)