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8. September 2009

Hainsberger SV gewinnt beim 24 Stunden Schwimmen

Schwimmen, schien für die meisten Hainsberger Schwimmer bisher mit 4 mal Training in der Woche und einem Wettkampf am Wochenende das Maximale an möglicher Leistungserbringung zu sein. Die Gesichter in der Nacht vom vergangenen Samstag zu Sonntag erzählten im Lausitzbad in Hoyerswerda eine ganz andere Geschichte. Bei der 11. Auflage des 24-Stunden-Schwimmens des SSV Hoyerswerda traten 17 Hainsberger Schwimmer erstmals bei so einem Event an. Schwimmen ohne Pause.

 

In drei Teams aufgeteilt und durch fünf Schwimmer aus Dresden unterstützt, galt es, eine Stunde Schwimmen und zwei Stunden Pause und das 24 Stunden lang. Dabei musste ein Sportler pro Verein im Wasser sein. Was anfangs leicht und spaßig klingt, entwickelt sich zu einer schmerzenden Erfahrung für so manchen Teilnehmer.

Voller Elan und Willensstärke gingen die ersten Schwimmer ins Wasser. „Die meisten von ihnen machten jedoch den Fehler und fangen auf der jeweilig zu schwimmenden 50 m Teilstrecken viel zu schnell an“ erklärt Trainer Sebastian Halgasch. „Das kann sich am Ende sehr schnell rächen“ so Halgasch weiter. Doch schon nach der ersten Stunde führten die Hainsberger mit geschwommenen 6 km deutlich, dabei wurde ein Tempo von unter 30 sec für 50 m Freistil geschwommen. Erschwerend kam hinzu, dass seit Beginn des Wettkampfes um 11.00 Uhr das Wetter immer ungemütlich wurde, welches die Schlafpausen im Zelt nahezu unmöglich machte.

 

Aber auch diese Umstände konnten der guten Stimmung nicht Schaden. Lutz Gerstner, seines Zeichens mit 44 Jahren ältester HSV Teilnehmer und Vater von Tom und Pia, die ebenfalls mit schwammen, ging dabei mit gutem Beispiel voran. „Ich habe mich in der ersten Stunde auch übernommen und bin zu schnell los geschwommen.“ so Gerstner. „Jetzt heißt es Zähne zusammenbeißen und durchhalten.“

Die nächsten Stunden vergingen wie im Flug, Schwimmen, Ausruhen, Essen und das ganze von vorn. Die gute Stimmung im Team äußerte sich auch in den sportlichen Leistungen. Mit Spaß und Freud geht doch um so einiges leichter und so wuchs und wuchs der Vorsprung zu den anderen Mannschaften. Highlight des 24h Schwimmen ist der Mitternachtspokal, der immer zur Halbzeit der 24 Stunden von 23.00 bis 24.00 Uhr ausgetragen wird. Die Mannschaft, welche in dieser Stunde die meisten Meter schwimmt, bekommt einen Pokal. Die Hainsberger starteten furios und konnten sich gleich zu Beginn an die Spitze setzen. Nach quälend langen 60 Minuten wurden 6,4 km erreicht und mit über 300m Vorsprung der Pokal gewonnen. Leider hatten sich bei diesem Zwischenspurt die Hainsberger übernommen und mussten dem hohen Tempo Tribut zollen. Die nächsten Stunden wurden zur Qual. Waren die Gesichter die Stunden zuvor fröhlich, so wendete sich das Blatt. Zwischen 4.00 und 5.00 Uhr war der Tiefpunkt erreicht. Jeder saß für sich in einer Ecke und rang mit der Müdigkeit. Die, die schwimmen mussten, schwammen wie Anfänger, die gerade das Seepferdchen bestanden hatten. „Gott sei Dank ging es den anderen Teams genauso“ erklärt Gerstner. Nach dieser überstandenen Schwächephase kam das Frühstück gerade recht. Von 7.00 bis 10.00 Uhr rissen sich alle Hainsberger Schwimmer noch einmal zusammen.

 

In der letzten Stunde war der Sieg den Hainsbergern nicht mehr zu nehmen und es wurden allerhand Späßchen gemacht. So schwammen manche mit verrückten Badekappen oder tauchten soweit es ging. Auch Kai Gerstner (11 Jahre), der seine Geschwister und seinen Vater eigentlich nur abholen wollte, sprang noch einmal in die Fluten und verhalf damit seinem Vater zu ein paar Minuten mehr Pause, die er auch sichtlich nötig hatte. Nach 23 Stunden und 55 Minuten fiel die ganze Last und Anstrengung der letzen Stunden von den Hainsbergern ab. Alle freuten sich über den Sieg und zugleich das Bett zu Hause. Nach 133,3 km hatte die Qual ein Ende und die Hainsberger Schwimmer gewannen den Pokal für die 11. Auflage des 24-Stunden-Schwimmens in Hoyerswerda mit über 13 km Vorsprung vor den Zweitplatzierten. Eine Erfahrung, die sich so mancher bei dem Training vorher, anders vorgestellt hatte. (Halgasch)

 

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Lutz und Kai Kerstner                                            Die Siegermannschaft mit Pokal