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23. Januar 2012

Remis im Sachsenderby

Pressemitteilung des HC Sachsen

 

Ein glückliches Händchen hatte der langjährige Hauptsponsor des HC Sachsen, die Ostsächsische Sparkasse Dresden, bewiesen, als das regional führende Kreditinstitut sich den 15. Spieltag der Staffel Ost der Liga 3 der Frauen für seine Spieltagspäsentation aussuchte. Denn die Begegnung von Bärbel Wessels Team mit dem von Dr. Marion Mendel betreuten Bundesliganachwuchs des HC Leipzig hielt am Sonntag in der gut besuchten „factum arena“ – 420 Zuschauer ist Saisonrekord – im Sportforum Neustadt alles, was man sich von einem Derby verspricht.  

In einer von beiden Abwehrreihen dominierten Partie trennten sich die Gastgeber und die in der Tabelle benachbarten „jungen Wilden“ aus Leipzig am Ende mit 19:19 (7:8) und hatten sich über 60 Minuten eine sehr intensive und packende Auseinandersetzung geliefert, bei der jeweils die Möglichkeit zur vorzeitigen Entscheidung bestand und ausgelassen worden war. Punktgewinn, Punktverlust? – das war natürlich nach dem Spiel die obligate Frage, die Trainertalkmoderator Gunter „The Voice“ Giese beiden Mannschaftsverantwortlichen stellte.

 
HCL Juniorencoach Dr. Marion Mendel zögerte da nicht lange. Für sie war es ein Punktgewinn, zumal die „Zeitstrafenverhältnisse“ klar gegen ihre –in manchen Aktionen doch noch etwas sehr ungestüm agierenden – Youngster ausgefallen waren. So gelang es den Gästen mit unbändigem Einsatz nicht nur kurz vor Schluß beim Stand von 17:17 eine Situation doppelter Unterzahl ausgeglichen zu überstehen, sondern, wieder vollzählig, in der 59. Minute sogar nochmals auf 18:19 vorzulegen. Auch als zwischen der 38. bis 45. Minute der vier Tore Vorsprung (8:12) der Gäste durch einen 6:0-Lauf der Gastgeber zum 14:12 gedreht worden war, kamen die HCL-Juniorinnen, mit dem Rücken eigentlich nun schon an der Wand, noch mal zurück ins Spiel und ließen sich nicht abhängen.
 
HCS-Coach Bärbel Wessel sah den Ausgang eher als einen Punktverlust an. Ihr Team hatte bis zur 45. Minute das Spiel zwar gedreht, versäumte es dann aber, in der Schlussphase in doppelter Überzahl den „Sack zuzumachen“ und hatte bereits vorher beim Stand von 17:15 beste Chancen zum zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich vorentscheidenden 3-Tore-Vorsprung ausgelassen. Durch überhastete Abspielfehler fingen sich ihre Damen sogar noch drei einfache Kontertore zum schließlichen 18:19 in der 59. Minute ein, das Petra Janeckova 24 Sekunden vor Ultimo zum 19:19 egalisierte. Es hätte also sogar noch „ganz dumm“ laufen können.

 
Über den gesamten Spielverlauf gesehen war es jedoch wesentlich einer glänzend aufgelegten Katarzyna Wiekiera im HCS-Tor zu danken, dass die Leipziger Youngster nicht bereits in der ersten Halbzeit enteilten. Die Möglichkeiten dazu hatten sie. Erstaunlich, was es ausmachen kann, wenn die ersten beiden Aktionen einer Torhüterin spektakulär gelingen. Es war heute jedenfalls eine ihrer stärksten Leistungen, die Katarzyna Wiekiera im HCS-Trikot geboten hat. Konnte man, neben den Torhüterleistungen, auch mit dem Abwehrverhalten der Gastgeberinnen insgesamt zufrieden sein, sah es in der Offensive vor allem in der ersten Halbzeit anders aus. Denn im Angriffsspiel taten sich die Gastgeber im Aufbau und aus dem Rückraum gegen aggressive und kompakte Leipziger Juniorinnen vor allem in deren Abwehrzentrum lange Zeit sehr schwer. Hinzu kamen auch einige unerwartete technische Fehler. So ging das kombinatorische Zusammenspiel über mehrere Stationen bei weitem nicht so locker und intelligent von der Hand, wie das noch im letzten Heimspiel gegen Blomberg 2 der Fall gewesen war. Erst in der zweiten Halbzeit konnte dann der Druck auf die Leipziger Abwehr mit variantenreicherem Spiel merklich erhöht werden.

Zusammengenommen somit: jedem Team gehörte eine Halbzeit – und deshalb geht die Punkteteilung letztlich auch in Ordnung.

 

Der HC Sachsen spielte mit: Katarzyna Wiekiera, Anne Naumann (beide Tor), Martina Wiele 2, Helena Binova 4, Nicole Eckhardt, Slavka Ninkovic 2, Jenny Kolewa 1, Petra Janeckova 3, Melanie Baier 7/4.