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2. September 2011

Große Trauer im „Wolfsrudel“

Jochen_Wolf.jpgIn wenigen Tagen wird man in Pirna 60 Jahre Leichtathletik feiern. Einer, der fast 40 Jahre davon entscheidend mitgeprägt hat, wird dabei leider fehlen. Jochen Wolf starb am Montagmorgen nach langer schwerer Krankheit. In seinem letzten Wettkampf hatte er keine Chance mehr auf den Sieg. Seine Gegner waren übermächtig und hatten ein ganz gemeines Konzept entwickelt um den 61-Jährigen in die Knie zu zwingen. In seiner Trainingsgruppe, überall liebevoll aber auch respektvoll das „Wolfsrudel“ genannt, und bei seinem Verein LSV Pirna herrschen Fassungslosigkeit.

Für Jochen Wolf war die Leichtathletik wie eine zweite Liebe, der er sich mit viel Hingabe widmete. Ungezählt sind die Stunden, die er in Stadien und Hallen bei Wettkämpfen zugebracht hat. Immer unterstützt von seiner Familie, bei der jetzt alle in Gedanken sind.

Er führte schon zu DDR-Zeiten Athleten seiner Trainingsgruppe bis hin zur Teilnahme an DDR-Meisterschaften und Pokalendrunden, von denen sie überaus erfolgreich zurückkamen. So gab es 1990 für seine damalige AK 16/17 weiblich In Eberswalde-Finow den DDR-Pokal. Zum Team gehörten damals Anke Richter, Kerstin Pflug, Ina Ullrich, Sandra Knötig und Cornelia Wendt. Im gleichen Jahr war er Gründungsmitglied des neuen Vereins LSV Pirna, der aus der Sektion Leichtathletik der BSG Fortschritt Pirna hervorging. Er gehörte dem ersten Vorstand als 2. Vorsitzender an. Als Übungsleiter verschrieb er sich dann mehr der älteren Generation, die auch überaus erfolgreich war. Titel und zahlreiche Medaillen bei internationalen und Deutschen Meisterschaften, wie von Bärbel Kullmann, Gerhard Gnauck, Günter Werrmann und zuletzt Dietmar Müller sprechen eine deutliche Sprache. Dieser Erfolge werden immer in Verbindung mit Jochen Wolf bleiben. In Sachsen gehörte seine Trainingsgruppe zu den Besten bei Landesmeisterschaften. Jochen Wolf hat auch als Kampfrichter und Wettkampfleiter bei vielen Veranstaltungen im Pirnaer Stadion „Am Kohlberg“ mitgewirkt und damit an der sehr guten Tradition der Pirnaer Veranstaltungen mitgeschrieben. 

Jochen Wolf wurde für seinen Einsatz im Sport mit der Ehrennadel des Landessportbundes Sachsen in Silber, mit der Ehrennadel des Leichtathletikverbandes Sachsen in Gold, der Ehrennadel und dem „Joker“ des Kreissportbundes geehrt.

In diesem traurigen Moment fällt es selbst mir als langjährigen Wegbegleitern schwer die passenden Worte zu finden. Deshalb kann ich den letzten Gruß auch nur mit Tränen in den Augen schreiben. Jochen, tschüss und Danke für Alles. (WoVo)