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15. Februar 2017

Ein Hauch von Freischütz und Napoleon

Pressemitteilung der 1. Schützengilde Freital „Sachsen 90“ e.V.

Die Szene erinnert ein wenig an Karl Maria von Webers „Freischütz“ in der Wolfsschlucht. Der Erste Schützenmeister der Freitaler Gilde spuckt noch einmal abergläubisch auf seine selbstgegossenen Bleikugeln. „Diese hat ihr Ziel schon einmal getroffen“, lächelt Siegfried Edelmann in Richtung der Schießleitung und stopft mit dem Ladestock das runde Geschoss in den Lauf seiner Perkussionspistole im Kaliber 45. „Fünf Schuss Probe“, ruft der Schießleiter von der Seite. Und Edelmann, einer der Gründer der 1. Schützengilde Freital „Sachsen 90“ e.V., legt ein Zündhütchen ein und visiert die in 25 Metern auf gehangene Pappscheibe an. Nach knapp zehn Sekunden bricht der Schuss. Ein Feuerball vor dem Lauf. „Treffer links oben“, schallt es vom Schießleiter, der mit einem Spektiv die Ringe im Auge behält. Am Ende trifft der Vereinsvorsitzende immerhin 27 Ringe mit 5 Schuss und einen auf die Königsscheibe.

Kurz zuvor hatte Vereinsmitglied Manfred Krempe seiner Perkussionspistole im Kaliber 44 eine Portion Schwarzpulver eingefüllt und mit einem gefetteten Schusspflaster die fingergroße Rundkugel hinunter in den Lauf gestopft. Zwei Minuten Ladevorgang für einmal „Blobb“. Denn das historisch anmutende Vorderlader-Schießen stammt aus der Zeit der napoleonischen Kriege. „In der Einladung wurde auf historische Kleidung Wert gelegt“, erzählt der 78-jährige. Fein säuberlich hat er am Ladetisch seine Utensilien aufgebaut, um jede einzelne Bleikugel zu laden. Und dann zielt der Senior.

Auch auf 50 Metern wurde mit dem Perkussionsgewehr getroffen. Sieger wurde Rolf Krompholz mit 38 Ringen, gefolgt von Dr. Wolfgang Rösler (37) und Siegfried Edelmann (37). Vereinsmitglied Dr. Rösler gewann mit der Perkussionspistole 41 Ringe. Zweiter wurde Matthias Eberlein. Auf den dritten Platz kam Andreas Höntsch. Den Sieg mit dem Perkussionsrevolver errang als einziger Starter Michael Lorenz mit 29 Ringen.

„Ich freue mich, in unserem Verein eine solche Vielfalt an Menschen mit ihren Interessen für die große Anzahl sportlicher Disziplinen zu haben“, erzählt nach dem Wettkampf Siegfried Edelmann. Der Sportleiter des Vereins, Tino Raitschitzsch ergänzt seinen Vorstandskollegen. „Wir sind nicht nur mindestens einmal im Monat bei vereinsinternen Wettkämpfen mit vielen Teilnehmern dabei“. Wie kürzlich beim „Makarov-Cup“ der PSSG oder dem Neujahrsschießen in Kurort Hartha ist die SGi Freital auch bei anderen Schützenvereinen Gast. Am 25. März freut er sich auf den Kreiseröffnungswettkampf im Großkaliber. „Auch dafür werden ehrenamtliche Helfer benötigt“, und denkt dabei an die knapp 500 Vereinsmitglieder der Freitaler Schützengilde. (Marco Klinger)

 

Link zu den Ergebnissen: http://ssk5.de

 

Link zur 1. Schützengilde Freital „Sachsen 90“ e.V.: www.schuetzengilde-freital.de