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16. September 2015

Heidenau feiert Bronze bei Deutscher Meisterschaft

SSV Heidenau - DM Bronze 2015Bardowick/Niedersachsen. Mit dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Deutschen Meisterschaft im Feldfaustball kehren die Heidenauer Männer der Altersklasse 45+ nach Sachsen zurück. Damit schreiben sie ein weiteres Kapitel in der so erfolgreichen Abteilungsgeschichte.
Am zurückliegenden Wochenende nahmen die Männer um Spielführer Uwe Jänichen als amtierender Deutscher Hallenmeister und aktueller Süddeutscher Meister im Feldfaustball an den Deutschen Meisterschaften in Bardowick teil. Mit viel Selbstbewusstsein nahm der Heidenauer Tross den beschwerlichen Weg in den 450 Kilometer entfernten Spielort bei Lüneburg auf. Als Ziel wurde die erste Medaille im Feldfaustball überhaupt – egal welche Farbe sie auch haben möge – ausgegeben. Doch die erste Hiobsbotschaft kam schon vor der Abfahrt am Freitag. Verletzungsbedingt konnte der für die Abwehr gesetzte Zweitligaspieler Heiko Fischer die Reise nach Norddeutschland nicht mit antreten. Als weiteres Handicap für die Mission „Medaille“ war der Einsatz des Heidenauer Kapitäns Uwe Jänichen fraglich. Letztlich konnte ihn aber der als Trainer fungierende Dirk Hocher zur Teambesprechung begrüßen – wie auch Torsten und Holger Martin, Harald Kaiser, Torsten Stimper, Jörg Fritzsche, Andreas Beer und den neu in die Mannschaft gerückten Andreas Kretschmann.
Am Samstag wurde es dann ernst. In Gruppe B hieß der Auftaktgegner NHV Schweinfurt. Als Viertplatzierter der Süddeutschen Meisterschaft sollte es die vermeintlich leichteste Aufgabe werden. Der SSV startete mit Andreas Beer und Uwe Jänichen im Angriff, Torsten Martin und Torsten Stimper in der Abwehr sowie Holger Martin im Zuspiel. Doch die Rechnung ging nicht auf. Gewann Heidenau noch Satz 1 mit 11:9, gingen beide Folgesätze mit 7:11 und 8:11 verloren. Anstatt mit 2:0 Punkten in die Meisterschaft zu starten, stand man – auch bedingt durch die Ergebnisse der anderen Mannschaften – schon im zweiten Spiel gegen den SV Moslesfehn mit dem Rücken zur Wand. Nach der unerwarteten Niederlage rückten Harald Kaiser für Holger Martin (Zuspiel) und Jörg Fritzsche für Torsten Martin (Abwehr) in das Team. Doch die Umstellung zahlte sich zunächst nicht aus. Moslesfehn siegte im ersten Satz mit 11:7. Erst im zweiten Durchgang fingen sich die SSV-Männer und drehten den Spieß durch ein 11:8 um. Im Entscheidungssatz spielten sich die Heidenauer vom Druck frei und siegten verdient mit 11:4 zum 2:1-Spielsieg.
In der dritten Partie stand kein geringerer als der Titelverteidiger vom ETV Hamburg der Heidenauer Fünf gegenüber. Heidenau musste verletzungsbedingt wieder die Formation wechseln. Für Harald Kaiser kam Andreas Kretschmann zu seinem ersten Einsatz im SSV Trikot. Aber auch Hamburg musste umstellen. Für den angeschlagenen Hauptangreifer Thorsten „Theo“ Holst rückte der Ex-Merseburger Lutz Vogelpohl in das Aufgebot. Mit 11:5 und 11:9 rief der SSV nun endlich sein Potenzial ab und sicherte sich zwei weitere Zähler auf der Habenseite.
Letzter Gegner in der Vorrunde war die bis dahin ungeschlagene Mannschaft vom HV Wöhren. Die Konstellation war klar. Mit einem Sieg zog man in der Tabelle am Gegner vorbei. Mit einer Niederlage und ungünstigen Ergebnissen auf den anderen Plätzen wäre auch Platz 4 und damit das Ausscheiden in der Vorrunde möglich. Heidenau begann äußerst nervös. In allen Mannschaftsteilen schlichen sich Fehler ein. So siegte Wöhren ohne selbst zu überzeugen in Satz 1 mit 11:9. Wieder wurde beim SSV umgestellt. Auch wenn spielerisch immer noch nicht alles rund lief, wurde endlich verbissen gekämpft. Als Wöhren beim 9:8 dem Satzgewinn nahe war, drehte man auf und setzte sich in der Verlängerung mit 12:10 zum Satzausgleich durch. In der Verlängerung hatte Wöhren nichts mehr entgegenzusetzen. Mit 11:4 wurde so nicht nur Satz und Spiel, sondern auch das direkte Halbfinalticket als Tabellenführer gelöst.
Dem SSV folgten in Gruppe B Hamburg und Moslesfehn in die Finalrunde. In Gruppe A setzte sich der Süddeutsche Vizemeister vom MTV Rosenheim verlustpunktfrei vor dem Leichlinger TV und dem SV Ruschwedel durch. Aus den Überkreuzspielen zwischen den Zweit- und Drittplatzierten gingen Hamburg und Leichlingen als Sieger hervor.
Im ersten Halbfinale siegte danach Rosenheim gegen Hamburg. Hatte das Team um den ehemaligen Nationalspieler Armin Held anfangs noch Probleme mit dem ETV, setzte man sich in der Folge erwartungsgemäß mit 2:1 durch (8:11, 11:4, 11:5).
Das zweite Halbfinale bestritten jetzt Heidenau und Leichlingen, welches sich zuvor klar mit 11:5 und 11:6 gegen Moslesfehn durchgesetzt hatte. Für die Sachsen sollten es Andreas Beer und Uwe Jänichen im Angriff, Holger Martin im Zuspiel sowie Torsten Stimper und Torsten Martin in der Abwehr richten. Heidenau begann stark und setzte sich im ersten Satz gleich mit 6:4 ab. Bis zum Satzgewinn bei 11:7 wurde der Vorsprung stetig ausgebaut. Der zweite Durchgang war anfangs ein reines Angabenspiel. Auf Seiten des SSV punktete Uwe Jänichen immer wieder direkt. Aber auch Stefan Hasenjäger bei Leichlingen zeigte sein Können und glich die Heidenauer Führung regelmäßig postwendend aus. Beim Stand von 6:6 stellte sich die Leichlinger Hintermannschaft besser auf das Heidenauer Angabenspiel ein und zog mit 10:6 davon. Mit 11:7 ging der Satz für die Sachsen verloren. Satzausgleich. Erneut musste ein Entscheidungsdurchgang her. Und wieder startete Heidenau gut. Mit einer 6:5-Führung wechselten die Teams die Seiten. Doch dann ging leider sprichwörtlich gar nichts mehr. Leichlingen spielte wie entfesselt auf und baute seine Führung bis zum Matchball bei 10:6 aus. Heidenau wehrte sich und verkürzte bis auf zwei Bälle, ehe Hasenjäger das Spiel mit einem Angabenass zum 11:8 beendete. So zog Leichlingen schließlich verdient in das Endspiel gegen Rosenheim ein.
Für den SSV galt es, die Niederlage schnell aus den Köpfen zu bekommen und „wenigstens“ das kleine Finale gegen Hamburg zu gewinnen. Heidenau mobilisierte dafür noch einmal die letzten Kräfte. Spätestens zu diesem Zeitpunkt stellte sich der breit aufgestellte Kader als Trumpf heraus. Mit Andreas Beer und Uwe Jänichen im Angriff, Holger Martin im Zuspiel sowie Torsten Stimper und Jörg Fritzsche in der Abwehr wurde sprichwörtlich das letzte Aufgebot in das Spiel geschickt. Das Hamburg auch am zweiten Meisterschaftstag besiegbar sein sollte, zeigte sich schnell. Mit dem wohl besten Spiel des SSV an diesem Wochenende wurde Hamburg glatt in zwei Sätzen besiegt (11:8, 11:2). Im Anschluss war die Freude riesig, konnte man doch nun erstmals und endlich auch im Feldfaustball eine Meisterschaftsmedaille mit nach Hause nehmen. Das dramatische wie hochklassige Finale gewann danach Leichlingen gegen Rosenheim mit 2:1 (6:11, 11:7, 11:7).
Heidenau um Uwe Jänichen, Torsten Martin, Holger Martin, Andreas Kretschmann, Harald Kaiser, Jörg Fritzsche, Andreas Beer und Torsten Stimper einen herzlichen Glückwunsch zu DM-Bronze. Glückwünsche gehen außerdem an den neuen Deutschen Meister aus Leichlingen und den Vizemeister aus Rosenheim.
Abschließend möchte sich das Team für die tolle Unterstützung im Verein, in der Abteilung und bei den Sponsoren – insbesondere bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden als Hauptsponsor – auf das Herzlichste bedanken. Ohne diesen Rückhalt wäre eine Teilnahme an Deutschen Meisterschaften oder regionalen Titelkämpfen nicht möglich. Danke. (Bericht: Dirk Hocher).