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12. März 2015

Pirnaer Lebensretter glänzen in Brno

RSGRANDPRIX-F9228Pirna/Brno. Mit diesem Paukenschlag hatte niemand gerechnet: Die Pirnaer Rettungsschwimmer sind beim internationalen Rettungssport-Grand-Prix „Moravië“ im tschechischen Brno (deutsch: Brünn) auf Anhieb auf dem Siegerpodest gelandet. Und das beim ersten Start mit einer eigenen Mannschaft. Das Team der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) vom Bezirk „Obere Elbe“ holte bei der simulierten Rettungsübung (SERC, Simulated Emergency Response Competition) den Bronzepokal. In der Königsdisziplin der Rettungssportler musste die Auswahl aus der Sächsischen Schweiz lediglich den beiden tschechischen Männer-Teams aus Blansko (deutsch: Blanz) in Südmähren und Soběslav (deutsch: Sobieslau) in Südböhmen den Vortritt lassen. Den Copitzer Justus Feron, den während dieser Übung den Einsatz seiner Pirnaer Mitstreiter koordinierte, macht das Ergebnis stolz. „Wir haben sogar die beiden Teams deutschen DLRG-Nationalmannschaft hinter uns gelassen“, berichtet der 19-Jährige. Die Männer bei den Leistungskadern wurden Achte und die Frauen kamen auf den 14. Platz. 280 Sportler mit 23 Teams aus neun Nationen – Schweiz, England, Norwegen, Belgien, Polen, Slowakei, Schweden, Deutschland und Tschechien – gingen beim Grand Prix in Brno ins Wasser.
Ohne zu wissen, was kommt, wurden Robert Gleibs (17), Tom Hiekel (17), Eddie Balske (16), Christian Jentzsch (18), Alexander Vièl (18) und Justus Feron genauso wie die anderen 26 Teams im Stadtschwimmstadion Lužánky mit einem Unfallszenario konfrontiert, das dort im 50-Meter-Becken dargestellt wurde. „Beim Start eines Drachenbootwettkampfs war das hintere der beiden Boote mit 18 Insassen gekentert“, erläutert Feron die Situation, die bis zum Schluss geheim gehalten wurde. Innerhalb von dreieinhalb Minuten mussten die sechs Lebensretter folgerichtig Handeln und so vielen „Opfern“ wie möglich helfen und mit lebensrettenden Maßnahmen bestmöglich den Notfall meistern. „Wichtig war ein organisiertes Vorgehen, auch von der Reihenfolge her. Schwerverletzte sollten möglichst zuerst an Land gebracht werden. Es ging auch darum, Rettungsmittel wie Rettungsbrett, Gurtretter und Boot sowie ein Funkgerät sinnvoll einzusetzen“, berichtet Feron. Die Lebensretter ließen den Drachenbootwettkampf abbrechen, warfen denen, die um Hilfe schrien, Schwimmhilfen zu oder ließen sie am Boot festhalten, schleppten Bewusstlose an Land. „Allein wegen des großen organisatorischen Aufwandes ist das eine Disziplin, die wir im Vorfeld nie trainieren können“, verdeutlicht Feron die Schwierigkeit.
Außer bei der simulierten Rettungsübung konnte sich die DLRG Obere Elbe im Wettbewerb der Mannschaften bei der Puppen-Rettungsstaffel über viermal 25 Meter gut platzieren. Eddie Balske, Christian Jentzsch, Alexander Vièl und Justus Feron wurden Neunte. Auch in den Einzelentscheidungen hielten die jungen Männer im internationalen Maßstab durchaus mit. Beim Bootfahren über 100 Meter und Retten einer Puppe landete Christian Jentzsch auf dem 11. Platz und Justus Feron auf dem 12. Platz – unter 32 Startern.
Über eine neue persönliche Bestleistung freute sich Christian Jentzsch. Der Neuzugang im Team verbesserte sich beim Super-Lifesaver, der größten Herausforderung des Wettkampfes um fünf Sekunden. Auf der 200-Meter-Strecke, bei der nach der Hälfte der Distanz Gurtretter und Flossen angelegt, damit geschwommen und unterwegs eine mit Wasser gefüllte Puppe geschleppt wird, kam er in einem 42-köpfigen Starterfeld hinter seinem Teamkollegen Alexander Vièl – ebenfalls ein Neuzugang – auf den 17. Platz.
Im Gesamtklassement der Teams erreichte die DLRG Obere Elbe den 15. Platz. Den Rettungssport-Grand-Prix „Moravië“ gewann zum zweiten Mal in Folge die deutsche DLRG-Nationalmannschaft. Die sächsische Auswahl, die entgegen der Pirnaer ebenfalls mit den Ergebnissen zweier Mannschaften (also weiblich und männlich) gewertet wurde und in dessen Reihen die Elbestädter früher starteten, landete auf dem 10. Platz.
Sind die Pirnaer im nächsten Jahr erneut mit einem eigenen Team im Rennen? „Auf jeden Fall. Wir sind hoch motiviert. Wir wollen ja schließlich unseren Pokal verteidigen“, sagt Justus Feron. Gemeinsam mit seinen Leuten freut er sich schon darauf. (Text und Foto: Daniel Förster)