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10. Februar 2015

SSV-Faustballer lösen Ticket zur Deutschen Meisterschaft der Männer 35+

(C) Rouven SchönwandtFrammersbach. Am vergangenen Samstag reiste der SSV Heidenau als amtierender Deutscher Vizemeister der Altersklasse 35+ im Hallenfaustball zur Süddeutschen Meisterschaft in das unterfränkische Frammersbach. Pünktlich um 6:00 Uhr begab sich das Team um Trainer Torsten Martin auf den 450 Kilometer weiten Weg, an dessen Ende der Heidenauer Erfolgsgeschichte ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden sollte. Kurz vor Beginn der offiziellen Eröffnung erreichte der SSV um 11:00 Uhr den Spielort. Die Beine von der Anfahrt noch etwas schwer sah man, dass sich die Kontrahenten vom TV Eibach, dem NLV Stuttgart-Vaihingen, dem TSV Schwieberdingen und vom gastgebenden TuS Frammersbach bereits akklimatisiert hatten.

Im ersten Spiel der Meisterschaft standen sich die zwei bayerischen Teams aus Eibach und Frammersbach gegenüber. Nach zunächst ausgeglichenem Spielverlauf setzte sich Eibach in 2:0 Sätzen durch (11:9, 11:5). Die zweite Partie bestritten die beiden Württembergischen Vertreter. Dabei ging Vaihingen in der Verlängerung mit einem 2:1 gegen Schwieberdingen als Sieger vom Feld (11:8, 11:13, 11:5).

Nach diesen bundeslandinternen Duellen griff nun Heidenau in die Meisterrunde ein. Mit Eibach um die früheren langjährigen Nationalspieler und Weltmeister Martin Becker und Werner Weghorn wartete gleich ein bereits erfolgreicher Mitfavorit auf den SSV. In der Startformation Uwe Jänichen im Angriff, Dirk Hocher im Zuspiel sowie Torsten Stimper, Andreas Beer und dem neu ins Team gerückten Ronni Schulze in der Abwehr ging man in die Begegnung. Heidenau begann hoch konzentriert. Zu Beginn des ersten Satzes führte man schnell mit zwei Punkten und baute diesen Vorsprung kontinuierlich bis zum 11:6-Satzgewinn weiter aus. Auch im zweiten Durchgang wurde die solide agierende Hintermannschaft des SSV trotz wuchtiger Angriffsschläge von Martin Becker nur selten vor Herausforderungen gestellt. Als Heidenau beim Stand von 5:5 sechs Zähler in Folge gelangen, konnte der Satz mit einem erneut deutlichen 11:5 und damit das Spiel mit 2:0 für den SSV verbucht werden.

Runde 4 sah trotz aufopferungsvoll kämpfender Gastgeber einen weiteren Sieg des NLV Vaihingen (11:6, 11:4). Danach wurde es für Heidenau wieder ernst, wollte man doch nach dem ersten klaren Erfolg gegen Schwieberdingen die nächsten Punkte einfahren. Das Team des TSV, welches Heidenau aus zahlreichen Zweitligaspielen bekannt war, konnte bis zum 2:2 mithalten. Dann setzte sich der SSV – wie schon gegen Eibach – erneut mit sechs Punkten in Serie ab und gewann Satz 1 mit 11:4. Der zweite Spielabschnitt war ein Spiegelbild des ersten. Immer wieder konnte über eine starke Abwehr und ein gut vorgetragenes Aufbauspiel durch Dirk Hocher der bestens aufgelegte Heidenauer Hauptangreifer Uwe Jänichen in Szene gesetzt werden. Mit 11:8 fiel der Sieg zwar knapper aus, doch letztlich ungefährdet zum 2:0-Endstand.

Im Anschluss kam es zum Duell der früheren Deutschen Meister zwischen Vaihingen und Eibach. Letztere waren durch die Niederlage gegen Heidenau unter Druck geraten und mussten gewinnen, um die Chancen auf die Meisterschaft zu wahren. Der Titelverteidiger aber war an diesem Tag zu stark und setzte sich nicht unverdient in 2:0 Sätzen durch (11:7, 11:7).

Dass Heidenau nicht nur fünf starke Spieler im Aufgebot hat, sah man in der folgenden Partie gegen die Gastgeber aus Frammersbach. So wurde rotiert und Torsten Martin rückte für Dirk Hocher in die Abwehr. Gleichzeitig wechselte Andreas Beer in den Angriff, um für die nun greifbare Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft eine weitere Spielvariante testen zu können. Dies gelang zunächst nur bedingt. Auch weil der aktuell noch in der 2. Bundesliga aktive Frammersbacher Schlagmann Jochen Inderwies ein starkes Angriffsspiel inszenierte. Beim 6:8 schien der Satzgewinn für den Gastgeber bevorzustehen. Erst dann kämpfte sich Heidenau zurück und gewann letztlich knapp mit 11:9. Im zweiten Durchgang war die Gegenwehr gebrochen. Trotz der Unterstützung der Zuschauer auf den Rängen setzte sich der SSV mit 11:7 zum 2:0-Spielsieg durch. Garant für diesen Erfolg war einmal mehr der gute Aufschlag von Uwe Jänichen.

Vor dem nun folgenden Spiel um den Titel zwischen Vaihingen und Heidenau sicherte sich Eibach den 3. Platz in der Endabrechnung mit einem 2:0 gegen Schwieberdingen (11:7, 11:7). Heidenau waren die bis dato ebenfalls noch ungeschlagenen Stuttgarter in ihrer Spielanlage aus zahlreichen Duellen in den vergangenen Jahren bekannt. Dennoch überraschte Trainer Torsten Martin mit Ronni Schulze im vorderen Zuspiel und dem – für den vorsorglich geschonten Torsten Stimper – in die Abwehr gerückten Heiko Fischer. Nach einem ausgeglichenen Satzbeginn setzte der SSV ab dem 4:3 zu einem Zwischenspurt an, der erst bei 9:3 enden sollte. In dieser Phase konnten die Aufschläge des gegnerischen Angreifers Markus Löwe sicher von der Heidenauer Hintermannschaft pariert werden. Mit einem sehenswerten Leinenangriff zum 11:5 beendete Uwe Jänichen den ersten Satz zugunsten der Heidenauer.

Vor dem zweiten Spielabschnitt griff der NLV noch einmal in die Trickkiste. Mit einem großzügig geschmierten bzw. mit Ballpflegemittel bedachten Spielgerät sollte der Satzausgleich gelingen. Heidenau wechselte noch einmal. Für den an der Deutschen Meisterschaft aus privaten Gründen nicht teilnehmenden Dirk Hocher rückte Spielertrainer Torsten Martin in das Abwehrzentrum. Trotz in der Folge großer Druckphasen der Stuttgarter rief die Abwehrreihe um Andreas Beer und Heiko Fischer eine grundsolide Leistung ab. Der SSV behauptete über den Satz hinweg seine Führung und verwandelte schließlich seinen Matchball beim 11:7 zum viel umjubelten Satz-, Spiel- und Turniersieg. Als in der abschließenden Begegnung auch noch der Gastgeber 2:0 gegen Schwieberdingen gewann, erreichte die Stimmung in der Halle einen Höhepunkt. Diesen sollten die Heidenauer allerdings nur kurz auskosten können, wartete doch noch die taggleiche Rückfahrt in die sächsische Heimat auf sie.

Mit einer sprichwörtlich weißen Weste von 8:0 Punkten und 8:0 Sätzen sichert sich der SSV Heidenau nicht nur erstmals den Süddeutschen Hallenmeistertitel in der Altersklasse 35+, sondern qualifiziert sich neben Vaihingen und Eibach für die Deutsche Meisterschaft. Die Endrunde, die man 2008, 2013 und 2014 als Deutscher Vizemeister hatte abschließen können, wird am 14. und 15. März im niedersächsischen Spenge stattfinden.

Die Abteilung Faustball des SSV Heidenau gratuliert seinen Süddeutschen Hallenmeistern 2015: Uwe Jänichen, Torsten Stimper, Andreas Beer, Ronni Schulze, Torsten Martin, Heiko Fischer und Dirk Hocher. (Bericht: Dirk Hocher) Foto: Rouven Schönwandt)