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26. März 2014

Heidenauer SV – Deutscher Vizemeister im Hallenfaustball 2014

 IMG_1361Am 22. und 23. März 2014 fand im nordfriesischen Bredstedt die Deutsche Meisterschaft der Männer 35+ im Hallenfaustball statt. Der Heidenauer SV qualifizierte sich als Dritter der Süddeutschen Meisterschaft für das Saisonhighlight.

 

Am Samstag wurde in zwei Fünfergruppen die Teilnehmer für die am Sonntag stattfindende Finalrunde ausgespielt.  Heidenau traf in Gruppe B auf den Süddeutschen Meister vom NLV Stuttgart, den Zweiten der Ostdeutschen Meisterschaft vom SZ Ohrstedt, den Nordvizemeister von Bayer Leverkusen und den Gastgeber vom Bredstedter TSV.

 Im dritten Durchgang der Gruppe B startete der Heidenauer SV in die Meisterschaft. Gegner war kein geringeren als der Deutsche Feldvizemeister 2013 und amtierender Süddeutsche Meister vom NLV Stuttgart. Nach spannendem Verlauf entschied der NLV Satz eins in der Verlängerung mit 12:10. Mit einer taktischen Umstellung zu Beginn des zweiten Satzes lief das Spiel der Sachsen besser und Stuttgart wurde mit 11:5 in Satz zwei besiegt. Somit standen die ersten Punkte – denn in der Vorrunde wurden nur zwei Sätze ausgespielt – auf der Habenseite.

 Im zweiten Spiel des Tages wartete Bayer Leverkusen mit der ehemaligen Erstbundesligatruppe um Nationalmannschaftsüberschläger Jörg Müller auf den HSV. Bayer setzte sofort den HSV unter Druck und zog auf 3 Bälle fort. In dieser Phase hatte die Heidenauer Hintermannschaft mit dem „geschmierten Ball“ der Werksfünf  ihre Probleme. Verdient gewann Bayer mit 11:9 den Satz. Auch Satz zwei schien schnell an die Rheinländer zu gehen. Heidenau fand überhaupt kein Mittel gegen die wuchtigen Angaben von Jörg Müller. Beim 10:5 hatte Bayer fünf Matchbälle zum Sieg. Doch da erwachte der HSV und kämpfte sich von Ball zu Ball ins Spiel. Führte Bayer noch 11:10, so glich der HSV erstmals bei 12:12 aus und zog zum 14:12 davon. Ein umjubeltes 1:1 nach Sätzen gab der Heidenauer Truppe noch mehr Selbstvertrauen für die weiteren Spiele.

 Das Teilnehmerfeld rückte nun noch enger in der Tabelle zusammen. Aus der ersten Spielrunde hatte Heidenau erst 2:2 Punkte mitgenommen. Gegen SZ Ohrstedt sollte mindestens ein Punkt her, um als Gruppendritter die Überkreuzspiele mit dem 2. der Gruppe A zu erreichen.  Heidenau stellte noch einmal um und so startete der HSV mit Uwe Jänichen im Angriff, Torsten und Holger Martin sowie Harald Kaiser in der Abwehr und Dirk Hocher im Zuspiel. Ohrstedt begann stark und führte gleich mit 2 Punkten. Das Team um Herren Nationaltrainer Dirk Neuenfeld und die  ehemaligen Nationalspieler Holger Siebler und Jens Kolb wollte die Schmach aus der letzten Meisterschaft, wo sie gegen den HSV das entscheidende Gruppenspiel verloren hatten, wett machen. Aber auch an diesem Samstag war der HSV einfach zu stark. Die Sachsen gewannen hoch verdient mit 11:7 und 11:8 beide Sätze.

 

Durch den Sieg von Leverkusen im vorletzten Spiel des Tages gegen NLV Stuttgart war für den HSV nun sogar der erste Tabellenplatz in Gruppe B und die direkte Qualifikation für das Halbfinale möglich.  Heidenau begann hoch konzentriert und führte schnell mit 3 Punkten. Der Gastgeber gab sich jedoch nicht geschlagen und verkürzte noch einmal beim 2:4. Doch dann klappte einfach alles bei den Sachsen. Aus einer sicheren Annahme heraus wurde ein ums andere Mal Angreifer Uwe Jänichen in Szene gesetzt. Mit 11:5 und 11:4 war das „Meisterstück“ geschafft. Heidenau stand mit 6:2 Punkten vor den wesentlich höher eingestuften Mannschaften von Leverkusen (5:3), NLV Stuttgart (4:4) und SZ Ohrstedt (4:4) als Gruppenerster fest. Den fünften Platz in dieser spannenden Gruppe belegte der Gastgeber mit 1:7 Punkten.

 

Als Halbfinalteilnehmer standen VfK Berlin gegen Bayer Leverkusen und Heidenau gegen TK Hannover fest.

 Im zweiten Halbfinale wurde es für den HSV nun erst. Das Minimalziel Platz 6 war schon erfüllt. Aber als letztjähriger Deutscher Vizemeister wollte man nun unbedingt eine Medaille. Auf diesem Weg musste der TK Hannover mit den ehemaligen deutschen Nationalspielern und Weltmeistern Ole Hermanns und Udo Schulz sowie den aus Hirschfelde stammenden Mario Rathmann besiegt werden.

 

Der HSV begann nervös. Die Abwehr um Torsten und Holger Martin, sowie Harald Kaiser wackelte. Uwe Jänichen brachte seine gewohnten „kurzen“ Angaben nicht unter und auch im Zuspiel klappte es anfangs durch die geschickte Blockarbeit der Hannoveraner nicht.  Aber bis Mitte des ersten Satzes hielt der HSV zumindest Anschluss. Dann erwachten die Dresdner Randstädter und beim 10:10 war das Spiel wieder ausgeglichen. In dieser für den Satz so entscheidenden Phase hielt die Abwehr und über einen einstudierten Spielzug vollendete Uwe Jänichen zur ersten Führung von 11:10. Begünstigt durch einen Aufschlagfehler siegte der HSV dann mit 13:11 in der Verlängerung. In Satz zwei war der Spielverlauf umgekehrt. Schnell ging der HSV mit 4:1 und 5:2 in Führung. Doch im Wissen der möglichen Finalteilnahme schlichen sich kleine Fehler in die Spielzüge der Heidenauer, so dass dies Hannover routiniert ausnutzte. Beim 9:8 führte Hannover erstmals in Satz zwei. Aber Heidenau kämpfte sich noch einmal zum 9:9 heran. Im Endspurt wurde der TK dann förmlich durch den unbändigen Willen der Sachsen niedergerungen und mit 11:9 Punkten und somit 2:0 Sätzen besiegt.

 

Finale! David gegen Goliath – Heidenauer SV gegen VfK Berlin! Die beiden Gruppensieger vom Vortag hatten sich auch in den Halbfinalspielen durchgesetzt.  Der VfK startete mit Sascha Krause und Jochen Böttcher im Angriff, Christian Lee, Roland Michaelis und dem ehemaligen deutschen Nationalmannschaftskapitän Sascha Ball in der Abwehr. Für den HSV sollten es Uwe Jänichen und Dirk Hocher im Angriff, Holger Martin und Harald Kaiser in der Abwehr und Torsten Martin im Zuspiel richten.

 

Nach etwas nervösem Beginn setzte sich der HSV zu Beginn von Satz eins mit 2 Bällen ab. Die bis dahin starken Angaben des Berliner Schlagmanns konnte die HSV Abwehr entschärfen und im Angriff zu Punkten vollenden. Dann steigerte sich auch die Berliner Mannschaft, welche durchgehend mit Erstligaspielern besetzt war, deutlich. Heidenau hielt bis zum 7:7 dagegen. Dann jedoch musste der HSV seiner dünnen Personaldecke Tribut zollen. Trotz mehrmaliger Chance auf den Punktgewinn klappte es nur noch zum 8:9. Die anderen Punkte zum Satzgewinn von 11:8 erspielten sich die Hauptstädter. In Satz zwei stellte der HSV noch einmal um. Für den verletzten Harald Kaiser kam Andreas Beer ins Team. Der ehemalige Berliner Bundesligaangreifer musste die für ihn ungewohnte Abwehrreihe des HSV verstärken. Diese Aufstellungsvariante klappte anfangs sehr gut. Heidenau führte schnell und erspielte sich im Angriff viele Punkte. Aber auch die Berliner Fünf wechselte innerhalb der Mannschaft und stellte Sascha Ball auf die vordere Annahmeposition. Mit dieser Aufstellung und den nun wieder erstarkten Sascha Krause im Angriff konnten die Heidenauer Fünf nicht mehr mithalten. Trotz großer Gegenwehr ging auch Satz zwei mit 11:8 an die Hauptstädter.

 

In einem spannenden Finale setzte sich der VfK Berlin gegen die Sachsen aus Heidenau letztendlich verdient mit 2:0 Sätzen durch. Auch wenn anschließend die Köpfe kurz beim HSV nach unten gingen, war die Freude auf dem Siegerpodest als DEUTSCHER VIZEMEISTER riesengroß.  Bei der anschließenden 7 stündigen Heimfahrt aus Nordfriesland in den Freistaat nach Heidenau wurde noch einmal richtig gefeiert.

 

Zum deutschen Vizemeisterteam gehörten: Torsten Martin, Uwe Jänichen, Holger Martin, Andreas Beer, Harald Kaiser, Andreas Sawusch und Dirk Hocher

(Dirk Hocher)