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29. November 2013

Sächsische Sportler bereichern erstes deutsches Demokratietrainer-Treffen

LSB-rgb-Slogan_webPressemitteilung des Landessportbundes Sachsen e.V.

Kleiner Ort, große Bedeutung: In Heyrothsberge bei Magdeburg kommen heute und morgen die so genannten Demokratietrainer des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (ZdT) zu ihrem ersten überregionalen Treffen zusammen. Dazu gehören auch fünf Mitglieder sächsischer Sportvereine, die durch das Projekt „Im Sport verein(t) für Demokratie“ des Landessportbundes Sachsen (LSB) ausgebildet wurden.

Gemeinsam mit über 70 Teilnehmern suchen sie nach neuen Wegen, um undemokratischen Verhaltensweisen in regionalen Sportvereinen und Feuerwehrverbänden entgegenzutreten. Organisiert wird die zweitägige Veranstaltung von der Deutschen Jugendfeuerwehr. Der Landessportbund Sachsen hat 2011 sein Projekt „Im Sport verein(t) für Demokratie“ etabliert, dessen Aufgabe die Beratung der Sportorganisation in Gewalt- und Konfliktfällen ist. Nach Heyrothsberge kommen die Demokratietrainer, um in Workshops ihre pädagogischen Fähigkeiten zu vertiefen und regionale Fragestellungen und Probleme in Bezug auf Rechtsextremismus, Partizipation und Toleranz zu erörtern. „Ich denke, wir können hier sehr viel mitnehmen. Besonders die unterschiedlichen Lösungsansätze zu konkreten Fällen werden uns bei der Arbeit helfen“, sagt Nadine Haase, die Leiterin des LSB-Projekts.

 

Schwerpunkt liegt auf Beratung

Eindeutiger Schwerpunkt der Arbeit der Demokratietrainer ist die Beratung im Umgang mit rechtsextremen Einflüssen und intoleranten Verhaltensweisen. „Wir arbeiten präventiv, indem wir extremistische Symbolwelten erläutern und erklären, wie sich unsere Sportler besser vor undemokratischen Einflüssen schützen können“, so Haase. „Wir unterstützen aber auch bei konkreten Vorfällen, indem wir mit Betroffenen sprechen und Aufklärungsarbeit leisten.“

Die Demokratietrainer entwickeln nach ihrer Ausbildung eigene Projekte, um die Mitglieder in ihren Heimatvereinen und -verbänden auf die Herausforderungen in der Gemeinschaft aufmerksam zu machen. Sie verstehen sich als Impulsgeber, Diskussionsführer und vor allem Ansprechpartner für die Vereinsmitglieder. Dabei widmen sich die Trainerinnen und Trainer vor allem dem Thema Rechtsextremismus, aber auch Homophobie und anderen Formen von Intoleranz soll aktiv begegnet werden. Am Ende ihrer Ausbildung sind die Demokratietrainer in der Lage, Strategien und diskriminierende Vorgänge zu erkennen und offenzulegen. Eine Kompetenz, die den Vereinen in der Konfrontation mit undemokratischen Verhaltensweisen hilft.

 

Das Bundesprogramm „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (ZdT)

„Zusammenhalt durch Teilhabe“ (ZdT), das Bundesprogramm des Bundesministeriums des Innern, läuft seit dem 3. September 2010 und soll vorerst bis 2016 fortgesetzt werden. Das Programm fördert in ländlichen und strukturschwachen Regionen Projekte für mehr demokratische Teilhabe und gegen Extremismus und setzt an bestehende Strukturen an. In den neuen Bundesländern haben bislang 110 Demokratietrainer ihre Ausbildung im Rahmen des Bundesprogramms abgeschlossen. Sie engagieren sich in den Landessportbünden sowie in den Verbänden der Landesfeuerwehren. In ihren jeweiligen Organisationen helfen sie bei der Konfliktbewältigung und der Konfrontation mit undemokratischen Verhaltensweisen. Die Nachfrage in den Vereinen nach Workshops oder Einzelberatungen steigt, denn immer mehr Menschen wollen von dem Wissen der Trainer profitieren. In der aktuellen Programmphase sollen weitere 500 Demokratietrainer ausgebildet werden. Dafür werden in der zweiten Programmphase (2013-2016) einige erprobte Projektkonzepte auf ausgewählte Trägerstrukturen in den westdeutschen Bundesländern übertragen und verschiedene Qualifizierungsmöglichkeiten bundesweit angeboten. Auch Arbeiterwohlfahrt, Diakonie, Deutsches Rotes Kreuz und weitere große Verbände beteiligen sich an der Ausbildung von Trainerinnen und Trainern. Das Bundesministerium des Innern hat die Bundeszentrale für politische Bildung (BpB) mit der Umsetzung des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (ZdT) betraut.

 

Weitere Informationen:

Für die Regiestelle des Bundesprogramms „Zusammenhalt durch

Teilhabe“:

Lan Böhm

stellv. Projektleiterin

Telefon: +49 30 254504-445

E-Mail: lan.boehm@bpb.bund.de

Bundeszentrale für politische Bildung

Regiestelle „Zusammenhalt durch Teilhabe“

Friedrichstraße 50

10117 Berlin