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17. September 2013

Faustball – Heidenauer SV wird Siebenter bei Deutscher Meisterschaft

Männer 35 Juli 2013 SDM 1.Platz in HeidenauAm 14./15. September 2013 fanden im badischen Waghäusel die Deutschen Meisterschaften im Feldfaustball der Herren der Altersklassen 35+, 45+ und 55+ sowie der Damen der Altersklasse 30+ statt. Der Heidenauer SV hatte sich als Süddeutscher Meister der Altersklasse 35 + qualifiziert. Das Ziel war die Finalrunde der besten sechs Mannschaften. Dabei war die Erwartungshaltung der Heidenauer durch den Gewinn der Südmeisterschaft auf dem Feld und als amtierender Deutsche Vizemeister in der Halle umso höher.

 

Die Gruppeneinteilung in der Alterklasse 35+ führte den HSV mit den Teams des deutschen Hallenmeisters vom TSV Hagen, dem noch amtierenden Deutschen Vizemeister im Feld vom SZ Ohrstedt, des Westdeutschen Titelträgers vom TV Wünschmichlbach und des TSV Rintheim zusammen.  In Gruppe A spielten die Vereine VfK Berlin, NLV Stuttgart-Vaihingen, SG Bademeusel, TKD Duisburg und TV Dieburg um die Qualifikation zu Finalrunde.

 

Gleich im Eröffnungsspiel der Gruppe B trafen die letztjährigen Finallisten der Hallenmeisterschaft vom TSV Hagen und des Heidenauer SV aufeinander.  Der Heidenauer SV wollte endlich die Negativserie gegen Hagen beenden und startete mit Stefan Schreiber auf Schlag, Spielführer Uwe Jänichen auf Angabe, Dirk Hocher auf Zuspiel, Holger Martin und Heiko Fischer in der Abwehr.

 

Angeführt vom „Jahrhundertfaustballer“ Dirk Schachtsiek kam der TSV wesentlich besser mit den Wetterbedingungen, denn es regnete das ganze Wochenende, und den Platzverhältnissen zu Recht. Heidenau lief im kompletten ersten Satz einem drei Bälle Rückstand hinterher und verlor diesen dann mit 11:6. Der HSV stellte in Satz 2 um. Für Stefan Schreiber rückte Dirk Hocher in den Angriff und Torsten Martin ins Zuspiel. Mit dieser Umstellung wurde das Spielsystem mit einer „zurückgezogenen Mittelposition“ umgestellt. Dies erwies sich als taktische Meisterleistung. Der ehemalige Weltpokalsieger und mehrmalige Deutsche Meister Hagen kam damit anfangs nicht zu Recht und Heidenau konnte durch platzierte Angabepunkte und eine sichere Abwehr einen 3 Bälle Vorsprung sich erarbeiten. Mit 11:6 gewann Heidenau den zweiten Satz und glich in den Sätzen zum 1:1 aus. Nun musste der Entscheidungssatz über den Sieg entscheiden. Hagen gewann die Wahl und entschied sich für die Angabe. In dieser Phase zeigte der Hagener Spielführer Schachtsiek seine ganze Klasse und erzielte fast mit jeder Angabe einen direkten Punkt. Anfangs konnte Heidenau noch mit eigenen Aufschlagpunkten gegenhalten, aber ab dem 5:6 klappte beim HSV fast nichts mehr und so ging der Satz mit 11:8 und das Spiel mit 1:2 Sätzen verloren.

 

Anschließend war der Deutsche Feldvizemeister vom SZ Ohrstedt der Gegner. Ohrstedt hatte sich in der Vorbereitung mit dem Weltmeister von 1990 Holger Siebler, dem ehemaligen deutschen Nationalspielern Jens Kolb (Angriff) und dem heutigen deutschen Nationaltrainer der Herren Olaf Neuenfeld verstärkt. Heidenau ging selbstbewusst und in der Aufstellung des Satzgewinnes gegen Hagen in die Partie. Angeführt vom starken Uwe Jänichen ging der HSV sofort in Führung und baute diese bis zum 10:7 aus. Doch dann stellte Ohrstedt um und Heidenau vorgab zwei Satzbälle. Zwar ging der HSV noch einmal beim Stand von 11:10 in Führung, konnte aber den Satzverlust in der Verlängerung mit 11:13 nicht mehr abwenden.  Gezeichnet und fassungslos von den verpassten Möglichkeiten in Satz 1 startete der HSV mit drei eigenen Fehlern in Satz 2 und kam bis zum Ende von 8:11 nicht auf Touren. Somit siegte Ohrstedt glücklich, aber nicht unverdient mit 2:0 Sätzen.

 

Im Spiel 3 der Vorrunde ging es für die Heidenauer nun um Platz 3 in Gruppe B gegen den TV Wünschmichlbach, welcher die Teilnahme an der Finalrunde bedeutete.

Wünschmichlbach hatte in der ersten Runde den TSV Rintheim deutlich mit 2:0 Sätzen bezwungen und hatte somit bereits 2 Punkte auf der Habenseite. Auch der TV hatte sich um Vorfeld der Meisterschaft mit dem ehemaligen deutschen Nationalspieler Armin Held vom TSV Roth verstärkt. Heidenau setzte nun alle Kräfte frei und wollte unbedingt die erste Finalrunde im Feldfaustball erreichen. Spielführer Uwe Jänichen vertraute noch einmal auf die Startfünf des Ohrstedtspiels. Mit der eigenen Ballwahl im Rücken startete der HSV gut und setzte sich in Satz 1 mit 3 Bällen ab. In dieser Phase des Spiels stand die Abwehr um Holger Martin und Heiko Fischer souverän. Die wenigen Angriffsmöglichkeiten – die Platzverhältnisse wurden bedingt durch den Dauerregen immer schlechter – konnten durch Dirk Hocher zu direkten Punkten umgewandelt werden. Bis zum 10:6 sah alles nach einem sicheren Satzgewinn aus. Kleine individuelle Fehler im Umkehrspiel des HSV machten den Satz noch einmal spannend und Wünschmichlbach kam auf 9:10 heran. Doch es war Uwe Jänichen, der mit einem Angabepunkt den Satz zum 11:9 für den HSV beendete.

In Satz 2 stellte Wünschmichlbach um. Der ehemalige deutsche Nationalüberschläger Armin Held übernahm beim TV mehr Verantwortung und ging auf die Mittelposition. Mit dem ersten Aufschlag setzte Wünschmichlbach den HSV mehr unter Druck und sich gleich zu Beginn mit 4 Bällen ab. Heidenau kämpfte sich zwar noch einmal bis auf 9:10 heran, konnte aber den Satzverlust nicht mehr abwenden.

Nun ging es für die Heidenauer Fünf im Entscheidungssatz um ALLES oder NICHTS! Gezeichnet durch die vorangegangenen 7 Sätze und die begrenzten Wechselmöglichkeiten innerhalb des Teams versuchte der HSV noch einmal alles. Doch das Glück und ein überragender Armin Held auf der Mittelposition ließen den HSV verzweifeln. In einem ausgeglichenen Satzverlauf waren es zwei Angaben, welche den Unterschied ausmachten. Beim Stand von 8:9 aus Sicht des HSV ging ein Aufschlag um Millimeter ins Aus. Auf der Gegenseite hatten die Badener mehr Glück. Ihr Matchball fand beim Stand von 10:9 den Weg genau auf die Außenlinie. Somit feierten die Badener den Einzug in die Finalrunde mit 2:1 Sätzen.

 

Für den HSV ging es im abschließenden Gruppenspiel nur noch um den vierten Gruppenplatz gegen den TSV Rintheim. Heidenau wechselte noch einmal durch und so kam Jörg Fritzsche zum Debüt auf einer Deutschen Meisterschaft und Stefan Schreiber in die Mannschaft.

Enttäuscht vom Vorrundenaus gaben die Heidenauer Satz 1 gegen Rintheim mit 9:11 ab. In einer kurzen aber lautstarken Ansprache beim Satzwechsel wollte Heidenau noch einmal alles geben. In Satz 2 wurde noch einmal auf die Startfünf umgestellt. Ab da lief das Heidenauer Spiel wieder rund. Mit sicheren Annahmen durch Heiko Fischer und Holger Martin brachte der HSV den Rintheimer Schlagmann zur Verzweiflung. Im Umkehrspiel zeigte Stefan Schreiber seine ganze Klasse und sicherte den Satzausgleich zum 11:7 fast im Alleingang. Auch der dritte Satz war ein Spiegelbild des zweiten Satzes. Hier startete der HSV mit einem 4:0 Vorsprung und sicherte sich den Satz mit 11:6 und somit das Spiel mit 2:1.  Als Gruppenvierter qualifizierte sich der Heidenauer SV für die Überkreuzspiele um Platz 7 am Finalsonntag.

 

Bedingt durch die Wetterverhältnisse und die damit fast Unbespielbarkeit der Plätze entschied sich die Spielleitung in Absprache mit dem Veranstalter die Platzierungsspiele zu Gunsten der Finalrunde um die Plätze 1-6 in allen Altersklassen abzusagen.  Für den Heidenauer SV bedeutete dies Platz 7 und somit die erfolgreichste Teilnahme an einer Deutschen Meisterschaft auf dem Feld.  Im Endspiel der Männer 35+ setzte sich dann der TSV Hagen in einem anfangs spannenden Finale mit 14:12 und 11:5 gegen den Süddeutschen Vizemeister vom NLV Stuttgart-Vaihingen durch.

 

Der HSV spielte mit: Uwe Jänichen, Holger und Torsten Martin, Heiko Fischer, Jörg Fritzsche, Stefan Schreiber, Dirk Hocher, Betreuer Bernd Martin

 

Abschlusstabelle Männer 35+

 

  1. TSV Hagen
  2. NLV Stuttgart-Vaihingen
  3. VfK Berlin
  4. TV Wünschmichlbach
  5. SZ Ohrstedt
  6. TKD Duisburg
  7. Heidenauer SV

7.   SG Bademeusel

7.   TSV Rintheim

7.   TV Dieburg

(Dirk Hocher)