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16. September 2013

Aufholjagd belohnt

Dominika Tvrdonova RLRR 89Pressemitteilung des HC Sachsen Neustadt-Sebnitz e.V.

Nach dem Schlusspfiff war der Lärm im Sportforum groß. Zustande kam der Geräuschpegel aber nicht nur durch den frenetischen Applaus des Publikums, sondern auch weil eine Last von den Aktiven und Verantwortlichen des HC Sachsen fiel. Und das kam so: Als Gäste waren am Sonntag zur neuen Anwurfzeit um 17.00 Uhr die Damen der SG HV Chemnitz ins Sportforum gereist. Als akustische Unterstützung in fremder Halle hatten sich die Chemnitzerinnen einen Musiker mitgebracht, der zum Erstaunen der Fans des HC Sachsen in einer Nische des Sportforums ein komplettes Schlagzeug aufbaute und es während des Spieles auch reichlich traktierte. Da wollten die Sympathisanten der HCS-Damen natürlich nicht nachstehen. Für Stimmung war also schon gesorgt.

Auch auf dem Parkett entwickelte sich ebenso von Beginn an das bereits angekündigte Duell auf Augenhöhe. Die Chemnitzerinnen wirkten aber nach dem Anpfiff einen Tick wacher und spritziger. Die im Vergleich zu den Damen der F1 gefühlt durchgängig etwas kleineren Chemnitzerinnen wussten mit schnellen Spielzügen die Sachsen-Abwehr durcheinander zu wirbeln und kamen immer wieder aus der Nahdistanz zum Abschluss. Dass dieser nicht immer erfolgreich war, ist der guten Startphase von Katarzyna Wiekiera, der Torhüterin des HC Sachsen, zu verdanken, die ein ums andere Mal beste Chancen der Chemnitzerinnen zunichtemachte. Im Angriff der Heimmannschaft lief es dagegen noch nicht rund. Die wieselflinke Abwehr der Gäste ließ kaum Durchbrüche zu und ging zudem durchaus robust zu Werke. Die Abschlussversuche aus der zweiten Reihe fanden zu Beginn leider nicht immer ihr Ziel und die Bälle schlugen allzu häufig im Mauerwerk des Sportforums statt im Netz ein. Die Nervosität der HCS-Damen war deutlich zu spüren. Trotzdem konnte sich keine Mannschaft einen zählbaren Vorteil verschaffen. Beide Mannschaften waren bis zum Stand von 6:6 (18. Min.) gleichauf. In der Folge konnten die Chemnitzerinnen aus ihrem schnellen Spiel immer mehr Kapital schlagen. Nach Wechseln im Rückraum wurde immer wieder die Kreisspielerin in Szene gesetzt, die ihre Chancen nunmehr auch in Tore ummünzte. Auf der anderen Seite machten die Chemnitzerinnen auch den heimischen Rückraumspielerinnen das Leben schwer.

Besonders Dominika Tvrdonova musste einiges einstecken, trat aber immer wieder mit guten Abschlüssen in Erscheinung. Unter diesen Voraussetzungen konnten sich die Gäste bis zur Halbzeit auf 8:12 absetzen. Beim wieder zahlreich erschienenen Neustädter Publikum kamen schon unschöne Erinnerungen an die letzte Saison auf, in der sich die Damen auch in heimischer Halle, ständig einem Rückstand hinterherlaufend, aufrieben und am Ende allzu oft auch knapp verloren.

Wenn dies in dieser Saison anders werden sollte, musste eine Initialzündung in der zweiten Hälfte erfolgen. Doch diesen Gefallen taten die heimischen Damen sich und dem Publikum zunächst nicht. Bis Mitte der zweiten Hälfte verlief das Spiel im selben Rhythmus bis zum 13:17 weiter. Dann jedoch sah das heimische Publikum eine Aufholjagd, die begeisterte. Die Filip-Damen warfen 7 Tore ohne einen Gegentreffer zuzulassen und drehten das Spiel innerhalb von zehn Minuten. Zu verdanken war das einer sichtbaren Steigerung in allen Mannschaftsteilen.

Im Angriff gelangen Dominika Tvrdonova und Jana Kammel sehenswerte Treffer aus der zweiten Reihe, die der gegnerischen Torhüterin keine Chance ließen. In der Mitte kurbelte Jenny Kolewa das Aufbauspiel an, stieß ein ums andere Mal selbst in die sich auftuenden Lücken und holte Strafwürfe und Zeitstrafen heraus. Auch Rebeca

Cembranos Bruzon ging jetzt energischer in die gegnerische Abwehr und erzielte ihr Tor. Die Abwehr stabilisierte sich in dieser Phase und die eingewechselte Anne Naumann zeigte wichtige Paraden, die das Team und das Publikum zur Höchstform auflaufen ließen. Bei einem Zwischenstand von 20:17 standen die Chancen auf den ersten Saisonsieg nun bestens. Spannend blieb es dennoch bis zum Schluss. Die Chemnitzerinnen erhielten in der 58. Minute zwar zwei Zeitstrafen, konnten allerdings auch in dieser Unterzahlsituation noch ein Tor erzielen.

Die Heimmannschaft schloss in dieser Phase ihre Angriffe ohne Druck zu früh ab und ließ ein wenig die nötige Cleverness vermissen. In den letzten 5 Minuten unterstütze das Heimpublikum die „ihre“ Damen jedoch mit stehenden Ovationen, so dass die F1 praktisch zum Sieg gepusht wurde. Bei abgelaufener Spielzeit stand es 22:21. Den noch auszuführenden Strafwurf verwandelte Jenny Kolewa zum Endstand von 23:21, den sich die Damen mit ihrer Leistung in der letzten Viertelstunde verdient hatten.

Der erste Sieg gegen einen Mitfavoriten der Oberliga ist also eingefahren. Der Standort ist bestimmt. Fazit: Die HC Sachsen-Damen können sicher mit jedem Ligakonkurrenten mithalten. Allerdings muss die Leistung über die gesamte Spielzeit stimmen. Mannschaft und Trainerteam haben als noch einige Aufgaben vor sich. Ein

besonderes Lob geht an unsere Neuzugänge aus Dresden, Jana Kammel, Anja Weithäuser und Sarah Hilke, die, nunmehr zwei Spielklassen höher, bereits ansprechende Leistungen geboten haben und an Domi Tvrdonova die, trotz ständiger Attacken, immerhin 9 mal einnetzte. Wichtig für den Verein und unser Publikum ist aber: Die Filip-Damen können wieder gewinnen. Der Verein hofft, dass sich beim nächsten Heimspiel noch mehr Gäste von dieser Tatsache persönlich überzeugen wollen.

 

Der HC Sachsen spielte mit: Katarzyna Wiekiera, Anne Naumann beide Tor; Martina Wiele, Anja Weithäuser, Jenny Kolewa 7/1, Maren Emmrich 3, Rebeca Bruzon 1, Jan Kammel 3, Dominika Tvrdonova, 9/2, Sarah Hilke