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8. August 2013

Das große Abenteuer Bergmarathon

AuerbachSonja Auerbach ist Vizeweltmeisterin

 

Sonja Auerbach vom LSV Pirna, bei der letzten Sportlerumfrage im Landkreis Zweitplatzierte, ist bekannt für ihre Liebe zu langen Strecken. Letzten Sonnabend war es wieder soweit. Nach einer wochenlangen Vorbereitung führte sie der Weg ins polnische Riesengebirge nach Szklarska Poreba. Dort stand der 5. Riesengebirgsmarathon an, der gleichzeitig zur  Worldchallenge Long Distance Mountain Running zählte (der Name ist fast so lang wie die Strecke) und als Weltmeisterschaft im Bergmarathon deklariert war.

Und dieser Bergmarathon hatte es in sich. Wenn auch der Anfang mehr nach Urlaub aussah. „Das Wetter welches wir vorfanden, konnte man getrost mit dem Begriff Bilderbuchwetter beschreiben.“ So Sonja Auerbach. Blauer Himmel, keine Wolke zu sehen und gefühlte 30 Grad erwarten die Läuferinnen und Läufer am frühen Morgen am Start. Auf dem Kamm weiter oben war es dann noch wärmer und die Sonne schien ohne Unterlass. Auerbach weiter:“ Die Sicht war traumhaft und fantastisch. Doch jeder Blick zur Seite wurde auf der anspruchsvollen Strecke mit Stolpern und Stürzen „gestraft“.“

Also kein Urlaub, sondern ein hartes Stück Arbeit lag vor den Teilnehmern. Immerhin ging es auf den 41 Kilometern knapp über 2.000 Meter berghoch und fast 1.400 Meter auch wieder bergrunter.

Doch der Reihe nach. Das Teilnehmerfeld war auf 700 limitiert, davon 500 offen, 180 für die Landesverbände und 20 für den Veranstalter. Für mehr wäre auch gar kein Platz gewesen. Denn die Strecken waren sehr eng und bei dem traumhaften Wetter waren auch zahlreiche Touristen unterwegs. Der Start war an der Talstation am Skilift in Szklarska Poreba ( 700 Meter), dann ging es über den Skihang ca. 6 Kilometer mit 750 Höhenmetern auf den Sniezne Kotly (1.472 Meter) und danach  entlang auf dem Kamm mit allen Gipfeln bis zum Schlesischen Haus kurz bzw. unterhalb der Schneekoppe und wieder zurück auf dem Kamm über alle Erhebungen bis zum Szrenica (1.362 Meter) zum Ziel. Sonja Auerbach erinnert sich: „Irgendwann so nach rund 35 Kilometer sah man den Zielgipfel in der Ferne und ich dachte gleich hast du es geschafft. Doch nein vorher ging es wieder über den Sniezne Kotly, wieder bergab  und dann wieder rauf  zum Ziel.“ Die Schneekoppe, im letzten Teil der Strecke, blieb den Läufern diesmal erspart. Dort fanden Sanierungsarbeiten statt.

Die Strecke bot den Teilnehmern laufend wechselnde Untergründe über Steinplatten, Pflastersteine über- und aufeinander, dann wieder Asphalt und teilweise war es sehr schmal.

Sonja Auerbach startete in der Klasse Veteran I. Sie wurde nach 5:59:59 Stunden mit dem Vizeweltmeistertitel belohnt. Der Stolz über die abgelegte Leistung ließ kurzzeitig die Schmerzen in den Hintergrund treten. Der Sieg ging an die Polin Maria Kaworska in 5:51:14 Stunden. Insgesamt kamen 84 Frauen ins Ziel, in Auerbachs Altersklasse waren es ganze fünf. Für die anderen waren die Hitze und sicher mancher Sturz Grund für die Aufgabe. Geschafft hat es auch Martina Altmann aus Dippoldiswalde, die für den Bergmarathon 6:50:28 Stunden benötigte.

Eine besondere Erfahrung machte Sonja Auerbach mit den Verpflegungsstationen unterwegs. „Ja, diese lagen wirklich weit auseinander und es war jeder gut beraten, der Wasser und Nahrung in Form von Gel, Riegeln bei sich hatte. Mangels Wasserversorgung, wurde eben jede Bergquelle in irgendeiner Weise genutzt. Diese Bild war echt lustig anzusehen. Das war kein Vergleich zu den Marathonveranstaltungen in Deutschland, wo bei solchen Temperaturen es noch zusätzliche Wasserstellen gibt.“

Zu den positiven Eindrücken, die Sonja Auerbach von dieser Extremtour mitbrachte, gehören die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, trotz ihrer Verständigungsprobleme. Auch die meisten Touristen munterten die Läufer auf und hin und wieder waren sogar deutsche Anfeuerungsrufe zu hören.
Eine Erkenntnis hat Sonja Auerbach für sich im Rückblick schon getroffen. Es wird nicht ihr letzter Bergmarathon gewesen sein, aber im Riesengebirge wird man sie nur noch als Wanderin erleben. (WoVo)