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12. April 2013

Wachstumsbranche Sportverein

LSB-rgb-Slogan_webPressemitteilung des Landessportbundes Sachsen e.V.

Sportvereine haben überall in Sachsen weiterhin großen Zulauf. In allen Kreisen und kreisfreien Städten stieg im vergangenen Jahr die Zahl der organisierten Mitglieder an, das ergab die Analyse der jährlichen Bestandserhebung des Landessportbundes Sachsen (LSB). Mit insgesamt 16.692 Neuzugängen im Vergleich zum Vorjahr steigerte die sächsische Sportdachorganisation ihre Mitgliederzahl in nunmehr 4.510 Vereinen auf den neuen Rekordwert von 605.078. Den größten Mitgliederzuwachs gab es demnach in den Städten Dresden (+5.308) und Leipzig (+3.845), deutliche Zugewinne aber auch in den Landkreisen Bautzen (+1.016) und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (+974). Die Anzahl der LSB-Mitgliedsvereine stieg gegenüber dem Vorjahr um 22 auf 4.510, davon haben 63 Prozent weniger als 100 Mitglieder. Lediglich 44 Vereine binden über 1.000 Sportler, diese Gruppe vereint jedoch rund 16 Prozent der Gesamtmitglieder. Von den 605.078 Vereinsmitgliedern sind 241.288 (+7.300) weiblichen und 363.790 (+9.392) männlichen Geschlechts. Damit beträgt der prozentuale Anteil weiblicher Mitglieder knapp 40 Prozent. In der Stadt Leipzig (46 Prozent) und den Landkreisen Meißen (42 Prozent) und Leipzig (42 Prozent) gehen im Verhältnis deutlich mehr Frauen in den Vereinen ihrem Hobby nach als im Schnitt aller Landkreise und kreisfreien Städte.

 

Entwicklung nach Altersbereichen

Insgesamt ist der Organisationsgrad, das Verhältnis der Mitglieder in einem Sportverein zur Bevölkerungszahl, im vergangenen Jahr in allen erfassten Altersbereichen gestiegen. Größter Wachstumsbereich bleiben die Aktiven über 50 Jahren, insgesamt 183.078 Vereinsmitglieder gehören dieser Altersgruppe an. Seit 2009 ist deren Zahl um über 28.000 gewachsen, allein gegenüber dem Vorjahr stieg sie um rund 9.000. Ein gewachsenes Gesundheitsbewusstsein der Bevölkerung einerseits und andererseits im Hinblick auf die Bevölkerungsentwicklung weiterentwickelte Vereinsangebote machen sich hier bemerkbar. Auch bei Kindern und Jugendlichen konnten die Vereine zulegen. 187.193 junge Menschen bis zu einem Alter von 18 Jahren, das sind rund 32 Prozent, verbringen einen Großteil ihrer Freizeit in den sächsischen Sportvereinen, treiben Sport und engagieren sich. Sportvereine stellen somit das größte flächendeckende System von pädagogisch betreutem Angebot für Kinder und Jugendliche kostengünstig zur Verfügung. Im Altersbereich der bis zu 6-Jährigen gelang, insbesondere auch durch Kooperationen mit Kindertagesstätten und vielerorts etablierte Vorschulgruppen, ein Zuwachs von 1.864 Kindern. Die positive Tendenz setzt sich bei den 7- bis 14-Jährigen fort: Hier fanden fast 4.000 Kinder mehr den Weg in einen der Sportvereine, die nun fast jedes zweite Kind in Sachsen in diesem Altersbereich betreuen. Auch bei den Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 gab es gegenüber 2012 ein Plus von mehr als 2.300.

 

Entwicklung nach Sportarten

In seiner Bestandserhebung erfasst der Landessportbund Sachsen „Sportartbetreibende“, eine Mitgliedschaft in Landesfachverbänden wird dabei nicht abgefragt. Die meisten LSB-Mitglieder spielen nach wie vor Fußball (123.452), mit großem Abstand folgen Volleyball (29.166), Gymnastik (25.779), Kegeln (22.119) und Handball (20.808). Die größten Zuwächse gegenüber 2012 sind im Klettern/Bergsteigen (+1.831) zu verzeichnen, danach folgen Fußball (+1.340), Schwimmen (+787), Karate (+719) und Volleyball (+696). Verluste hingegen mussten Wandern (-1.139), Gerät-/Kunsturnen (-636), Skisport (-542) und Kegeln (- 479) hinnehmen. Der Trend zu gesundheitsorientierten Sportangeboten hält an. Insgesamt sind ca. 117.000 Mitglieder in sportartungebundenen Gruppen organisiert. Erhebliche Steigerungsraten gibt es im Rehabilitationssport (+3.792) und den allgemeinen Sportgruppen (+3.380). Im präventiven Gesundheitssport melden die Vereine 735 Sporttreibende mehr.

 

Großes Engagement und viele Eigenmittel

Sachsens Sportvereine sind wichtiger Träger bürgerschaftlichen Engagements: Rund 36.500 Übungsleiterinnen und Übungsleiter kümmern sich um die Betreuung der Sportgruppen, fast 32.500 sind als Vorsitzende, Schatzmeister, Abteilungsleiter oder Kassenprüfer engagiert. Über 15.000 Kampf- und Schiedsrichter überwachen die Einhaltung des Regelwerks und ca. 2.000 nehmen ehrenamtlich sportpolitische Verantwortung in den Dachorganisationen des Sports wahr. Die Sportvereine bringen erhebliche Eigenmittel auf – das belegt die Bestandserhebung, in der auch das zu erwartende Gesamtbeitragsvolumen errechnet wird. So nehmen die Sportvereine in diesem Jahr die neue Rekordsumme von rund 43,8 Millionen Euro an Mitgliedsbeiträgen ein, mehr als das Doppelte der Fördersumme des Freistaats Sachsen an den Landessportbund Sachsen. Dabei sind Leistungen der Mitglieder wie Arbeitsstunden oder Fahrten zum Training oder Wettkämpfen noch nicht erfasst.