Aktuelle Infos


14. Januar 2013

Nach 40 Minuten ist für den HC Sachsen alles vorbei

vereinslogo hcsPressemitteilung des HC Sachsen Neustadt-Sebnitz e.V.

Im Rückkampf des Sachsenderbys gehen die Neustädter Damen mit 34:19 (14:9) gegen den HCR noch in dieser Höhe unnötig unter.

Es war alles bestens fürs Derby Spitzenteam gegen Laternenträger gerüstet. Die Halle war endlich wieder einmal voll besetzt und die Stimmung super; das von beiden Seiten gesehen. Die einen rätselten, wie hoch Rödertal gewinnen würde und die anderen hofften auf den zündenden Funken der Gastgeberinnen. Immerhin hatten die das vergangene Jahr noch erfolgreich abgeschlossen. Doch die mehrwöchige Pause hat sie nicht viel weiter gebracht. Petra Janeckova fehlte wieder und die Neue Rebeca Cembranos Bruzon musste noch Bindung zum HCS-Spiel finden. Dass dann die etatmäßigen Halbspielerinnen beinahe glatte Ausfälle waren, tat dem Angriffsspiel des HC Sachsen absolut nicht gut. Der jungen Dominika Tvrdonova konnten ihre aus Nervosität geborenen Fehler nicht übel genommen werden. Um das abzustellen benötigt sie sicher noch einige Zeit und die Führung erfahrener Spielerinnen. Bruzon könnte eine werden, die sie da künftig mitzieht, obwohl auch die selbst noch Zeit der Integration benötigt. Trainerin Daniela Filip war zu bedauern, dass sie über die gesamte Spielzeit immer wieder neue Formationen im Rückraum suchen musste, um erfolgreiche Abschlüsse zu projezieren. Für die Betrachter schien das eher ein heilloses Durcheinander zu sein.

Dass Katarzyna Wiekiera wieder zur Hochform auflief, rettete in der Anfangsphase den HC Sachen vor uneinholbaren Rückständen. Dennoch fanden die Gäste schneller und besser ins Spiel. Bruzon führte sich nach vier Minuten mit dem ersten Neustädter Treffer zum 1:1 bestens ein, was aber für die nächsten fünf Minuten das einzige des Heimteams war. Auf ein 1:5 zogen die HCR-Damen bis dahin weg. Drei technische Fehler und zwei Fehlwürfe zeugten schon in dieser Phase von den Angriffsschwächen der Filip-Frauen. In den folgenden zehn Minuten gelangen dem HC Sachsen wiederum nur zwei magere Treffer, aber neun vergebene Bälle brachten die Gäste zu einem respektablen 3:10-Zwischenstand. Vier Wiekiera-Paraden verhinderten da noch Ärgeres und die Vorentscheidung. Selbst die Auszeit nach dem 3:8 in der 16. Minute endete im Desaster. Der Angriff mit zwei aufeinander folgenden Fehlern schenkte dem HCR weitere zwei Kontertore. Dann schienen sich die Kolewa und Co. zu fangen und kamen etwas besser ins Spiel. Einen höheren Rückstand zur Pause verhindernd, wurde dieser verkürzt. Gute Möglichkeiten, das Spiel noch ausgeglichener zu gestalten wurden jedoch durch weitere Fehler vertan. So gelang es nicht die bienenfleißigen Gäste ins Positionsspiel zu zwingen.

Die Fehlerminimierung blieb aus und selbst drei, vier Hundertprozentige durch Konter und Strafwurf wurden selbst vergeben. Dass Wiekiera weitere vier freie Würfe parierte, zeigt, dass in dieser Phase viel mehr drin war. Nach dem Wechsel erwachte der HC Sachsen und ärgerte den Favoriten zehn Minuten lang mächtig. Doch es gelang nicht dem weiterhin die Stachel zu ziehen. Vielmehr setzte Jurgita Markeviciute die Trainervorgabe erfolgreich um. In ihrer unnachahmbaren Art ging sie wieder und wieder in die Abwehr und erzielte die wichtigen Tore. Zuvor im ersten Durchgang nur einmal erfolgreich, legte sie dann noch neun ins Netz. Damit wurde die Neustädter Aufholjagd beim 14:15 ab der 38. Minute gestoppt. Nach Baier-Strafwurf in der 40. Minute zum 15:17 wurde der HC Sachsen zum Spielball der Gäste. Mit vier Toren in Folge klärten sie endgültig die Fronten. Nach dem 17. HCS-Tor in der 46. Minuten gelang dem Gastgeber bis zur 59. Minute nichts Zählbares mehr. Die Rödertalerinnen rannten den noch in Grund und Boden und sicherten sich einen weiteren Kantersieg. Die Höhe der Pleite war dann auch für die HC Sachsen-Frauen unerheblich und bestätigte nur, dass in der Augenblicksform ein Sieg gegen den Favoriten nicht zu erzwingen war. Die nötigen Punkte müssen gegen andere Teams geholt werden. Beste Gelegenheit bietet sich schon am Wochenende beim TSC Berlin.

Bis zum nun anvisierten Nichtabstieg ist es aber noch ein weiter Weg. HC Sachsen-Trainerin Filip konstatierte nach dem Spiel beim Pressegespräch: „Wir müssen mehr zum Zusammenspiel finden, wir müssen besser miteinander spielen. Die Tempogegenstöße haben das Spiel entschieden.“ Das heißt also auch, in den kommenden Spielen die Fehlerquote deutlich zu senken. Die Niederlage sollte kein Beinbruch sein, andere, besser platzierte Teams sind schon ähnlich gegen den HCR untergegangen.

HC Sachsen spielte mit: Wiekiera, Naumann; Wiele, Prenzel (4), Eckhardt, Günther, Kolewa (1), Möller Jensen (3), Bruzon (5), Zimmermann, Baier (5/3), Tvrdonova (1).  (Eberhard Neumann)