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18. Dezember 2012

Bescherung am 3. Advent

Pressemitteilung des HCS Neustadt-Sebnitz e.V.

Wer wollte das behaupten -die reine Freude war das bisher wahrlich nicht. Doch jetzt gab es eine Adventsbescherung für die arg gebeutelte, aber unverdrossen treue Anhängerschaft. Mit einem 21:19 (13:8) Erfolg landete heute die F1 des HC Sachsen im Sportforum Neustadt einen unerwarteten Coup und sicherte sich damit nach langer Durststrecke den ersten doppelten Punktgwinn in der laufenden Meisterschaftsrunde der 3. Bundesliga, Staffel Ost – und zwar verdient. Nach dem bisherigen Saisonverlauf, insb. den letzten enttäuschenden Auswärtsauftritten, hätte (fast) keiner ernsthaft damit gerechnet, dass die Damen von Coach Daniela Filipausgerechnet am letzten Vorrundenspieltag gegen den langjährigen Regionalrivalen aus Oschatz die Oberhand behalten werden. Zumal da das Team von SHV-Trainerfüchsin Jana Delor, nach zunächst durchwachsenem Saisonauftakt, zuletzt eine beeindruckende Siegesserie hingelegt und Wochenende auch die momentan wohl spielstärkste Mannschaft der 3. Bundesliga Ost, die zweite Vertretung des HC Leipzig, bezwungen hatte. Vielleicht war es das gegen die zweite Mannschaft des HV Chemnitz mit 42:15 standesgemäß gewonnene Landespokal-Trainingsspiel am Freitag, das den ungetrübten Spaß am Handballspiel zurückgebracht und „negative vibrations“ vertrieben hat. Vielleicht war es aber auch das trockene Statement des Trainers der Spvgg Greuther Fürth, Mike Büskens, der am Samstag nach der Kellerbegegnung mit dem FC Augsburg auf die Frage, wie denn der Abstieg seines Teams aus der ersten Fußballbundesliga noch zu vermeiden sei, kurz und bündig antwortete: indem eine sehr gute Rückserie hingelegt wird. Wobei, das könnten sich Jenny Kolewa und Co. gesagt haben, man damit am besten noch in der Hinrunde anfängt. Wie immer, jedenfalls sah man heute in Neustadt von den aufgelaufenen „7 + 2“ (so hat das Hallensprecher Gunther „The Voice“ Giese gezählt) der Heimmannschaft über 60 Minuten die bisher beste Saisonleistung. Nach 21 Sekunden stieg Dominika Tvrdonova auf halbrechts hoch und wuchtete das Spielgerät zum 1:0 hoch in die Maschen, Jenny Kolewa ließ mit sicher verwandeltem Strafwurf in der 3. Minute das 2:0 folgen und wieder Dominika Tvrdonova markierte in der 8. Minute das 5:2. So etwas hatte es in der ganzen Saison noch nicht gegeben: die HCS-Damen legten deutlich vor. Dann war allerdings erst einmal schöpferische Pause, durch leichte Gegenzugtore aus Abspielfehlern heraus glichen Jana Delors Damen bis zur 16. Minute auf 5:5 aus und HCS- Goalie Kataryzna Wiekiera, die ein ausgezeichnetes Spiel absolvierte, verhinderte dabei noch Schlimmeres. Mit einem eleganten Heber zum 6:5 brachte Heidi Möller Jensen, diesesmal auf Linksaußen, während Jenny Kolewa auf Rückraum Mitte die Fäden zog, die Sachsen-Damen wieder in die Vorlage, die, dank Wiekieras Paraden, bis in die 25. Minute auf 10:8 und bis zur Halbzeit mit einem unaufhaltsamen Konterlauf von Wiebke Prenzel schließlich sogar auf 13:8 ausgebaut werden konnte. Während die Gastgeber so höchst angenehm überraschten, blieben die mit soviel Vorschußlorbeeren angereisten Gäste weit hinter den Erwartungen ihrer ambitionierten Trainerin wie der mitgereisten Fans zurück. Die HCS-Abwehr verstand es mit vereinten Kräften, die SHV-Spielmacherin Carmen Schneider in ihrem Wirkungskreis deutlich einzuengen. Deren Mitspielerinnen, nach den geschenkten Anfangskonterläufen, verloren sich immer mehr gegen eine vielbeinige aufmerksame Abwehr eher einfallslos in der Spielbreite oder bissen sich, wenn sich denn doch noch eine Chance bot, ob aus der Distanz, der Kreismitte oder von außen an Katarzyna Wiekiera die Zähne aus. Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit hatten die Hausdamen das Heft weiter in der Hand. Es war dem eingewechselten SHV-Urgestein Katrin Miersch im Tor zu verdanken, dass es in der 41. Minute nicht höher als 17:11 für Daniela Filips Damen stand. Aber würde das reichen? Jeder hatte bange im Hinterkopf, daß die Filip- Damen in den letzten Meisterschaftsbegegnungen im letzten Spieldrittel empfindlich eingebrochen waren. Und Oschatz kam. Beim 17:13 in der 44. Minute deponierte Daniela Filip die grüne Karte und versuchte ihre Damen vor allem auf die mittlerweile sehr offensive Deckung der Gäste besser einzustellen. Aber es drohte eng zu werden. Denn nach einem Lattentreffer von Dominika Tvrdonova und einer Parade von Katrin Miersch wurde Oschatz im Gegenzug ein Strafwurf zugesprochen. Anne Naumann wechselte ins HC-Tor – und hielt mit Bravour gegen Carmen Schneider. Damit war denn auch der Aufholschwung der Gäste erst einmal gebremst. Die nächsten 5 Minuten standen im Zeichen der Abwehrreihen, die verbissen um jeden Ball kämpften. Mit dem 18:13 in der 51. Minute beendeteWiebke Prenzel die 9-minütige Torflaute der Sachsinnen. Endlich hatte man den Raum, den die offensive SHV-Abwehr anbot, genutzt und die Lücke in der Mitte gefunden. Als Antwort versuchte es Oschatz nun, voran Ivana Vujica, mit der Brechstange, aber mit Treffern von Jenny Kolewa und Anne Zimmermann konnte der Gast weiter auf Distanz gehalten werden. Mit 20:16 ging es in die letzten vier Minuten. Bei eigener Überzahl nahm auch Jana Delor in der 58. Minute ihre Damen noch mal zur Seite. Die ließen prompt das 20:17 und 20:18 folgen, und es hätte noch enger werden können, wenn nicht Anne Naumann erneut einen Strafwurf entschärft hätte. Mit dem 21:18 27 Sekunden vor Schluß, das Heidi Möller Jensen geistesgegenwärtig und durchsetzungsentschlossen aus einem Gewuhle um den Ball heraus erzielte, war das Spiel für die Gastgeberinnen aber endgültig durch. Das 21:19 konnte nicht mehr schaden und dann war nur noch ausgelassener Jubel der Gastgeberinnen. Gewonnen. Endlich. Einhellig schrieben, verständlich gut gelaunt, HC Sachsen-Coach Daniela Filip und Wiebke Prenzel auf dem anschließenden Trainertalk den Sieg einer geschlossenen Mannschaftsleistung zu. Heute wollte es das Team von der ersten Minute an wissen, alle, voran zwei glänzend disponierte Torhüterinnen, hätten alles gegeben und man habe das, was im Training eingeübt worden sei und was man spielen wolle und könne, auch umsetzen können. Jana Delor dagegen befand unaufgeregt, dass sie heute einfach die Mannschaft vermisst habe, die sich im vorangegangen Derby gegen Leipzig 2 noch zerrissen hatte. Und wenn in der Offensive die sich bietenden Chancen ausgelassen würden, dann könne man eben auch nicht gewinnen. Womit sie wohl recht hat. Daß eine Schwalbe noch keinen Sommer macht weiß natürlich jeder. Aber die HCS-Damen haben heute gezeigt, dass sie als Team sicher weit mehr können, als der aktuelle Tabellenstand vermuten lässt. Den Rest hat bereits Mike Büskens gesagt.