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29. Oktober 2012

Sorgenkind Angriff

Pressemitteilung des HC Sachsen Neustadt-Sebnitz e.V.

Mit 12:24 (7:11) verlor die derzeit auf 8 Feldspielerinnen dezimierte F1 des HC Sachsen heute das Liga 3 Meisterschaftsspiel gegen den aus dem hohen Norden angereisten Gast des SV Henstedt-Ulzburg und hatte das ganze Spiel hindurch letztlich keine wirkliche Chance. Gehofft hatte natürlich jeder, der heute als Anhänger der Einheimischen ins gut besuchte Sportforum gekommen war, dass das bereits nach einem Viertel der Saison durch Ausfälle und Sperren von enormen Kaderproblemen geplagte Team von Daniela Filip sich gegen die favorisieren Gäste so teuer wie möglich verkaufen, vielleicht auch für eine Überraschung sorgen könnte. Aber ernsthaft erwartet hatte es eigentlich keiner. Ein Gegner einfach zur falschen Zeit: mit breiterer Bank, stärkerer Physis und routiniertem Kombinationsspiel ließ das Team von Coach Volker Paul denn auch keine Zweifel aufkommen, dass man in dieser Saison oben dabei sein will.

Nach zehn Minuten hatten die SV-Damen die Gastgeberinnen, die sich offensiv gegen die aggressive Abwehrarbeit der Gäste sehr schwer taten, wirkliche Torgefahr zu entwickeln, beim 1:5 in die undankbare Situation gebracht, einem vier Tore Rückstand nachzulaufen. Und wäre nicht, das muss objektiv gesagt werden, eine glänzend disponierte Katarzyna Wiekiera zwischen den Pfosten des HCS-Tors gestanden,es hätte schon zur Halbzeit mit einem weitaus höheren Rückstand als vier Toren alles klar sein können.

Am Wollen der HC Sachsen-Damen lag es nun gewiss nicht, eine vorbildlich kämpfende Jenny Kolewa gab vorne und hinten wieder alles und der Kopf von Martina Wiele, die 4 blitzsaubere Tore erzielte und flink auf den Beinen war, war röter denn je. Aber die derzeitigen Baustellen, mit denen Daniela Filip und ihre Damen zu kämpfen haben, wurden überdeutlich. Insb. die fehlende Durchsetzungsfähigkeit und die Ausrechenbarkeit des (kräftesparenden, aber damit auch langsamen) Offensivspiels mit der Folge überhasteter und unentwickelter Abschlüsse, die technischen Mängel im Aufbau-und Kombinationsspiel und der fehlende Zug nach vorne bei Ballgewinn in der Defensive ließen die engagierte Abwehrarbeit letztlich dann doch nur zu einem Bemühen werden, die Höhe der Niederlage im erträglichen Rahmen zu halten.

Nur in den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit witterte man kurz etwas Morgenluft, aber zwei Lattenkracher von Heidi Møller Jensen und Dominika Tvrdovnova verhinderten, dass es über das 8:11 hinaus noch einmal enger wurde. Vielmehr setzten die Gästedamen über die schnelle Mitte jeweils empfindliche Nadelstiche und mit dem 9:15 in der 41. Minute begann der Widerstand der Einheimischen zu bröckeln. Zwar schaffte Anne Zimmermann in Unterzahl noch mal den 10:15 Anschluss, wurde aber kurz darauf wegen ihrer Abwehraktion bei einem schnellen Gegenzug der Gäste mit Rot vom Feld geschickt. Die doppelte Überzahl nutzten die Gäste unsentimental zur endgültigen Entscheidung. Beim 11:17 in der 46. Minute versuchte Daniela Filip mit einer Auszeit, ihre Damen für die letzte Viertelstunde sicherlich wenigstens darauf einzustellen, nicht völlig einzubrechen, wie dies in vorherigen Spielen der Fall gewesen war. Es half jedoch nicht. Mit 1:7 holten die Gäste nunmehr nach, was sie in der ersten Halbzeit versäumt hatten und spielten damit alle ihre Vorteile aus. Die HCS-Damen hatten dem als Team nichts mehr entgegenzusetzen.

Martina Wiele, die ihre Trainerin auf den Trainer-Talk nach dem Spiel begleitete, zeigte sich jedoch ungebrochen kämpferisch. Die missliche Kadersituation bringe auch mit sich, dass man nun ganz engzusammenrücken muss, um aus dem Tabellenkeller wieder herauszukommen. „Verstecken ist nicht mehr, für keine.“ Und in Richtung ihrer Trainerin meinte sie zuversichtlich: „Mit Dani kriegen wir das auch hin.“ Diese Zuversicht werden die HCS-Damen angesichts des Programms der nächsten fünf Spiele, bei denen viermal auswärts anzutreten ist, sehr gut gebrauchen können.