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24. September 2012

Offensiv harmlos und ohne Ideen

Pressemitteilung des HC Sachsen e.V.

Mit der schließlichen 17:24 (10:13) Pleite gegen die Damen des TSC Berlin ging das gestrige Liga 3 Heimdebüt der F1 des HC Sachsen in der Saison 2012/2013 im Sportforum Neustadt gründlich daneben. Nur bis zur 15. Minute, in der Außenflitzer Petra Janeckova im Konterlauf die 7:6 Führung markierte, konnte man hoffen, dass Daniela Filips Damen das Heft in die Hand nehmen würden. Doch es sollte die einzige Führung der Gastgeber in der Begegnung bleiben und zur Pause hatten sich die Berlinerinnen erstmals auf 3 Tore abgesetzt, nachdem ein nach der Spielzeit noch auszuführender Freiwurf von Melanie Baier nur den Pfosten des von Juliane Meyer glänzend gehüteten Berliner Tors rasierte. War das Angriffsspiel der HCS-Damen schon in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit zunehmend von unstrukturierten und ideenlosen Aktionen wie von leicht ausrechenbarer Harmlosigkeit im Abschluss gekennzeichnet, setzte sich diese eklatante Schwäche nach der Halbzeit leider nahtlos fort, ein frühzeitiger Timeout half da auch nicht. So gelang es den Berlinerinnen, auch keine unbedingt gnadenlosen Vollstrecker, den Pausenvorsprung sicher zu halten und mit einem 3 Torelauf zwischen der 38. bis 40. Minute auf 6 Tore zum 12:18 auszubauen. Eine daran anschließende Konzentrationsschwächephase der Gäste konnten die Sachsen lediglich zu zwei Anschlusstreffern bis zur 45. Minute nutzen. Sieben Tore der Gastgeber in 30 Minuten, das war einfach erschreckend wenig Angriffseffizienz. Und viel kam im Schlussviertel auch nicht hinterher. Die Torflaute setzte sich bei beiden Teams bis in die 50. Minute fort und jeder in der Halle wusste es irgendwie: entweder gelingt den HCS-Damen endlich das 15:18, oder das war`s für heute. Doch es waren dann die Berliner Gäste, die ihren zehn Minuten Hänger mit dem 14:19 in der 50. Minute beendeten. Ein letztes Aufbäumen gegen die sich abzeichnende Niederlage war das 16:19 in der 52. Minute durch Dominika Tvrdonova, aber das Angriffsspiel der Gastgeberinnen war schon längst in mehr oder weniger sinnvolle Einzelaktionen und verzweifelte Abschlussversuche zerfallen. Nachdem erneut im eigenen Überzahlspiel ein Gegentreffer, diesmal zum 16:20, hingenommen werden musste und daran anschließend auch noch der dritte Strafwurfversuch vergeben wurde war der Ofen für heute endgültig aus. Das war in dieser Tagesform nicht mehr aufzuholen. Die letzten fünf Minuten trudelten mit einem 1:4 für die Gäste aus, wobei, zur wohl bestrafenden „Abrundung“ des verkorksten Heimspielauftakts, die HCS-Damen dabei nochmals ausgiebig das Berliner Torgebälk bepflasterten und TSC-Goalie Juliane Meyer im 1:1 gegen Dominka Tvrdonova zweimal hintereinander mit starken Reflexen die Oberhand behielt. Sowas zieht den Nerv. Nach der zum Saisonauftakt insgesamt doch ordentlichen Leistung im Regionalderby gegen Rödertal, das unglücklich hauchdünn verloren wurde, hatte man heute schon etwas mehr erwartet als den am Ende klaren, vielleicht um drei, vier Tore zu hoch ausgefallenen Gästesieg. Vergebene Strafwürfe und eine stattliche Reihe von Pfosten- und Lattentreffern können aber nicht an der Tatsache vorbeiführen, dass mit den Berlinerinnen schlicht das bessere Team gewonnen hat. Da waren mehr Ideen, da lief der Ball viel runder, da war mehr Gefährlichkeit aus allen Positionen. Und es ist ja nicht so, dass die Gäste nichts ausgelassen hätten. HC Sachsen-Goalie Katarzyna Wiekiera, die unermüdlich rackernden Jenny Kolewa und Heidi Möller Jensen sowie die Goalgetterinnen Dominika Tvrdonova und Petra Janeckova verdienten sich zwar jeweils gute Einzelnoten, aber es kam im Angriff über weite Strecken des Spiels zu keinem kohärenten und überlegten Teamspiel, sondern blieb Patchwork. Das sah auch TSC-Coach Kristina Richter auf dem anschließenden Trainertalk so. Ihre Damen hätten sich, sicherlich auch mit Glück angesichts vieler Holztreffer, mit dem Rückhalt einer starken Torhüterleistung als kompaktes Team beide Punkte geholt. HC Sachsen-Coach Daniela Filip machte dagegen keinen Hehl daraus, dass ihr ihr Team am heutigen Tag keine Freude bereitet hatte. „Das war im Angriff kein Teamauftritt“, kommentierte sie kurz und bündig und monierte, dass „die ja nicht das Unmögliche fordernde Maßgabe, mit Engagement das zu spielen, was man als Team spielen könne und das man trainiere“, heute nicht eingehalten worden ist. Die daraufhin provozierende Frage von Talk-Moderator Gunther Giese allerdings, ob einige Spielerinnen denn nicht gewollt hätten, verbat sie sich sehr bestimmt als zu weit gehend. Recht so. Zieht auch hier ein neuer Wind beim HC Sachsen ein. Auf den nächsten Trainertalk darf man somit auf jeden Fall schon gespannt sein. Der HC Sachsen spielte mit: Katarzyna Wiekiera, Anne Naumann (beide Tor), Martina Wiele, Wiebke Prenzel, Nicole Eckhardt, Sophie Günther, Jenny Kolewa, Heidi Møller Jensen, Anne Zimmermann 1/1, Melanie Baier 2, Dominika Tvrdonova 7/3, Petra Janeckova 7 Das Spiel im Zeitraffer: 0:2 (3.), 3:3 (6.), 3:5 (11.), 7:6 (15.), 8:10 (22.), 10:11 (27.), 10:13 (30.) – 11:13 (32.), 12;14 (36.), 12:18 (40.), 14:18 (45.), 15:19 (51.), 16:21 (55.), 17:24.