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17. September 2012

Knappe Niederlage zum Auftakt

Pressemitteilung des HC Sachsen Neustadt-Sebnitz e.V.

Gnadenlos spannend war es gestern in Radeberg bei der Liga 3-Auftaktbegegnung zwischen der F1 des HC Sachsen und dem gastgebenden Regionalrivalen und Endlich-Aufsteiger aus dem Rödertal. Mit allen Mitteln, die noch mit zwei Zeitstrafen geahndet wurden, versuchten die Gastgeber in den letzten 30 Spielsekunden die in der 59. Minute herausgeworfene 21:20-Führung über die Zeit zu bringen und hatten damit Erfolg. Am Ende fehlte den HC Sachsen-Damen zum Unentschieden ein salomonisches Schiedsrichterurteil, denn mit der Schlusssirene hatte Melanie Baier zwar noch eingenetzt, aber wohl die Linie betreten. Der Treffer wurde jedenfalls nicht anerkannt. Gemessen an seiner eigenen Vorab-PR, der gemäß eigentlich nur die Höhe des (deutlichen) Sieges fraglich erschien, stolperte der selbst erklärte Liga 2 Aspirant aus dem Rödertal somit gerade noch hauchdünn und recht glücklich ins Ziel.

Für die HCS-Damen war nach einem völlig misslungenen Auftakt, in dem man die unrunde Vorbereitung und damit das noch fehlende eingespielte Teamverständnis schmerzlich bemerkte, heute dennoch mehr drin gewesen als die denkbar knappe Niederlage, Als Coach Daniela Filip ihre Damen nach einer Viertelstunde beim Stand von 1:7 zur Reprogrammierung an die Seitenlinie zitierte und taktische Umstellungen vornahm, muss ein Knoten geplatzt sein. Ab diesem Zeitpunkt konnte der von der ersten Minute an in der Körpersprache erkennbare Wille zum Engagement jedenfalls auch in ein strukturiertes Spiel umgesetzt werden. Vor allem Abspielfehler und daraus resultierende einfache Kontertore wie recht durchschaubare Abschlussversuche, mit denen Goalie Karolina Hubald im Rödertal-Kasten dankbar warmgeworfen wurde, konnten in der nun einsetzenden Aufholjagd vermieden werden. Herausragend aus einem insgesamt nunmehr weitaushomogener agierenden und sich beständig anfeuernden Team waren zum einen HC Sachsen-Goalie Katarzyna Wiekiera, die zur Topform auflief und zum fast unüberwindbaren Penaltykiller wurde, und zum anderen in Abwehr wie Angriff Jenny Kolewa, die auch vom Strafwurfpunkt nichts mehranbrennen ließ. Tor um Tor wurde so aufgeholt und Rödertal war eine zunehmende Nervosität anzumerken, da das einfach gestrickte Tempospiel und die Rammbockdurchbrüche durch die Abwehrnaht nicht mehr zum Tragen kamen.

Auf 8:10 hatten die HCS-Damen zur Halbzeit verkürzt und der Rückraumdruck, den Melanie Baier, Heidi Møller Jensen und Dominika Tvrdonova zu entwickeln verstanden und mit dem immer wieder Jenny Kolewa in Szene gesetzt werden konnte, brachte kurz nach der Halbzeit den Ausgleich wie in der 38. Minute mit dem 14:12 erstmals die zwei Tore Führung. Aber Rödertal kämpfte nun mit dem Rücken zur Wand gegen die drohende Blamage an und konnte nicht abgehängt werden. Auf beiden Seiten je sieben 2-Minuten Strafen und schließlich für Petra Janeckova die Matchstrafe belegen,

dass das Spiel sich zu einem intensiven Armdrücken entwickelte, bei dem spielerische Glanzpunkte zwar auch zu sehen waren, aber mit fortlaufender Spieldauer immer mehr in den Hintergrund traten.

Man wollte über den Kampf gewinnen, auf beiden Seiten. Nach der 18:16-Führung in der 44. Minute durch Jenny Kolewa vergaben die HCS-Damen die Chance für den vielleicht vorentscheidenden 3 Tore Vorsprung und fingen sich im Tempogegenstoß von außen das 18:17 ein. Daniela Filip nahm erneut ihre Auszeit, aber im Abschluss fielen die HCS-Damen in den nächsten 7 Minuten in die offensiven Schwächen der Anfangsphase zurück. Nun holte Rödertal auf und legte zum 20:18 in der 52. Minute vor. Die letzten 8 Minuten, in denen noch ganze 3 Tore fielen, waren nur mehr eine Nervenschlacht. Dominika Tvrdovna verkürzte im Konterlauf auf 20:19 in der 55. Minute, Heidi Møller Jensen glich mit einem ansatzlosen wuchtigen Hüftwurf in der 58. Minute zum 20:20 aus. Dann die Entscheidung: Auch den Strafwurf der inzwischen vierten Werferin der Gastgeber wehrte Katarzyna Wiekiera in der 59, Minute zwar im ersten Versuch ab, aber im Nachsetzen waren die HCS-Damen dann nicht präsent. Rödertal führte wieder 21:20 und rettete sich mit allem, was festgemacht werden konnte, über die Zeit.

Aufgrund der tollen Steigerung nach dem verpatzten Auftakt hätten sich die HCS-Damen einen Punkt verdient gehabt. Es sollte aber nicht sein. Für das kommende Heimspiel gegen Berlin stimmte der Auftritt im Nachbarschaftsderby optimistisch. Es ist sicher vor allem die eigenartige Anfangsphase, die sich Daniela Filip und ihr Team aus diesem Spiel fehleranalytisch sehr genau vornehmen werden.

Der HC Sachsen spielte mit: Katarzyna Wiekiera, Anne Naumann (beide Tor), Martina Wiele, Anne Zimmermann, Petra Janeckova, Dominika Tvrdonova 4, Nicole Eckhardt, Heidi Møller Jensen 3, Sophie Günther, Jenny Kolewa10/5, Melanie Baier 3, Wiebke Prenzel

Das Spiel im Zeitraffer: 1:0 (1.), 3:0 (5.), 5:1 (9.), 7:1 (16.), 8:3 (20.), 9:7 (25.), 10:8 (29.) – 10:9 (31.), 11:11 (35.), 14:16 (40.),16:18 (44.), 18:18 (50.), 20:18 (52.), 20:20 (58.), 21:20 (59.)