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7. Mai 2012

F1: Würdiger Abschied

Pressemitteilung HC Sachsen

Nein, ein leises Servus war es sicher nicht, das Marta Adamkova und Helena Binova nach dem letzten, 28:17 (12:8) gewonnenen Liga 3 Punktspiel der Saison 2011/2012 bereitet wurde. Zuerst, begleitet von Standing ovations des Publikums, durch Präsident Jens Kade und Vereinsmanager Torsten Prenzel in der gutbesuchten „factum arena“ und dann auf der Saisonabschlussfeier im Foyer des Sportforum Neustadt. Einen ganzen deutsch-tschechischen Spielfilm nämlich hatte die F1 unter der „Regie“ von Anne Naumann zu Ehren der nach fünf bzw. vier Jahren in Gelb-Blau von der „HCS-Bühne“ Abtretenden „gedreht“. Tränen dazu gab es reihum auch, auf der Skala von verschämt bis reichlich alles dabei.

Zwar versuchte Hallensprecher und Trainertalkmoderator Gunther „The Voice“ Giese scherzhaft (und dabei wohl in Erinnerung an so dieses oder jenes überraschende Comeback in der Vergangenheit) den Abschied mit einem „vorerst“ für nicht ganz so endgültig zu erklären. Aber das wäre nostalgisches Wunschdenken. Jeder beim HC Sachsen weiß inzwischen, dass dem Leuchtturm des Vereins ein Umbruch bevorsteht, für den die Verantwortlichen schon einige Zeit daran sind, die Weichen zu stellen. „Eine Situation wie etwa nach dem ersten Zweitbundesligajahr wird es nicht geben,“ zeigte sich Präsident Jens Kade ebenso gelassen wie entschlossen, „wir wollen nach der durchwachsenen Saison jetzt ein klares Zeichen setzen. Oschatz hat sich, mit Fug und Recht, in dieser Saison den Titel der „Nummer drei“ in Sachsen von uns ausgeliehen, und mit Rödertal rückt in nächster Nähe eine Mannschaft nach, die in Liga 4 3 Jahre auf Liga 3 übte. Das wird 2012/2013 spannend und dem muß man sich stellen. Vor diesem Hintergrund überrascht es auch nicht, daß Bärbel Wessel in der Saison 2012/2013 nicht mehr die F1 trainieren wird.“

Welche Lücke mit dem Abschied von Marta Adamkova und Helena Binova entsteht und zu schließen ist, das wurde in der Begegnung gegen den Tabellenvorletzten und Absteiger in die MDOL, die SpG Bandits Magdeburg-Barleben, durchaus sehr deutlich. Denn in ihrem letzten Spiel zeigten sich beide nochmals hochmotiviert und engagiert und verliehen dem Teamspiel ihre Handschrift. Nicht nur Petra Janeckova bekam zu ihrem Abwehrverhalten von Marta Adamkova, der „großen Chefin“ des HCS-Spiels, lautstarke Anweisungen, als es in den ersten zwanzig Minuten nicht wirklich rund lief. .Auch vorne war Marta Adamkova immer wieder Schaltstelle bei schnellen Kombination über 3 Stationen, mit denen u.a. die „kleine Chefin“ Jenny Kolewa ihre bevorzugten 1:1-Situationen bekam und die Gästeabwehr durchbrechen konnte. Helena Binova rackerte unermüdlich an der Kreismitte, bereitete dadurch Räume vor und fischte sich geistesgegenwärtig nachsetzend schon verloren geglaubte Bälle. 7 Treffer trugen beide selbst zum ersten Pflichtspiel-Heimsieg im neuen Jahr bei und eine Reihe von verwandelten Strafwürfen resultierte aus ihrem vorhergehenden, nur durch Regelwidrigkeiten zu unterbindenden Einsatz. Und in den munteren Schlussminuten der Begegnung brannten beide für die Galerie, gleichsam als eine letzte Zugabe, noch mal, sei es durch Regie-Zuspiel oder eigenes Einnetzen, ein Extra-Feuerwerk ab, ehe Maren Emmrich im etwas zu großen Trikot mit der Nr.10 .zwanzig Sekunden vor der Schlusssirene ein Zuspiel der Gäste abfing und ihren Konterlauf mit dem von 28:17 abschloss.

Mit dem klaren Endstand war dann heute auch schnell vergessen, dass der in der Tabelle weit abgeschlagene Absteiger, bei dem die quirlig-agile und kampfstarke Cindy Degen und die regieführende Swantje Heimburg die auffälligsten Aktricen waren, besonders in den ersten zwanzig Minuten flott und respektlos mithielt, anfangs sogar (1:3, 8.) vorlegte. Offenbar etwas übermotiviert, kamen die Einheimischen mühsam ins Spiel und es dauerte bis zum 8:7, ehe sich die Nervosität und damit die Zahl der Fehlabspiele legte und auch im Abschluss konzentrierter zur Sache gegangen wurde. Mit einem 5:1 Lauf und starken Paraden von Anne Naumann konnte zur Pause der Vorsprung erstmals deutlicher bis auf 12:8 ausgebaut werden. Den besseren Start in der zweiten Hälfte erwischten zwar die Gäste und verkürzten so nochmals auf 12:9 (33.), doch dann waren die Damen der Spielgemeinschaft erst einmal kollektiv von der Rolle und hatten gegen die offensiv agierende HC Sachsen-Abwehr nichts mehr zu bestellen. Die Zahl der leichten Gegentreffer, die die Gäste einstecken mussten, nahm

entsprechend zu. Vom 13:9 (36.) setzten sich die HCS-Damen in einem rasanten Zwischenspurt auf 18: 11 (39.) ab. Dem Gästecoach gelang es, mit seinem Timeout Schlimmeres zu verhindern und den HCS-Zug nochmals bis zur 47. Minute bzw. bis zum 18:14 aufzuhalten. Mit dem 19:14 und einem nun nicht mehr locker lassenden 9:3-Lauf in den letzten zwölf Minuten waren dann die Verhältnisse aber endgültig zurecht gerückt. Da Oschatz sich das Feiern des sehr guten Saisonabschneidens offenbar bis nach dem Spiel in Osterode aufbehalten hat, brachte der Sieg im letzten Saisonspiel sogar noch den 10. Platz im Endklassement ein. Gemessen an den Erwartungen vor der Saison natürlich nur ein Trostpreis. Mini-Aspirin gegen den etwas

größeren Kater sozusagen.

Unvermeidlich waren Marta Adamkova und Helen Binova die „Hauptdarsteller“ der anschließenden Abschlussveranstaltung. Aber darüber hatten deren Organisatoren natürlich nicht vergessen, den „Hardcore-Fans“ des HC Sachsen, die das F1-Team in der abgelaufenen Saison zu jedem Auswärtsspiel begleitet hatten, gebührende Anerkennung und Dank für ihre Unterstützung zu erweisen. Und auch Torsten Hoffmann, der „HC Sachsen-Kameramann“, ging in Ehrung der „besten Kameraführung“ nicht ohne einen hochverdienten „Oskar“ aus.

 

Der HC Sachsen spielte mit: Anne Naumann, Katarzyna Wiekiera (beide Tor), Martina Wiele 3, Marta Adamkova 3, Helena Binova 4, Petra Janeckova 2, Nicole Eckhardt 3, Melanie Baier 5/1, Slavka Ninkovic 2, Jenny Kolewa 5/2, Maren Emmrich 1