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20. April 2012

F 1: Derby-Doppelpack mit Rollentausch

Pressemitteilung HC Sachsen  

Jahrelang konnte Jana Delor, Trainerfüchsin des SHV Oschatz, vor dem Spiel tiefstapeln, wenn wieder mal ein unvermeidlich prestigeträchtiges Regionalderby ihrer Damen mit den Damen der F 1 des HC Sachsen anstand. Denn mochte zwar der HC Sachsen meist den übersichtlicher besetzten Kader aufweisen, so wog das, was als Stamm-Sieben dann auf dem Feld stand, doch in Summe des individuellen handballerischen Potentials schwerer. Ein Spaziergang war es für die HCS Damen gegen Jana Delors Team aber deshalb in der Regel nicht und wenn man mit einer laschen „Was soll schon passieren?“- Einstellung in die Begegnung ging (was vorkam), dann zeigten die Oschatzerinnen, dass sie als Team durchaus individuelle Nachteile wettmachen konnten und es klatschte dann auch schon mal vernehmlich. Denn Favoritenzuweisung hin oder her, Jana Delor hatte natürlich immer Ehrgeiziges im Sinn. Mit ihren Understatements wollte sie vielmehr zuerst und vor allem den Druck von ihren Schützlingen nehmen, damit diese mit unbelastetem Kopf und leichten Füßen dem vermeintlichen Favoriten engagiert und konzentriert Paroli bieten. Ein „ein bißl was geht immer“ hatte sie für sich dabei stets im Hinterstübchen.

Wenn es zum beginnenden Saisonauslauf 2011/2012 am Doppelspielwochenende zuerst am Samstag, 21.04. ab 16:00 Uhr in der „factum arena“ im Sportforum Neustadt um Punkte in Liga 3 und dann am Sonntag in Döbeln um den HVS-Pokal der Damen geht, dann wäre die obligate Tiefstapelei der SHV-Trainerin, wie noch recht gewunden zum Hinspiel (in dem SHV-Goalgetterin Carmen Schneider allerdings gesperrt fehlte), hinsichtlich der Ergebniserwartungen für diese Begegnungen sicherlich albern. Im Aufstiegsjahr zuerst mit Spielerinnen aus Naunhof, zu Beginn der nun auslaufenden Saison dann „on Top“ mit zweitligaerfahrenen Spielerinnen aus Riesa verstärkt ist die erste Damenmannschaft des SHV Oschatz kein „SHV Carmen Schneider und wer noch ?“ (was sie, natürlich, nie war) und kein „ewiger“ Oberligameister mehr, sondern eine spielstarke und konkurrenzfähige Mannschaft im Ensemble der Liga 3, Staffel Ost. Das haben nicht nur die HCS-Damen bei der deftigen 18:28 Hinspielpleite, bei der man nach dem 14:14 einen 0:10 Lauf eingeschenkt bekam, erfahren müssen. Wer in dieser Saison von der beiden Regionalrivalen somit die Nase, und zwar deutlich, vorne hat kann man natürlich auch in der Tabelle sehen. Während die HCS-Damen als derzeit Tabellenelfter zwar die ganze Saison nichts mit dem Abstieg zu tun hatten, aber zuletzt sogar noch zum „Nachzügler“ des unteren Mittelfelds wurden und im vier Monate alten Jahr 2012 noch kein Heimspiel gewonnen haben, haben Jana Delor und die ihren noch alle Chancen, Vizemeister der Staffel zu werden.

Klar ist der schon ein Stück hinter den Saisonerwartungen zurückbleibende elfte Tabellenplatz der HCS-Damen auch Resultat einer Serie langwährender Verletzungen, vor der man in den Vorjahren verschont geblieben war, und einer damit bedingten beständig fluktuierenden Teamzusammensetzung, was keine gute Voraussetzung ist, eine konstante Form entwickeln zu können. Das hat einige Punkte gekostet. Dass unter günstigeren Bedingungen mehr gegangen wäre, das hat man gesehen. Die Trainerin des souveränen Staffelmeisters Blomberg 2, Anke Ahlgrimm, zollte nicht von ungefähr Respekt, als die dezimierten HCS-Damen auf Augenhöhe ihrem Team ein Unentschieden abkämpften. Aber das waren eben die Highlights, neben denen es auch viel Schatten gab und deshalb ändert das nichts daran, dass die Oschatzerinnen in das Doppel am Wochenende mit der Favoritenbürde gehen. Schon zu Jahresanfang, nach schwächeren Auftritten ihres Teams, hatte Jana Delor als Aufgabe angesehen, ihren Damen beizubringen, mit so etwas zu Recht zu kommen. Man darf also sehr gespannt sein, wie beide Teams mit dem Rollentausch, der aus HCS-Sicht natürlich nicht zur Gewohnheit werden soll, umzugehen wissen.