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6. März 2012

25 Minuten totaler Team Black Out

Pressemitteilung des HC Sachsen Neustadt-Sebnitz e.V.

Wer die spannende und gutklassige Vorjahresbegegnung beider Teams an gleicher Stelle noch in Erinnerung hatte, der rieb sich beim heutigen Aufeinandertreffen der F1 des HC Sachsen und der ersten Frauenmannschaft der ostwestfälischen HSG Union 92 Halle verwundert die Augen. So schnell vergeht also der Ruhm auch in der Frauenhandballwelt. Denn was heute vor allem in den ersten 25 Minuten von den Gastgeberinnen „geboten“ wurde rollte einem ein und ums andere Mal nur schmerzhaft die Zehennägel auf.

Man glaubte (hoffte) ja, der 0:10 „Lauf“ im Auswärtsspiel gegen Oschatz würde sich in dieser Saison wahrlich nicht mehr „toppen“ lassen. Aber nach gespielten 24 Minuten und 38 Sekunden war es nach einem erneuten kläglichen Wurfversuch, bei dem Union-Keeperin Sandra Huck den Ball mit dem Handtuch abfangen konnte, um ihn dann schnell nach vorne zu bringen, zur Abwechslung mal nicht die Halblinke Sina Speckmann oder die Kreismitte Edita Medjedovic, sondern Kathrin Huck, die die Damen von Gäste-Coach Zygfryd Jedrzej zum satten 14:2 (!) in Führung warf.

Was war da los? Bis dahin auf jeden Fall das mit Abstand schlechteste Heimspiel, das man seit Jahren von einer F1 des HC Sachsen gesehen hat. Goalie Katarzyna Wiekieras auffälligste Aktion war ihre Auswechslung in der 15. Minute beim Stand von 2:9 und in Abwehr und Angriff fand die F1 des HC Sachsen einfach nicht statt. Die Abspielfehler häuften sich derart massiv, dass es so etwas wie einen wenigstens versuchten Torabschluss minutenlang eigentlich überhaupt nicht gab, weil der Ball längst vorher schon verloren und als Einladung zum einfachen Tor dankbar genutzt war und in der Abwehr standen die HCS-Damen zwar in der Tat, viel mehr aber nicht. Die Scheunentore vor allem in der Abwehrmitte, die sich bei ein bisschen Positionsgewirbel und einfacher Körpertäuschung auftaten, schlossen nahtlos an das schlecht koordinierte Abwehrverhalten, wie man es schon in Burgdorf gesehen hatte, an. Nur hatten die Haller Damen mit Speckmann und Medjedovic, die schalten und walten konnten, wie sie wollten, weit cleverere Vollstreckerinnen aufzubieten, als es bei den überhasteten und übereifrigen Burgdorfer Youngstern der Fall gewesen war.

Ob es 25 Minuten brauchte, bis sich kollektiv die Erkenntnis durchsetzte, dass das freitägliche minimalistische Trainingsgeplänkel mit einer A-Jugendmannschaft aus der Sachsenliga vorbei ist oder ob es die sich abzeichnende Großblamage war, die wachmachend wenigstens ein paar Alarmglocken angehen ließ mag dahin gestellt sein. Mit dem 3:14 durch Jenny Kolewa und mit dem schließlichen Verkürzen auf 7:15 durch ein Distanzpfund von Marta Adamkova mit der Pausensirene sah man wenigstens, daß das Team noch lebte. Und verrückt genug: in der zweiten Halbzeit, als sich auch bei Speckmann und Medjedovic gehäuft Fehler einschlichen und man den Gästen genauso wie den Einheimischen anmerkte, dass einige Spielerinnen sich mit Verletzungen herumschleppen oder nach Verletzungen noch nicht wieder auf altem Stand sind, hatten die nunmehr deutlich wacheren HC Sachsen-Damen, bei denen sich die eingewechselte Keeperin Anne Naumann mit einigen spektakulären Paraden zu einem starken Abwehrrückhalt steigerte, durchaus ihre Chancen, das Spiel zumindest wieder offen zu halten. Auch zum immer wieder höchst einfältigen Anspielversuch auf eine, was ja zudem von Gäste Coach Jedrzej angekündigt worden war!, zugestellte Helena Binova entwickelten die HC Sachsen-Damen nun endlich gescheitere Alternativen. Aber wer 7 Meter, dieses Mal deren 5 am Stück, wieder einmal wegwirft wie alte Socken und einiges an freien Würfen und noch mehr auch Kontern entweder ans Torgebälk zimmert oder an der aufmerksamen Sandra Huck nichtvorbeibringt, der schafft es bei merklichem Kräfteschwund der Gäste eben nicht, näher als auf 18:23 in der 53. und 20:24 in der 56. Minute heranzukommen. Und fängt sich durch eine nach einer Parade von Anne Naumann geistesgegenwärtig nachsetzende Sina Speckmann in der 58. Minute die Entscheidung zum 20:26 ein. Die Union-Damen, leidige Kadersituation hin oder her, wollten das Spiel von der ersten Minute an gewinnen. Was dagegen die HCS-Damen in den ersten 25 Minuten wollten weiß kein Mensch. Und deshalb geht der Sieg der Gäste, deren engagierteres und wacheres Abwehrverhalten über 60 Minuten letztlich den Unterschied machte, auch voll in Ordnung.

 

Der HC Sachsen spielte mit: Katarzyna Wiekiera, Anne Naumann (beide Tor), Martina Wiele 2, Marta Adamkova 3, Helena Binova 1, Nicole Eckhardt 2, Slavka Ninkovic 6/1, Jenny Kolewa 4, Melanie Baier 2/1, Maren Emmrich