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27. Februar 2012

Mühsamer Pflichtsieg beim Tabellenletzten

Pressemitteilung des HC Sachsen Neustadt-Sebnitz e.V.

 

Die einen haben nichts mehr zu verlieren, die anderen können sich eigentlich nur blamieren. So geht das manchmal aus, wenn vor dem Spiel die Rollenverteilung (zu) eindeutig ist. So auch am gestrigen Samstagabend in der Liga 3 Begegnung zwischen dem gastgebenden Tabellenletzten, den Damen des TSV Burgdorf, und denen der F1 des HC Sachsen. Nach einem Pausenrückstand von 13:17 konnten die favorisierten Gäste erst in der Schlussphase das Spiel zu ihren Gunsten drehen und traten mit einem denkbar knappen 27:26 Sieg im Reisegepäck die Heimreise aus dem Hannoverschen an. Mit ausgeglichenen 18:18Punkten ist man nunmehr im unteren Mittelfeld um die Plätze 7 bis 10 dabei. Ob`s noch zum Anschluss an das obere Mittelfeld reichen wird ist allerdings mit einem Fragezeichen zu versehen.

 

Das weniger wegen dem mäßigen Auftritt in Burgdorf vor recht überschaubarer Kulisse. Da passierte ebengenau das, was man sich aus Sicht der Gäste natürlich ganz anders vorgestellt hatte. Es gelang dem Favoriten nämlich nicht, von Anfang an das Spiel zu dominieren und eine Vorlage herauszuwerfen, die die Verhältnisse für diesen Abend geradegerückt hätte. Mit ihren ersten Fehlwürfen gerieten die HCS-Damen dann in der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit gehörig ins Schwimmen, während das Youngster-Team von TSV-Coach Thomas Löw alles daran setzte, die letzten schwachen Auftritte gegen Thüringen 2 und Halle vergessen zu machen. Die Euphorie, mit dem der Aufsteiger zu Saisonbeginn in das „Abenteuer Liga 3“ ging, ist zwar längst verflogen und mit dem Abstieg hat man sich in Burgdorf wohl abgefunden, aber hergeschenkt wird deshalb nichts. Und wenn der Favorit so ziemlich alles schuldig bleibt, was ihn vorweg zu diesem macht, dann ist`s kein Wunder, dass der Außenseiter, je länger er die Nase vorne hatte, zumindest kurz davor war, eine faustdicke Überraschung zu landen. Den in dieser Saison schon als Standard anzusehenden Pausenrückstand, dieses Mal 13:17, hatten Bärbel Wessels Damen mit mehr Kampf und Krampf alsspieltechnischer Finesse in der 55. Minute mit dem 25:25 egalisiert und Jenny Kolewa legte noch einen 7m und ein Feldtor zur 27:25 Führung nach. Eine Unterzahlsituation (2 Minuten für Jenny Kolewa) in der letzten Minute mobilisierte jedoch noch mal die letzten Kräfte bei „Großfamilie Löw“, aber mehr als der 26:27Anschluß gelang nicht mehr. Für die Burgdorfer Youngster, die alles gaben, fehlte es nicht an Einsatz, aber letztendlich an Erfahrung und Cleverness. Denn es war mehr drin gewesen. Beim HC Sachsen dagegen ist das Spiel ganz schnell abzuhaken. Alle wissen, dass das eine eher matte Sache war.

Was fraglich erscheinen lässt, ob von den HC Sachsen-Damen in dieser Saison nochmal ans obere Mittelfeldangeschlossen werden kann, ist die angespannte Kadersituation. Der Hoffnung nach der Auswärtsbegegnung mit dem THC 2, wenigstens wieder über zehn Spielerinnen zu verfügen, folgte bereits vor dem Burgdorfspiel die Ernüchterung. Außenflitzer Petra Janeckova ist erneut verletzt und wird mit Problemen der Achilles-Sehne für die nächste Zeit wohl ausfallen. So reisten ins Niedersächsische ganze neun HCS-Damen an und mit der roten Karte für Melanie Baier nach der dritten Zeitstrafe in der 50. Minute waren es dann noch acht, die sich gegen eine Blamage stemmten, wobei Marta Adamkova nach ihrer Meniskusverletzung weiterhin noch nicht voll belastbar ist. Die Kadersituation war zwar auch in den beiden Vorjahren nicht so, dass das Sachsen-Trainergespann hier bei prallvoller Bank die luxuriöse Qual der Wahl gehabt hätte. Aber man blieb vor langwierigeren Verletzungen verschont. Dagegen ist da in dieser Saison schon etwas die Seuche drin.

Ähnliche Probleme hatten zwar auch andere Teams, so u.a. der nächste Gegner in der „factum-arena“, Union Halle, aber die scheinen zumindest zum letzten Drittel der Saison nunmehr wieder „auffüllen“ zu können. Insofern kann man sich für den Rest der Saison beim HC Sachsen zwar was wünschen – aber träumen sollte man nicht. Was natürlich nicht heißt, dass man sich nicht dennoch angenehm überraschen lassen würde.

 

Der HC Sachsen spielte mit: Anne Naumann, Katarzyna Wiekiera (beide Tor), Martina Wiele 2, Marta Adamkova 1, Helena Binova 2, Nicole Eckhardt 1, Slavka Ninkovic 10, Jenny Kolewa 5/2, Melanie Baier 6/1